Bild: Finger-Holzbau
Wie aus einem Guss

Im Musterhaus Günzburg von Fingerhaus, dem Hersteller schlüsselfertiger Häuser in Holzrahmenbauweise, werden Energieeffizienz und Wohnlichkeit eins. Zu den Highlights gehört eine Treppe in fließender Faltwerkoptik, die vom konzerneigenen Spezialisten Fingertreppen produziert wird. CNC-Technik von Maka Systems begleitet das Unternehmen seit dem Einstieg in die moderne Produktionsweise.


Michael Boucsein kennt sich aus im Treppenbau. Schon 30 Jahre ist er in verantwortlicher Position für die Firma Fingertreppen im hessischen Frankenberg tätig. Seit dem Umzug des Unternehmens in ein neues Werk steht er als Betriebsleiter an der Spitze eines Teams von 37 Mitarbeitern. Als Mitglied der Fingerhaus Gruppe produziert Fingertreppen hauptsächlich für die Konzernmutter und deren Fertighausprogramm. Wer dahinter reine Standardlösungen vermutet, liegt falsch. Stolz verweist Boucsein auf das Fingerhaus-Musterhaus in Günzburg. Die Treppe zum ersten Stock ist beeindruckend: Die Gestaltung erfolgte in Faltwerkoptik. Ein Name, der darauf anspielt, dass sie wie ein mehrfach gefaltetes Stück Papier aussieht. Anders als bei einer Wangenkonstruktion gibt es keinen Stufenvorsprung. Tritt- und Setzstufe sind vorn bündig. Zudem ist die Treppe mit einem Glasgeländer ausgestattet und verfügt über ein Regalsystem unterhalb der Konstruktion. Derartige Lösungen liegen neben LED-Beleuchtung für Wangen und Stufen besonders im Trend, sagt Boucsein.

 

2900 Treppen pro Jahr


Die aktuelle Fertigungstechnik gibt Fingertreppen die Möglichkeit, auf fast jede Anforderung einzugehen. Das war nicht immer so. Boucsein erinnert sich gut daran, als noch manuell wie in einer kleinen Schreinerei produziert wurde. Zwar kam in der Konstruktion schon früh ein CAD-System zum Einsatz. Im Anschluss ging es jedoch einfacher zu: Wangen- und Stufenabwicklung wurden auf Papier geplottet. Anhand der Papierschablonen wurden dann die Stufentaschen mit einer Oberfräse in die Wangen gefräst. Die Produktionszahlen waren entsprechend bescheiden. Teilweise mussten sogar Treppen zugekauft werden, um der Nachfrage gerecht zu werden.


Mittlerweile verlassen circa 800 Vollholz- und über 2100 Stahl-Holz-Treppen das Werk. CNC hat es möglich gemacht. 2004 schaffte sich Fingertreppen die erste Fünfachsmaschine an. Es war eine Maka PE 70. Der Kontakt zum Nersinger CNC-Spezialisten wurde auf der Ligna in Hannover geknüpft. „Maka war schon damals ein Pionier in der Bearbeitungstechnik für den Treppenbau“, erzählt Boucsein. Im Vergleich zum Wettbewerb machte der jetzige Betriebsleiter aber noch einen weiteren Unterschied aus: Maka-Maschinen besaßen eine steifere Konstruktion. „Dem Maschinenbett sah man die solide Stahlkonstruktion an. Ganz im Gegensatz zu anderen Modellen, wo es wie Blech wirkte“, so der Betriebsleiter. Zwölf Jahre verrichtete die Maka zuverlässig ihre Arbeit. Sie würde es wohl noch heute tun, wenn nicht steigende Absatzzahlen eine produktivere Lösung nötig gemacht hätten.

 

30 Prozent schneller im Durchlauf


Inzwischen ist in Frankenberg eine PE 90 2X im Einsatz. Wichtigstes Merkmal der Maschine ist die Ausstattung mit einem Drei- und einem Fünfachsaggregat. Im Wechselbetrieb führt das eine Aggregat die Bearbeitung durch, während das andere ein neues Werkzeug holt. „Wenn man bedenkt, dass für eine komplette Treppe rund 100 Werkzeugwechsel nötig sind und jedes Mal fast 30 Sekunden vergehen, bis das Werkzeug positioniert ist, ergibt sich da eine große Zeitersparnis“, meint Michael Meer, Vertriebsleiter Nord bei Maka. So tendieren die Nebenzeiten der neuen Maschine gegen Null, betont Boucsein. Den Produktivitätsgewinn hält er für hoch. So hat er errechnet, dass für die Produktion einer kompletten Treppe jetzt 1,5 Stunden weniger nötig sind. „Eine Steigerung von über 30 Prozent gegenüber der alten Lösung mit einem Aggregat“, konkretisiert er. Allerdings gelte die Rechnung für den Gesamtprozess, der in allen Bereichen zuletzt optimiert wurde.


