
Die Skelettbauweise folgt dem architektonischen Anspruch des Gebäudes. Insbesondere im Erdgeschoss mit Foyer sind die Flächen durch die mobilen Trennwände flexibel nutzbar. Möglich ist das dank der Tragwerkskonstruktion mit dem punktgestützten Verbindungs- und Verstärkungssystem Rothoblaas Spider und Rothoblaas Pillar sowie des neuen Fügesystems Rothoblaas TC Fusion. Das Verbindungs- und Verstärkungssystem vereint im Mehrgeschossbau die ästhetischen und ökologischen Aspekte des Holzbaus mit den architektonischen und konstruktiven Vorteilen einer punktgestützten Decke in Stahlbetonbauweise. Zudem schafft es eine Lastdurchleitung von 5.000kN vertikal wirkender Kraft von Stütze zu Stütze und ein Stützenraster von 7x7m. Die Durchstanzbewehrung mit den spinnennetzartigen Anschlüssen ermöglicht nun erstmals den unterzugfreien Bau von mehrgeschossigen Gebäuden mit einer Stützen-Decken-Konstruktion in Holzbauweise. Rothoblaas Spider ist berechnet und zugelassen für Brettsperrholz-, sowie Holz- und Baubuche-Decken und Stahlstützen. Bei dem Projekt wurden acht Rothoblaas Spider SPI 80m 6 und 16 Rothoblaas Pillar PIL 80m 240 für die Stützen installiert. Die Deckenelemente über Erd- und erstes Obergeschoss wurden mit einer Kreuzverschraubung im doppelten 45°-Winkel quer mit Vollgewindeschrauben Rothoblaas 9x300mm für die Platten-Querstöße befestigt, die Deckenelemente im zweiten Obergeschoss mit Vollgewindeschrauben Rothoblaas 9x240mm.
Fügesystem verbindet Deckenelemente
Das Fügesystem Rothoblaas TC Fusion stellt statisch belastbare Verbindungen von Brettsperrholzdecken her. Dazu wurden in der Vorfertigung der Brettsperrholzelemente 1.680 Gewindestangen Rothoblaas RTR16 mit Holzgewinde (16mmx730mm) im Abstand von 250mm an der Längsseite 500mm tief in die Brettsperrholzplatten mit einer Überkragung zum Plattenrand von 230mm eingeschraubt. Beim Versetzen der Plattenelemente auf der Baustelle übergriffen die Gewindestangen des benachbarten Elements und bildeten eine Fuge von 275mm aus. Die Gewindestangen wurden im Abstand von 125mm mit vorgefertigten Bewehrungskörben verbunden, die Längsseiten der Wangen der BSP-Platten mit Rothoblaas Protect Band 500, die Fuge mit dem Dichtband Rothoblaas Flexi Band 7575 abgeklebt und mit Ortbeton ausgegossen. Nachdem das Beton ausgehärtet war, wurden Biegung und Querkräfte mittels der Gewindestangen zwischen den Brettsperrholzelementen übertragen. Holzbau Layh hat die Außenwände in Holzrahmenbauweise in Vorfertigung hergestellt. Die Massivholzschalung mit einem 22mm starken Nut-Feder-Profil aus Weißtanne wird bauseitig montiert. Die dreifach verglasten Pfosten-Riegel-Fassaden im Erdgeschoss und an der Nordfassade des Foyers sowie die sonstigen Fensterelemente werden als Holz-Alu-Konstruktion realisiert.
















