Aus der Werkstatt auf den Markt

 Für die Validierung von FurnSpin plante ZB-Holzsysteme zunächst ein eigenes Möbel.
Für die Validierung von FurnSpin plante ZB-Holzsysteme zunächst ein eigenes Möbel.Bild: Thomas Weber

Für Jan Hübschmann führt kein Weg an ihr vorbei: die Validierung. „Wir brauchen das Feedback des Handwerks, um zu prüfen, ob wir bei der Entwicklung alles bedacht haben“, sagt der Hettich-Vertriebsleiter. Die Erfahrung gibt ihm recht, dass Tests ein Produkt nur verbessern. „Die Hinweise der Nutzer nehmen wir dankbar auf und passen das Produkt an.“ So lief es auch bei der Validierung des Schubkastensystems Avantech You. Erst das Feedback aus dem Möbelhandwerk führte zu dessen Soft Launch. Dazu gehörten auch Verarbeitungshilfen, z.B. eine Bohrlehre für einfache und sichere Bohrungen.

Beschläge für alle

Doch die Validierung umfasst nicht nur das Produkt selbst. Sie beinhaltet auch die Qualität der CAD-Daten, die Montage und die Verpackungsgrößen. Dass Tischlereien und Schreinereien sowohl Handwerksbetriebe sein können als auch automatisierte Fertiger, stellt Hettich vor eine große Aufgabe: den richtigen Partner für die Validierung zu wählen. Denn ein Beschlag oder ein Schubkastensystem muss für alle verarbeitbar sein und zu bestehenden Prozessen passen.

Neuer Beschlag ohne Erfahrung

So testeten 2024 gleich drei Betriebe den Dreh-Schwenk-Beschlag FurnSpin – alle mit unterschiedlicher Größe und Ausrichtung. Besonders: FurnSpin ist ein völlig neuer Typ Beschlag. Es gab also keinerlei Erfahrung, und die Partner mussten sich streng an die Vorgaben von Hettich halten. Zu den Testern gehörten Howind Furniture, Simon Schreinerwerkstätte und ZB-Holzysteme. Die 4.0-Werkstatt von ZB mit modernem Maschinenpark ist mustergültig: Alle Abläufe, Produkte und Dienste sind vernetzt. Für den technischen Betrieb müssen alle Daten stimmen. Eine gute Gelegenheit also, die Planungsdaten für FurnSpin zu prüfen.

 Das Sideboard ist hochwertig verarbeitet und vielseitig nutzbar. Basis des drehbaren Regalelements: der Dreh-Schwenk-Beschlag FurnSpin.
Das Sideboard ist hochwertig verarbeitet und vielseitig nutzbar. Basis des drehbaren Regalelements: der Dreh-Schwenk-Beschlag FurnSpin.Bild: Thomas Weber

Eine Anwendung, neue Erkenntnisse

Die Planungsabteilung von ZB entwarf eigens dafür ein Sideboard, in das der Beschlag eingebaut wurde. Nach Prüfung der Zeichnungen und Beratung durch Hettich fertigte das Unternehmen das Möbel per CNC-Maschine. Den Einbau von FurnSpin begleitete und dokumentierte ein Hettich-Team. Alles passte, die Montage lief glatt. Doch der Termin brachte auch neue Erkenntnisse. Und die kommen künftig allen Anwendern zugute.

Gemeinsam zum Ziel

„Wir wollen, dass das Handwerk mühelos mit dem Beschlag klarkommt. Darum arbeiten wir z.B. an digitalen Tools wie einem Konfigurator für die Korpusplanung mit FurnSpin“, sagt Hübschmann. Auch ZB-Geschäftsführer Manuel zum Buttel sieht die Validierung durch Handwerksbetriebe als Gewinn für beide Seiten: „Unseren Kunden sichern wir eine hohe und gleichbleibende Qualität zu und keine Kinderkrankheiten. Gemeinsam erreichen wir dieses Ziel viel schneller, und jeder ist auf seine Weise erfolgreich.“

Konfigurator vereinfacht Planung

Mittlerweile ist FurnSpin am Markt. Die Technik macht Möbelelemente um 180 Grad drehbar – und eröffnet Fertigern neue Wege für die Planung von Möbeln und Inneneinrichtungen. Je nach Bedarf ist der Dreh-Schwenk-Beschlag in verschiedenen Größen und Gewichtsklassen verfügbar. Das erlaubt neue Lösungen: drehbare Teile im Wohnmöbel, zwei Schrankeinheiten nebeneinander, Drehelemente in der Kochinsel oder gar raumhohe Möbel, die sich mit einem Griff verwandeln lassen. Damit die Planung leicht gelingt, hat Hettich zusätzlich den kostenfreien FurnSpin-Konfigurator online gestellt. Die Nutzerführung ist intuitiv gestaltet und führt durch alle erforderlichen Schritte. Als Ergebnis erhält der Nutzer ein PDF mit allen Maßen für Planung und Bau. Und bei Fragen hilft das Hettich-Team weiter.