Unter dem Strich ist der Betriebsleiter sehr zufrieden mit seiner Maka. Zwar gäbe es auf dem Markt durchaus auch Lösungen mit vier Aggregaten, das überzeugendere Gesamtpaket von Maka war letztlich jedoch ausschlaggebend, so der Betriebsleiter. Damit meint er vor allem das Werkzeugmagazin, das bei seiner PE 90 eine Kapazität von 51 Plätzen hat. Beide Aggregate können jederzeit auf dieses Magazin zugreifen. Auf anderen Maschinen seien die Magazine dagegen fest bestückt, sagt Boucsein.

 

Schritt zu noch mehr Effizienz


Für die Zukunft hat Fingertreppen hohe Ambitionen. Bei guter Auftragslage fiel deshalb die Entscheidung, eine weitere Maka anzuschaffen. Sie ersetzt die erste Maschine aus 2004. Auf die Ausstattung mit zwei Aggregaten hat man diesmal verzichtet. Erstaunlich? Nein, sagt Boucsein. „Bei der hohen Produktivität der Lösung wären die anderen Abteilungen nicht mehr hinterhergekommen“, sagt er. Seiner Meinung nach müsste vor einer solchen Neuinvestition die innerbetriebliche Organisation geändert werden. Außerdem hätte eine Maschine mit zwei Aggregaten mehr Platz benötigt als in der Produktionshalle zur Verfügung steht.


Trotzdem bedeutet die dritte Maka einen Schritt zu noch mehr Effizienz. Die neue PE 90 verfügt als Sonderausstattung über eine Stufentrennvorrichtung. Hier erhalten die als rechteckige Platten der Maschine zugeführten Werkstücke zunächst einen Trennschnitt. Danach erfolgt separat die Formatierung der vorderen und hinteren Stufe. Boucsein: „Dadurch, dass die beiden Stufen auseinandergefahren werden, können wir mit einem größeren Werkzeug um die Konturen fahren und profilieren“. Neu dazugekommen ist auch der VPN-Zugang für die Fernwartung. Die Techniker aus Nersingen haben damit Zugriff auf die Maschine, den sie zum Beispiel für das Fehlerauslesen oder Korrekturen der Software nutzen können. Ein Wartungsvertrag mit jährlicher Durchsicht ist für Boucsein selbstverständlich. Und für den Service des Maschinenbauers hat er nur lobende Worte: „Maka beschäftigt sehr gut ausgebildete Techniker im Servicebereich“, urteilt der Betriebsleiter. Mittlerweile habe sich ein „fast freundschaftliches Verhältnis“ entwickelt. Und wie sind seine Erfahrungen in puncto Bearbeitungspräzision? Boucsein lacht: „Über die Qualität braucht man sich bei drei gekauften Maschinen eigentlich nicht zu unterhalten, oder?“


www.maka.com


www.fingertreppen.de

 

 

Diesen Beitrag und weitere interessante Beiträge finden Sie in HOB 5.2018:

18_5_TS_HOB_188.jpg
 
Gerne können Sie HOB 5.2018 bestellen:

per mail:  cedra@agt-verlag.de  
oder über das Kontaktformular


agt agile technik verlag gmbh
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

 

agt_logo_200_60.png

spacer
VORSCHAU >>>

 

IM FOKUS

18_9_FOKUS_kleiberit_154.jpg

Oberflächenveredelung mit Mehrwert
-
Erst die richtige Oberfläche macht ein Möbelelement zu etwas Besonderem. Aber nicht die Optik allein ist entscheidend. Auch die Weiterverarbeitungs- und Gebrauchseigenschaften sind von großer Bedeutung:
Kratz- und Stoßfestigkeit, Chemikalienbeständigkeit, Feuchte- und Wechselklimabeständigkeit bis hin zur Farbpräzision.
Die Technologie Kleiberit Hotcoating verbindet diese Eigenschaften. ...
 [weiter lesen] 

spacer
Mediadaten 2018
TS_HOB_Mediadaten_2018_154.jpg
spacer
Marktübersicht Plattenaufteilsägen 2018
12_1_Tabellenausschnitt.jpg
spacer
Marktübersicht  2017
CNC-Stationär-bearbeitungstechnik
13_TABELLE_CNC_start_154_10.jpg
spacer
Marktübersicht Breitbandschleifen
13_7_SCHLEIF_TABELLE_154_11.jpg
spacer
Social Bookmarks
Hier können Sie diese Seite Ihrem Portal dazufügen
Diese Seite zu Mister Wong hinzufügenDiese Seite bei del.icio.us hinzufügenBei Linkarena verlinkenBei Windows Live verlinkenBei Blinklist verlinkenBei digg verlinkenBei Furl verlinkenBei Google Bookmarks verlinkenBei Webnews verlinkenBei Yahoo My Web 2.0 verlinken

HOB Die Holzbearbeitung online - Fertigungstechnische Fachzeitschrift für die Holzbearbeitung

Online Werbung @ HOB