Seit einigen Jahren arbeiten Weinmann und Engelhardt + Geissbauer eng zusammen. Wie sind Sie damals in Kontakt gekommen?
Stefan Bauereiß: Der erste Kontakt war im Jahr 2012, als wir einen Montagetisch erwerben wollten. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon zwei Montagetische von anderen Herstellern und überlegten, die Produktion um einen Tisch zu erweitern und unsere Kapazitäten auszubauen. Es war eher Zufall, von Weinmann zu erfahren. Daraufhin entstand ein Termin mit einem Vertriebsmitarbeiter. Als wir unser Anliegen erläuterten, sah er uns überrascht an und sagte: „Ein Montagetisch ist nichts für euch, ihr braucht eine Multifunktionsbrücke.“ Schließlich kauften wir eine Brücke und entschieden gleichzeitig, dass wir für sie und die vorhandenen Montagetische eine neue Halle brauchten, die wir dann auch gebaut haben. Uns ist im Laufe der Gespräche aber auch klar geworden, dass die Multifunktionsbrücke nur funktioniert, wenn die Rahmenbedingungen ebenfalls passen. So eine Maschine vom Himmel in die Produktionshalle fallen zu lassen, wird keinen optimalen Produktionsablauf herbeiführen. Materialzufuhr, Entsorgung und viele weitere Faktoren müssen stimmig sein, damit ein gewisser Fluss entsteht. Genau über dieses Thema wurde schon im ersten Gespräch beraten. So sind wir damals zu unserer ersten Anlage gekommen, die 2013 installiert wurde.
Nach vielen erfolgreichen Jahren gab es 2021 mit dem Hallenbrand ein einschneidendes Ereignis. Was ist damals passiert?
Im Mai 2021 hat bei uns aufgrund eines Kurzschlusses an einem Kompressor die Produktionshalle gebrannt. Leider passierte das an einem Feiertag, sodass der Brand spät erkannt wurde. An diesem Tag fielen unsere Wandlinie, eine Multifunktionsbrücke und vier Montagetische den Flammen zum Opfer. Bereits am Abend haben wir darüber diskutiert, wie es für die Firma weitergehen sollte. Wir riefen noch am selben Tag bei Weinmann an und schilderten unser Problem. Uns war sofort klar, dass wir die Produktion nicht 1:1 wieder aufbauen konnten, da wir damals mit 35 bis 40 Häusern pro Jahr an der absoluten Kapazitätsgrenze waren. Aber wir haben uns schnell entschlossen, die Produktion zu erweitern und eine neue Halle zu bauen. Das hat die Kapazitäten der Außenwände mehr als verdoppelt. Am alten, abgebrannten Standort ist nun eine reine Dachdeckenlinie verbaut. Keinem Kollegen, der einen holzverarbeitenden Betrieb hat, wünsche ich ein vergleichbares Erlebnis. Im Nachgang hat man eine tolle Halle und eine schöne Produktion – aber den Weg dorthin, den muss man kein zweites Mal gehen.
Das war sicher eine aufreibende Zeit für Sie und das Team von Engelhardt + Geissbauer. Wie hat Weinmann Sie unterstützt?
Wir pflegen schon immer einen guten Kontakt zu Weinmann. Mit dem Vertriebskollegen Stefan Rach haben wir mittlerweile schon fast einen freundschaftlichen Umgang, er hat uns damals hervorragend betreut. Und ohne Weinmann hätten wir den Wiederaufbau in dieser Zeit nicht geschafft. Denn mein Ziel war es, ein Jahr nach dem Brand wieder zu produzieren, was den Bau einer neuen Halle und einer neuen Produktionslinie beinhaltete. Trotz aller Hindernisse haben wir es geschafft, die neue Halle bis Weihnachten 2021 fertigzustellen, sodass Weinmann wie vereinbart im darauffolgenden Januar die neue Anlage aufbauen konnte. Natürlich gab es auch Diskussionen. Aber wir haben gemerkt, dass alle Beteiligten versucht haben, miteinander zu arbeiten statt gegeneinander. Auch in der Zeit, als es wirklich eng und kritisch wurde, haben wir mit Weinmann gemeinsame Lösungen gefunden, und das immer auf Augenhöhe. Das war beeindruckend und hat im Nachgang sogar ein bisschen Spaß gemacht. Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen
Was macht in Ihren Augen eine gute Zusammenarbeit zwischen zwei Unternehmen aus?
In einer Partnerschaft ist es wichtig, auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. Es wird immer Situationen geben, in denen ein Beteiligter bessergestellt ist – und Situationen, in denen es andersherum ist. Diese Balance sollte meiner Meinung nach keine Partei ausnutzen. Insbesondere in Zeiten von Materialengpässen und den damit einhergehenden Preissteigerungen haben wir gemerkt, mit wem wir gut und partnerschaftlich zusammenarbeiten können. Meine Devise ist hier Kontinuität auf Augenhöhe. Dann macht es auch Spaß, füreinander da zu sein, und so kommt man gemeinsam gut durch alle Zeiten.
Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit Weinmann?
Dass wir gleichberechtigt agieren und uns nicht gegenseitig ausnutzen. Das macht Spaß und ist für mich wesentlich, um langfristig zusammenzuarbeiten.
In der Vergangenheit haben Sie nicht nur auf die Anlagen von Weinmann gesetzt, sondern auch Dienstleistungen wie die Produktionsbegleitung der Weinmann Academy in Anspruch genommen. Würden Sie die Lösungen anderen Unternehmen im Hinblick auf das Spektrum an Produkten und Dienstleistungen weiterempfehlen und wenn ja, warum?
Ja, weil sie funktionieren. Die Weinmann-Experten wissen genau, was sie tun, und haben zahlreiche Anlagen bei diversen Kunden realisiert. Die Lösungen sind einfach für Zimmerleute gemacht. Es gibt auch andere Wettbewerber, jedoch müssen die Maschinen im Hausbau vernünftig konstruiert sein und gewissen Belastungen standhalten können. Dabei ist es nicht bloß ein Tisch, eine Brücke oder irgendeine Software, die zum Erfolg führen. Alle beeinflussenden Komponenten müssen bei einer Anlage ideal aufeinander abgestimmt sein. Hier hat uns Weinmann überzeugt.
Ihr Unternehmen hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt. Geben Sie uns einen Ausblick für die Zukunft?
Unser Ziel ist weiterhin, jedes Jahr zu wachsen. Gerade im mehrgeschossigen Wohnungs- und dem Objektbau sehe ich viel Potenzial. Das wird das Segment sein, in dem wir uns noch aktiver einbringen. Generell sehe ich die Zukunft für den Holzbau in Deutschland noch lange nicht am Ende. Wir von Engelhardt + Geissbauer sind mittlerweile bestens aufgestellt – insbesondere durch die letzte Investition in die Außenwandlinie.















