
Mehr als zwei Jahrzehnte lief in der JVA Geldern alles gut. Robust, langlebig, funktional – die bisherige Filteranlage hatte sich bewährt. Trotzdem fiel die Entscheidung leicht, denn technisch war sie nicht mehr auf dem neusten Stand. Energiesparender sollte die neue Anlage sein, die Holzspäne-Brikettierung zuverlässiger sein und eine moderne Steuerung sollte sie bieten. Der Anspruch: die Arbeitsbedingungen verbessern und an heutige Standards anpassen. Mit der neuen Technik wollte die JVA in Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit investieren.
Demontage mit Maßarbeit
Der Abbau der alten Anlage war alles andere als Routine. Wenig Platz und viele Sicherheitsvorgaben forderten das Team hinter dem Projekt heraus. Krane wurden auf engem Raum platziert, Transporte durch Sicherheitsschleusen abgestimmt. Jeder Handgriff war geplant. „Es war keine Standard-Baustelle“, sagt Projektleiter Fabian Selbach. „Aber gerade das hat uns gereizt. Und unsere Monteure haben ihr Können bewiesen.“ Im laufenden Betrieb der JVA mussten sämtliche Arbeiten eng mit der Anstalt abgestimmt werden. Neben der technischen Umsetzung war vor allem die vertrauensvolle Zusammenarbeit dafür entscheidend – sowohl im Team als auch mit den JVA-Verantwortlichen.
24.000 Kubikmeter pro Stunde
Die neu installierte MultiStar-Filteranlage ist eine Unterdruck-Filteranlage mit einer Leistung von 24.000 Kubikmetern pro Stunde. Zwei energiesparende Reinluft-Ventilatoren mit je 18,5 Kilowatt Leistung, eine Filterfläche von 212 Quadratmetern sowie eine automatische Brikettierung sorgen für reibungslose Abläufe. Früher mussten große Container jährlich entleert werden. An ihrer Stelle setzen die Werkstätten nun auf verdichtete Briketts, die einfach und platzsparend entsorgt sind. Gesteuert wird die Anlage über ein 12-Zoll-Touchpanel. Es erlaubt die visuelle Überwachung der gesamten Anlage. Funktionen wie elektro-pneumatische Absperrschieber, intelligente Frequenzregelung und automatischer Sommer-Winter-Betrieb erhöhen die Flexibilität. Besonders: Die Absaugleistung passt sich der tatsächlichen Nutzung der Maschinen an – ein Plus für Energieverbrauch und Luftqualität. Eine gezielte Luftführung vermeidet Rückströmungen und macht damit die Arbeit sicherer. Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen

Energie, Platz und Ressourcen sparen
Die gesamte Lufttechnik ist darauf ausgelegt, Ressourcen zu schonen. Dafür regelt sie die Luftmenge bedarfsgerecht. Die Rückluft wird wahlweise über ein spezielles Modul in die Halle zurück- oder nach außen abgeführt. Mit einer Lautstärke von etwa 67 Dezibel arbeitet die Anlage vergleichsweise leise – ein Vorteil für die Gesundheit der Beschäftigten und ein Beitrag für die Lern- und Arbeitsatmosphäre. Auch in Sachen Wartungs- und Betriebskosten bringt die neue Technik der JVA Vorteile: Die Anlage ist auf Langlebigkeit ausgelegt und robuster als ihr Vorgänger – eine sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvolle Investition.
Montage unter Sicherheitsauflagen
Umgesetzt wurde das Projekt innerhalb weniger Wochen – unter den besonderen Bedingungen des Justizvollzugs mit seinen strengen Sicherheitsauflagen. Transporte, Kranarbeiten und Zugangskontrollen wurden gemeinsam mit der JVA abgestimmt. Höcker übernahm auch die Erneuerung der alten Verkabelung. Der Austausch zwischen Montage und Anstalt lief reibungslos, um selbst unter schwierigen Bedingungen strukturiert und störungsfrei arbeiten zu können. Gestört wurde der Betrieb dabei nicht.
Mit Technik zurück ins Leben
Das Projekt in Geldern zeigt: Moderne Industrieanlagen sind nicht nur in klassischen Produktionshallen sinnvoll, sondern auch in sozialen und staatlichen Einrichtungen. Es unterstreicht, dass Technik auch Grundlage für sinnvolle Arbeit, Qualifikation und gesellschaftliche Reintegration sein kann. „Ich bin stolz auf dieses Projekt“, sagt Selbach, „weil es zeigt, dass auch unter besonderen Bedingungen Höchstleistung möglich ist – technisch wie menschlich.“ Mit der neuen Filteranlage setzt die JVA Geldern ein Zeichen für zeitgemäße Technik im Justizvollzug – und für einen bewussten Umgang mit Energie, Raum und Verantwortung.















