Neue Großfilteranlage für Bulthaup Küchen

Weniger Energiekosten und mehr Luftqualität

Küchen sind Lebensräume und Orte der Begegnung und der Kommunikation. Orte, an denen der Mensch kreativ sein kann und unmittelbar erlebt, wie etwas unter seinen Händen entsteht. Um diese Orte zu schaffen, muss der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Lebensgewohnheiten im Zentrum aller Überlegungen stehen. So denkt Bulthaup Küchen. Das Unternehmen hat am Standort in Aich in eine neue Großfilteranlage von Höcker Polytechnik investiert. Ziel ist, mit innovativer Technik Energiekosten zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern.
Höcker Großfilteranlage vor dem Bulthaup Produktionsgebäude
Höcker Großfilteranlage vor dem Bulthaup Produktionsgebäude – Bild: Ralf Witzany / bulthaup

„Wir stellen uns täglich die Frage, ob das, was heute unter Küche verstanden wird, bereits die Antwort auf die Wünsche und Anforderungen der Menschen ist. Wir fertigen unsere Produkte mit Liebe zum Detail und einer Leidenschaft für Materialität. Es entstehen Küchen- und Raumsysteme, die das Leben bereichern“, sagt Ralf Witzany, Leiter der Werksentwicklung bei Bulthaup. „Abgestimmt auf den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen sowie auf die Architektur des Raumes, entsteht ein einzigartiges System. Eine Küchenarchitektur, die das Leben einfacher macht.“

Für Bulthaup bedeuten Tradition und Herkunft „nicht nur Werte zu bewahren, sondern eine stetige Weiterentwicklung für die Anforderungen an die Zukunft“, formuliert Witzany. Deshalb legt Bulthaup besonderen Wert auf einen modernen und rationellen Maschinenpark, der optimale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter bietet. Witzany: „Nur so ist es möglich, eine hohe Präzision und Verarbeitungsqualität bei den verschiedenen hochwertigen Materialien zu realisieren und sicherzustellen.“ Die vorhandenen Absaug- und Filteranlagen genügten den Anforderungen von Bulthaup nicht mehr.

Hocheffiziente und kompakte Filteranlage

Gemeinsam mit der Höcker Polytechnik GmbH aus dem niedersächsischen Hilter a.T.W. erneuerte Bulthaup deshalb im Zeitraum vom 22. Juni bis zum 14. August 2020 die Absauganlage. Höcker Polytechnik gehört zu den führenden europaweit tätigen Herstellern von Absaug- und Filteranlagen, Entstaubern, Oberflächentechnik sowie ganzheitlicher Entsorgungslösungen für die Produktion in der Holzverarbeitung, mit großem Know-how in der Möbel- und Küchenindustrie.

Der enge Zeitplan für die Projektabwicklung erforderte eine detailliert abgestimmte Projektplanung mit einer ineinandergreifenden Montageplanung der verschiedenen Montagegruppen. Für den Maschinenanschluss, die Rohrleitungsoptimierungen unter Dach sowie die Inbetriebnahme und Anlagenoptimierungen auf das vereinbarte Produktionsniveau standen lediglich 14 Tage zur Verfügung. Dies war für die Projektleitung vor Ort eine große Herausforderung, welche sehr gut gemeistert wurde.

 Saugrohrleitungen über Dachbereich
Saugrohrleitungen über DachbereichBild: Höcker Polytechnik GmbH

Ein gründlich geplantes Projekt

Nach Festlegung des Anforderungsprofils durch das Bulthaup-Projektteam wurde von einem Expertenteam bei Höcker Polytechnik ein gründlich geplantes Projekt erarbeitet. Nach einer mehrmonatigen Projektierungs- und Optimierungszeit konnte sich Höcker gegen den Wettbewerb mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis und den entsprechenden „Ideen mehr“ durchsetzen.

