Vom Familienbetrieb zum Familienbetrieb

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Im Schweizer Fenkrieden/Sins fertigt Stocker Fensterbau seit Generationen hochwertige Fenster. – Bild: Weinig Vertrieb und Service GmbH & Co. KG

Aus einer kleinen Dorfschreinerei heraus entstanden, reichen die Wurzeln des Schweizer Familienbetriebs Stocker Fensterbau über mehrere Generationen bis ins letzte Jahrhundert zurück. Anfang der 1980er-Jahre übernahm Hans Stocker den Betrieb von seinem Vater, spezialisierte sich auf Fensterbau und wandelte das Unternehmen in eine AG um. Der neugegründete, aber traditionsreiche Betrieb blieb seinen Ursprüngen treu und bezog neue, größere und vor allem modernere Räumlichkeiten unweit des alten Standorts. Die Ausstellungsräume im Firmensitz zeigen anschaulich: Die Spezialisten aus Fenkrieden/Sins verstehen ihr Handwerk. Die ansehnlichen und vor Lärm und Wetter isolierenden Fenster sind genauso wie die Hebeschiebetüren ‚Made in Sins‘ und basieren zu 100 Prozent auf Rohstoffen von Schweizer Lieferanten. Die 25 Mitarbeiter, die sich im Büro, in der Produktion und auf der Montage tummeln, produzieren im Jahr rund 4.000 individuelle und funktionale Fenster und Türen.

Eine Familie nach der anderen

2013 suchte der Seniorchef aus Altersgründen einen Nachfolger, der das Unternehmen in seinem Sinne, aber eigenständig weiterführen und dabei auch die Zukunftsfähigkeit des Betriebs sichern würde. Mit Daniel Egli bot sich eine naheliegende, interne Lösung an, die sich als ideal erweisen sollte. Egli hatte 2001 als erste Bürokraft bei den Fensterbauern angefangen und über die Jahre eng mit Stocker zusammengearbeitet. Inzwischen sind auch seine Tochter und der Schwiegersohn für die AG tätig – und der Familienbetrieb blieb nach der Übernahme ein Familienbetrieb.

Fenster mit eingebautem Mehrwert

Stocker legt bei der Produktion seiner ästhetischen und funktionalen Holz-Holz- und Holz-Metallfenster Wert auf Qualität, Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Das spiegelt sich in der modernen Fertigung wider. Die Abnehmer der rahmenbewährten Fenster sind zu gleichen Teilen private Bauherren und Architekten sowie Holzbauer, Zimmereien und andere Schreinereien. Die Kunden kommen in der Regel aus der Region, die großzügig bis zur Züricher Altstadt reicht, in der Stocker typgerechte Fenster für denkmalgeschützte Gebäude gefertigt hat. Und regional reicht manchmal sogar über die Alpen bis ins Mittelmeer: Zufriedene Kunden generieren Empfehlungen, und so erfolgte im Herbst 2024 die Produktion von Fenstern im Auftrag einer Drittfirma für einen Villenumbau auf Mallorca.

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Die Solid Finish RF 300 verfügt über eine Schleifbreite von 300mm. – Bild: Weinig Vertrieb und Service GmbH & Co. KG

Handwerk kombiniert mit Automation

Für die Güte der fertigen Produkte sind die gut ausgebildeten Schreiner verantwortlich, die nicht nur blind die Anlagen bedienen, sondern mit einem besonderen Flair für ihr Handwerk ausgestattet sind. Der moderne Maschinenpark steht den manuellen Fähigkeiten der Mitarbeiter nicht nach, und für die kleine Betriebsgröße ist der Automatisierungsgrad hoch: Er reicht von einer Optimierungskappsäge mit Puffer bei Beschickung über eine verkettete CNC-Hobel-Schleiflinie inklusive automatischer Abstapelung und anschließender automatischer Beleimung der Dübellöcher und Hirnholzflächen bis zum Lackierautomat für die Fensterbeschichtung.

Qualitätsanspruch, der verbindet

Alles in allem legt Stocker neben der Auswahl der Maschinen viel Wert auf familiären, persönlichen Umgang und langjährige, partnerschaftliche Zusammenarbeit – im Haus und mit Kunden und Lieferanten. Aufgrund des hohen Qualitätsstandards haben sich die Fensterbauer als erfolgreicher Player in Marktnischen etabliert. Voraussetzung dafür ist eine effiziente Fertigung, die auf zeitgemäß eingerichteten Arbeitsplätzen und modernen Produktionsanlagen basiert. Und letztere haben es in sich, wie Christoph Schwab berichtet. Der Produktionsleiter ist auch Mitglied der Geschäftsleitung und weiß aufgrund seiner Erfahrung als Möbelschreiner und Holzingenieur, worauf es bei der Ausstattung der Werkstatt ankommt: „Solider Maschinenbau, präzise Technik und ein guter Kundendienst – dann steht einer langjährigen Zusammenarbeit nichts im Weg.“ Mit Weinig verbindet ihn dieser Qualitätsanspruch, und die langjährige Zusammenarbeit hat sich bewährt. Schon Seniorchef Stocker schätzte von Anbeginn an die Kompetenz und die Lösungen des Tauberbischofsheimers Herstellers, berichtet Schwab. „Die Technik ist top, die Qualität außergewöhnlich und die Projektabwicklung samt Service lösungsorientiert. Kein Wunder also, dass alle Bereiche, die Weinig anbietet, auch mit Anlagen von Weinig ausgestattet sind.“

