Kommissioniert mit sechs Robotersortierzellen

Der italienische Möbelhersteller Tomasella vertraut in seiner Produktion auf die Anlagenkompetenz der IMA Schelling Group. Seit Mitte 2019 übernimmt eine Sortieranlage, bestehend aus insgesamt sechs Robotersortierzellen, das automatische Kommissionieren der Möbelteile in Montagereihenfolge. Bei der Anlagenplanung nutzte IMA Schelling die Simulationssoftware ABB RobotStudio.
 Aus den Kantenkreisläufen werden klassische chaotische Stapel erzeugt und mittels Querfahrwagen der Sortieranlage zugeführt.
Aus den Kantenkreisläufen werden klassische chaotische Stapel erzeugt und mittels Querfahrwagen der Sortieranlage zugeführt.Bild: IMA Schelling Group GmbH

Tomasella zählt zu den führenden Möbelproduzenten Italiens. Das 1948 gegründete Familienunternehmen steht für moderne Möbel in elegantem Design und blickt auf eine über 70-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Neben Wohnzimmer- und Kleiderschränken, Sideboards sowie Betten und Wohnaccessoires bietet das Unternehmen auch eine spezielle Möbellinie für Jugendzimmer an.

Maximale Flexibilität in der Produktionsverteilung

Bei der Produktion der Möbelteile verlässt sich das Unternehmen seit 2014 auf modernste Technik von IMA Schelling. In der Serienfertigung nutzt Tomasella eine Winkelsäge ah 6 für den Zuschnitt von Plattenpaketen und eine doppelseitige Combima inklusive Beschickung und Stapelanlage. Zudem werden seit Kurzem kleine Serienlose auf einer Imagic Flex Bohrmaschine gebohrt. Der Transport der Teilestapel zwischen Bekanten und Bohren erfolgt aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und ausdrücklichen Wunsch des Kunden mit Staplern.

Für die auftragsbezogene vollautomatische Teilefertigung kommen vier Losgröße-1-Anlagen mit zwei vorgeschalteten Plattenaufteilanlagen vom Typ ls 1 und einem Cutting Center zum Einsatz. Die beiden Sägen sind mit je einem, das Cutting Center mit zwei Kantenkreisläufen an die vier nahezu baugleichen Kantenanleimmaschinen vom Typ Combima angeschlossen. Durch die ähnliche Maschinenausstattung erreicht Tomasella maximale Flexibilität in der Produktionsverteilung. Darüber hinaus nutzt Tomasella drei Bima-Portalanlagen – die jüngste wurde Ende 2019 ausgeliefert – für die Produktion von Tischen und Sonderteilen sowie eine Novimat mit Laseraggregat für die Produktion von Sonderteilen und Reparaturen. Beschickung und Teileentnahme erfolgen manuell. Ein zentrales Verplanungssystem teilt die Rohplatten den jeweiligen Anlagen zu.

 Eine Robot.sort v-Zelle mit Teilen aus der auftragsbezogenen Losgröße-1-Bekantung
Eine Robot.sort v-Zelle mit Teilen aus der auftragsbezogenen Losgröße-1-BekantungBild: IMA Schelling Group GmbH

Nach der Bekantung erfolgt die Etikettierung der Teile durch insgesamt vier Etikettieranlagen: eine nach der Serienfertigung und drei nach der auftragsbezogenen Produktion. Auf Wunsch des Kunden werden dabei nicht die einzelnen Teile, sondern nur die kompletten Stapel etikettiert. Das ist dank der hohen Prozessgenauigkeit kein Problem. „Für jeden Stapel wird ein Stapelbeleg erstellt. Dieser enthält eine Auflistung aller Teile in dem Stapel sowie zusätzliche Infos. Das hilft dem Bediener schnell zu verstehen, was auf einem Stapel gestapelt worden ist“, erklärt Fabio Gennari, der zuständige Projektleiter bei IMA Schelling.

Innovative Robotersortierung

Mitte vergangenen Jahres ging eine neue, ebenfalls von IMA Schelling konzipierte Sortieranlage, bestehend aus insgesamt sechs Robotern, in Betrieb. Wurden die Teilestapel nach der Bekantung bislang manuell zugeordnet und der Montage zugeführt, erfolgt die Beschickung der Montagelinien mit der neuen Anlage nun vollautomatisch und perfekt organisiert, was eine erhebliche Zeitersparnis und weniger Fehler bedeutet. Dabei beträgt die Pufferkapazität der Sortieranlage abhängig vom Teilespektrum 4.000 bis 6.000 Einzelteile pro Schicht. Produziert wird im Einschichtbetrieb. „Wir wollten unsere auftragsbezogene Produktion insgesamt flüssiger gestalten und weitgehend automatisieren“, sagt Paolo Tomasella, Geschäftsführender Gesellschafter von Tomasella, zur Entscheidung für die neue vollautomatische Sortieranlage und das bereits 2018 installierte MES-Produktionsleitsystem.

„Die neue Sortieranlage dient als Puffer zwischen Bekantung und Montage. Sie besteht aus einer Beschickungsanlage, einer optischen Qualitätskontrolle, einem Igelpuffer zum Ausschleusen nicht verwendbarer Teile, sechs robotergestützten Robot.sort v-Sortierzellen und allen notwendigen Schnittstellen zu bereits vorhandenen Anlagen“, erläutert Fabio Gennari. Die Verwaltung der Sortierzellen erfolgt über die IMA Schelling Anlagensteuerung IPC.NET, die wiederum ihren Input aus dem Produktionsleitsystem erhält.

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