Nach der gelungenen Projekt-Abwicklungsplanung und Vorbereitung haben die Montageteams von Höcker Polytechnik die Anlage in nur sieben Wochen montiert, um diese nach gründlicher Vorbereitung erfolgreich in Betrieb zu nehmen und dann an das Projektteam von Bulthaup mängelfrei zum Produktionsbetrieb zu übergeben.

Das Herzstück der Anlage ist eine Unterdruck Filteranlage aus der Baureihe MultiStar in Modulbauweise, mit einer Filterfläche von 1800m² und einer speziell für den Mehrschichtbetrieb konstruierten, kontinuierlichen Abreinigung mit Niederdruck Spülluftventilatoren. Diese gewährleisten einen niedrigen Filterverschmutzungsgrad und halten damit die Leistung der im Filtergehäuse integrierten zwölf Hochleistungsventilatoren hoch. Die zwölf Reinluftventilatoren mit je 37kW Antriebsleistung erzeugen eine Gesamtluftmenge von ca. 240.000m³/h im Volllastbetrieb.

Alle Ventilatoren arbeiten in einem Kaskaden- und Stufensystem und werden je nach Auslastung und Anzahl der Bearbeitungsmaschinen vollautomatisch geregelt. Innerhalb der 12 Absaugstufen regelt ein Frequenzumformer die Leistung der Anlage exakt auf den Bedarf. Somit kann die Anlage auf einem Niveau von 15.000 bis 240.000m³/h flexibel und vollautomatisch geregelt werden. Die Energieeinsparungen, welche sich durch dieses hoch intelligente Steuerungssystem ergeben, werden die Investitionskosten schnell amortisieren.

Die Entsorgung der Späne erfolgt über einen Kettenförderer im MultiStar-Filter, mittels einer Zellenradschleuse und einem ebenfalls reinluftseitig arbeitenden Transportventilator mit Ringleitung in einen Späne-Einblas-Container. Die Entsorgung wird strömungstechnisch und hinsichtlich des erforderlichen Förderstromes und des Füllstandes im Container vollautomatisch überwacht und über die Prozessvisualisierung der Anlage dem Betreiber angezeigt.

Durch die EW 90 Zertifizierung als Feuerwiderstandsklasse der Höcker Polytechnik MultiStar-Filteranlage war es möglich, die Anlage bis auf 1,5m an das Produktionsgebäude bei Bulthaup zu platzieren. So konnte Bulthaup wertvollen Platz auf dem Betriebsgelände einsparen. Die gesamte Anlage benötigt aufgrund ihrer kompakten Bauweise nur einen Platzbedarf von ca. 52m².

Die zwölf Absaugventilatoren sind in ein Ventilatoraufsatzmodul in der obersten Baugruppe der MultiStar-Filteranlage integriert. Das Ventilatoraufsatzmodul und ein Teil des Spülluftwagenmodules sind mit einem speziellen Schallschutz versehen.

Die gesamte Filteranlage ist über Steigleitern und Podeste in den relevanten Bereichen für Wartung und Service begehbar und ermöglicht einen komfortablen Zugang für die regelmäßigen Sichtkontrollen und die jährliche Wartung.

Durchdacht geplant und störungsfrei realisiert

Ralf Witzany blickt auf das Projekt zurück: „Bulthaup steht für anspruchsvolles Design und höchste Qualität und Funktionalität. Unser Maschinenpark hat daher einen besonders hohen Stellenwert für uns und natürlich auch das Endprodukt. Das technisch machbare wird bei uns in der Produktion regelmäßig umgesetzt. Fräsen, Sägen, Kantenanleimung und die CNC-Bearbeitung sind daher auf neuestem Stand der Technik. Dazu gehört für uns auch eine perfekt funktionierende Maschinenabsaugung. 2019 begannen bei uns die Planungen für eine neue, zukunftsorientierte Absauganlage. Wir sichteten die Ideen der verschiedenen Anbieter und entschieden uns für das technisch beste Konzept von Höcker Polytechnik. Für das Projekt bildeten wir ein Bulthaup/Höcker Polytechnik Team und starteten dann mit den konkreten Montageplanungen. Ziel war es, die Produktion möglichst nicht zu beeinträchtigen. In nur sieben Wochen wurde die neue Unterdruckfilteranlage montiert und die Verrohrung mit den Maschinenanschlüssen im Werk erneuert. Die Höcker Polytechnik Monteure und unsere Betriebstechniker improvisierten temporäre Lösungen und die Produktion konnte in der Realisierungsphase störungsfrei durcharbeiten. Seit August 2020 arbeiten wir mit der neuen Höcker Anlage. Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Der Energieverbrauch sank spürbar, die Filteranlage ist sehr leise, leicht bedienbar und hält Leistungsreserven für die nächsten Jahre vor. Was uns am wichtigsten ist, sind die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese konnten wir weiter verbessern und die Hallen sind angenehm temperiert und sauber. Die Resonanz war und ist sehr positiv.“

