Bild: Bürkle/Riwag
Spritzlackieren ist ein bisschen wie Synchronschwimmen

„Bevor wir mit dem automatischen Lackieren anfingen, hatte ich vom Spritzlackieren genauso viel Ahnung wie vom Synchronschwimmen“, sagt Remo Albisser, Leiter des Maschinenparks beim Schweizer Türenhersteller Riwag Türen AG. Die Lacher hat er damit auf seiner Seite. Sieht man die Erfolge, kann wiederum er zufrieden schmunzeln.


Patrick Ade, Verkaufsleiter der Robert Bürkle GmbH, mag die Aussage von Albisser. Er hat sie in der Projekt- und Installationsphase der für Riwag konzipierten Spritzlackieranlage immer wieder gehört. „Es mag ein wenig seltsam klingen, es gibt aber durchaus Gemeinsamkeiten“, sagt Ade. Der Durchlauf der Türen durch die Spritzlackieranlage sei sehr komplex, der Bewegungsablauf beim Schwimmen ebenfalls. Kommunikations- und Datenfluss müssten eng aufeinander abgestimmt sein, und die Darbietung beim Sport soll ebenso begeistern wie die Funktion und Haptik einer Riwag-Türenoberfläche.

 

Gleich richtig machen


Der gesamte Produktionsablauf beim Schweizer Türenspezialisten ist hochgradig automatisiert. Lediglich das Beschlagsetzen erfolgt noch manuell – die Vielfalt der Türenausstattungen lässt hier eine Automatisierung nicht zu. Die Oberflächenveredlung der Rohlinge kaufte Riwag in der Vergangenheit zu. Um eine noch bessere Qualität, kürzere Durchlaufzeiten und vor allem eine deutlich größere Flexibilität zu erreichen, nahm Riwag diesen Prozess in die eigenen Hände. „Und wenn wir den Lackierbereich automatisieren, machen wir das gleich richtig“, lautete die Aufgabenstellung, die Albisser an Bürkle weitergab. Die realisierte Lösung überzeugt. Mehr als ein Dutzend von Arbeitsgängen automatisierte das Bürkle-Team in enger Zusammenarbeit mit Riwag. Die zentrale Datenbereitstellung erfolgt in der Arbeitsvorbereitung. Mit diesen Daten laufen die Türen durch alle Fertigungsstufen. In der Spritzlackieranlage liest ein Barcodescanner die Daten in die Anlage ein. Alle Details – unter anderem: wie der Schleifprozess ablaufen muss, welche Farbe eingesetzt wird, an welcher Stelle die Spritzlackierdüse einsetzt, wie schnell die lackierte Tür durch die UV-Trocknung läuft – werden berücksichtigt. Realisiert wird durchgängig Stückzahl 1. Die Türen werden automatisch vermessen, beschichtet und nach der Lackierung sortiert und abgestapelt.

 

Komplett eingebunden


Die Anlage arbeitet im Stop-and-go-Betrieb mit Wartepositionen vor und nach den Prozessmaschinen. Der Taktbetrieb stellt sicher, dass sich nötige Prozessschritte beenden lassen und Bearbeitungsschritte an Werkstücken nicht während eines Prozesses unterbrochen werden, und es so zu Ausschussteilen kommt. Diese Vorgehensweise sorgt für eine sehr gute Oberflächenqualität und verbessert die Wirtschaftlichkeit, da die Ausschussquote nahe null liegt.


Die Spritzlackieranlage ist vollständig an das Riwag-Produktionsleitsystem angebunden. Die Daten aller Anlagenkomponenten werden kontinuierlich mit dem Leitsystem ausgetauscht. Diese Anbindung realisierte Bürkle mit hauseigenen Softwareexperten. „Um die Datenanbindung möglichst reibungslos umsetzen zu können, war vor der Auftragserteilung auf beiden Seiten eine umfangreiche Datenaufbereitung und -vorbereitung notwendig“, betont Martin Brümmerstädt, Bürkle-Experte für den Bereich Spritzlackieren. So entstand bereits vor der Beauftragung ein tiefes Vertrauensverhältnis zwischen den Unternehmen, das entscheidend zur Lösung beitrug.

 

Schätzen gelernt


Losgröße 1 mit allem Komfort, 4.0-Funktionalitäten wie das Ändern der Türenfarbe bis zwei Minuten vor dem Einlesen des Barcodes sind mit der neuen Lackieranlage bei Riwag möglich. Die Qualität der Anlage und die enge Zusammenarbeit mit einem Partner, der alles aus einer Hand anbieten konnte, überzeugten. „Wir sind sehr zufrieden. Vom Synchronschwimmen verstehe ich zwar immer noch nichts, die Bürkle-Spritzlackiertechnik aber habe ich inzwischen sehr schätzen gelernt“, so das Schlusswort von Albisser.

www.buerkle-gmbh.de  
www.riwag.ch

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