Industrie-Lösungen für das Handwerk

Nicht nur bei der Bekantung

Vom traditionsbewussten Tischler bis zum Industriebetrieb mit hohem Automatisierungsgrad, mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung im Maschinenbau bietet Paul Ott für jeden Bereich die passende Lösung beim Kantenanleimen.
 Einfache Bedienung über die Eingabe am Bildschirm
Einfache Bedienung über die Eingabe am BildschirmBild: Paul Ott GmbH

Das Unternehmen aus Lambach in Oberösterreich hat bald nach seiner Gründung im Jahr 1963 mit dem Bau von Maschinen begonnen, die eher im Handwerkssektor angesiedelt waren. Doch wie bei so vielen Dingen, hat sich auch bei der Bekantung in den letzten Jahren viel verändert. Die Möbelindustrie fordert möglichst automatisierte Abläufe. Über Software und Datenbanken werden Prozesse geplant und gesteuert. Industrie 4.0 lautet das Schlagwort, welches für der Grad der Automatisierung und der Prozessüberwachung steht und nicht nur in der Industrie Sinn macht. Gerade für Handwerker heißt es aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit und der Kosteneffizienz flexibel zu denken. „Ein kleine Tischlerei wird zwar nicht zum Industriebetrieb, aber die Prozesse zu straffen und einen besseren Überblick bekommen, das kann überall von Nutzen sein und bedeutet auch für ein kleines Unternehmen einen großen Vorteil“, beschreibt Beatrix Brunner, die Geschäftsführerin von Ott den Ansatz ihres Unternehmens bei der Produktentwicklung. Deswegen hat es sich der österreichische Familienbetrieb zur Aufgabe gemacht, Handwerk und Industrie auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen – davon profitieren beide Seiten.

 Ansicht der kompletten TransEdge Kantenanleimmaschine
Ansicht der kompletten TransEdge KantenanleimmaschineBild: Paul Ott GmbH

Intuitive Konzepte

„Das intensive Wissen für die handwerklichen Prozesse, die genaue Kenntnis des Materials und der Planungsprozesse – im Handwerk bringt das meist jeder einzelne mit an den Arbeitsplatz. In der Industrie ist das naturgemäß nicht mehr so, denn es kann ja nicht jeder Beschäftigte im Großbetrieb alle Abläufe kennen. Aber die Industrie bringt uns das notwendige Wissen und den Antrieb, Abläufe besser zu organisieren, zu straffen und nachvollziehbar zu machen“, führt Brunner weiter aus. „Wir versuchen für unsere Kunden den idealen Mittelweg zu finden, in dem wir Maschinen konzipieren, die einfach zu bedienen sind und beständig Qualität liefern. Mit intuitiven Konzepten, die sowohl für einen gut geschulten Handwerker als auch eine neu eingestiegene Kraft funktionieren.“

Die Kleinen profitieren von den Großen

Alle Kantenanleimmaschinen von Ott lassen sich in eine übergeordnete Software integrieren. Das Unternehmen arbeitet mit einem offenen Schnittstellensystem, fixe Partner vorschreiben möchte man nicht. Im Bereich der Automatisierung hat sich der österreichische Hersteller in den letzten zwanzig Jahren ein fundiertes Wissen angeeignet: „Wir scheuen uns nicht davor, Sonderlösungen mit den Kunden zu erarbeiten. Egal, ob es sich dabei um die Integration eines Roboters, die automatisierte Beschickung der Maschine oder die Steuerung über Barcode- und QR-Code-Scan handelt, all das haben wir schon umgesetzt. Von unseren Erfahrungen im industriellen Bereich profitieren natürlich auch die kleineren Anwender.“

Praxiserprobt

Als Beispiel aus der Praxis führt die Geschäftsführerin des Traditionsunternehmens den einfachen Wechsel zwischen mehreren Profilen an, „was ganz einfach programmgesteuert funktioniert – und das war natürlich eine Anfrage, die ursprünglich aus dem Bereich der Großanwender kam. Wir haben uns gefragt, warum sollte man diese Möglichkeit zur Zeitersparnis nicht auch einem kleineren Betrieb zugänglich machen?“ Auch Lösungen wie Überstandsbefräsung bei Kantenüberständen, wie beispielsweise bei einer Werkstückstärke von 12mm und einer Kantenbandbreite von 23mm, sind für kleinere Anwender adaptiert worden. „Gerade bei solchen Arbeitsschritten macht die Automatisierung sehr viel Sinn und bringt eine enorme Erleichterung im Alltag“, beschreibt Brunner die von der Industrie übernommen Vorteile.

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