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: SCM Group Deutschland GmbH
Bild: SCM Group Deutschland GmbH
Wenn die Säge  blitzschnell verschwindet

Wenn die Säge blitzschnell verschwindet

Für SCM ist Digitalisierung der Oberbegriff. „Sie zieht sich durch alle Bereiche hindurch. Wir bringen einen Produktionsflow auf industriellem Niveau ins Handwerk hinein“, sagte Christopher Moore, Vertriebsleiter Deutschland, am 16. November auf den SCM Innovationstagen in Nürtingen. Dort wurden die Neuheiten gezeigt, mit denen das Unternehmen schon in Mailand auf Xylexpo 2022 viel Publikumslob geerntet hat – fürs vorausschauende Sicherheitssystem für Kreissägen bis hin zu einem kompakten Bearbeitungszentrum mit drei Achsen.

Bild: Reichenbacher Hamuel GmbH
Bild: Reichenbacher Hamuel GmbH
Auf Knopfdruck Haus

Auf Knopfdruck Haus

Wohnraum ist knapp und wird immer teurer. Der Holzbau hat sich inzwischen weltweit im Bauwesen einen wichtigen Platz erobert, vor allem mit Blick auf umweltgerechtes Bauen. Bei Reichenbacher Hamuel fand dazu Anfang November ein Expertentreff unter dem Motto „Auf Knopfdruck Haus!“ statt. Die Resonanz war groß, denn zu den Aspekten der Nachhaltigkeit sowie zur Frage, wieviel Individualität sich eine Gesellschaft im Hinblick auf knappe Ressourcen noch leisten kann, gab es viele interessante Statements.

Bild: Leitz GmbH & Co. KG Werkzeugfabrik
Bild: Leitz GmbH & Co. KG Werkzeugfabrik
Eine Frage der Philosophie

Eine Frage der Philosophie

Beim Plattenaufteilen gilt der Einsatz von Kreissägeblättern auf Plattenaufteilsägen als klassische Bearbeitungsvariante. Alternativ können Anwender auch Schaftfräser verwenden. Je nach Fertigungsmenge und Individualisierungsgrad muss abgewägt werden, welches für den individuellen Anwendungsfall das wirtschaftlichere Bearbeitungsverfahren sein kann. Leitz bietet mit seinem breiten Produktprogramm für beide Fertigungsverfahren Lösungen, die durch Qualität, Performance und Produktivität überzeugen.

Bild: TeDo Verlag GmbH
Bild: TeDo Verlag GmbH
„Die Nesting-Maschine muss her „

„Die Nesting-Maschine muss her „

„Wie lassen sich Fertigungsabläufe optimieren?“ Diese Frage stellen sich Ernestine Jungbeck und ihr Sohn Norbert von der Schreinerei Küchenstudio Jungbeck immer wieder. „Man muss heute so viel automatisieren und digitalisieren, wie es nur geht“, davon sind die Schreinermeisterin und der Schreinermeister überzeugt. Aber das funktioniert nur mit einem gut abgestimmten Maschinenkonzept. „Nesting gehört bei uns unbedingt dazu.“