Der Weg des Fensters

Das zeigt ein Blick in die Werkstatt, in der Stocker die gesamte Prozesskette der Produktion mit moderner Weinig-Technologie abdeckt – und zwar vom Zuschnitt über das Hobeln und Schleifen bis zur Profilierung und dem abschließenden Leimen und Dübeln. „Alles aus einer Hand – damit sind wir effizient, flexibel und steigern die Wertschöpfung nachhaltig. Das Zusammenspiel der einzelnen Maschinen sorgt für hochwertige Ergebnisse mit gelungenen Oberflächen und bildet die Basis für eine gleichmäßige Lackierung – und letztendlich für die Qualität und Beständigkeit unserer Fenster.“

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Nur mit gut ausgebildeten Schreinern arbeiten Maschinen effizient. – Bild: Weinig Vertrieb und Service GmbH & Co. KG

Aller Anfang ist kappen

Die Produktion startet mit der universell einsetzbaren automatischen Optimierungskappsäge Solid Cut PF 900, die für den verschnittoptimierten und kommissionsbezogenen Zuschnitt der Fensterkanteln sorgt. Die Anwender schätzen vom Einzelzuschnitt bis zur Serienfertigung ihre Schnittgenauigkeit und Flexibilität bei einem hohen Maß an Sicherheit – und das ab Losgröße 1 und im Einmannbetrieb. Mit dem Universaltalent sind Pakete, Profile, Einzelbretter oder Rundstäbe nahezu ohne ein Verstellen der Maschine möglich. Werkstückgewichte bis zu 100kg bei einer Positioniergenauigkeit von ±0,5mm zeichnen das Modell aus. Wie bei fast allen Produkten bietet Weinig seinen Kunden auch bei der Solid Cut viele nachrüstbare Optionen, z.B. Sortierung und Werkstückkennzeichnung.

Vierseitige Power

Für das anschließende vierseitige Hobeln der Fensterkanteln mit sechs Wellen steht die modular aufgebaute Solid Profile P 700 bereit. Beim Hobeln sorgt die spezielle Anordnung der Messer für die Minimierung von Ausrissen. Mit einer Spindeldrehzahl von 7.000U/min sorgt die Maschine für eine hohe Laufmeterleistung. „Die Oberflächenqualität beginnt nicht mit dem Schleifen, sondern mit dem Hobeln. Eine feingehobelte Oberfläche ist die Voraussetzung für eine schöne und hochwertige lasierte Oberfläche. Die Solid Profile P schafft das in Kombination mit der Schleifmaschine.“ Schwab weiß um die Bedeutung der Kehlmaschine in der Prozesskette und führt damit zur nächsten Station auf dem Weg des Fensters.

„Die Wunderbare“

Das ist eine auch als Stähle-Hess Saturn Quattro bekannte Weinig Solid Finish RF 300. Die doppelseitig von oben und unten schleifende Einzelschleifmaschine mit einem Schleifaggregat pro Seite verfügt über eine Schleifbreite von 300mm. Hier erfolgt das Schleifen der Innen- und Außenflächen der Fensterkanteln. Abhängig von der Holzart und der abschließenden deckenden oder lasierenden Oberflächenbehandlung erfolgt dieser Prozess mit dem Bandschliff und/oder dem Rotofinish-Aggregat. „Nur die Qualität zählt“, stellt Schwab klar, „und die erreichen wir mit dem Rotofinish-Aggregat, teilweise in Kombination mit dem Bandschliffaggregat. Das Resultat ist eine gleichmäßige Oberfläche bei lasierten Teilen. Bei deckend lackierten Werkstücken arbeiten wir nur mit dem Rotofinish-Aggregat. Das heißt, wir haben gar keinen Holzabtrag, sondern eigentlich nur noch die Fasern, die nach dem Hobeln stehen bleiben – und die kappen wir quer ab, um den Zwischenschliff zu minimieren und möglichst wenig Arbeitsaufwand zu generieren.“ Weinig-Produktmanager David Eberhardt hebt die Vorteile hervor: „Mit dem Rotofinish-System werden über einen kontrollierten Querschliff Holzfasern gekappt – ohne Querkratzer. In Verbindung mit einer gut vorbereiteten, gehobelten Oberfläche ein unschlagbares System, um gleichmäßig beschichtete Oberflächen zu erhalten und den Aufwand beim Zwischenschliff auf ein Minimum zu reduzieren bzw. zu eliminieren.“ Und zwar so gut, dass Schwab die Schleifmaschine nur als „die Wunderbare“ bezeichnet.

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Stocker Fensterbau setzt schon seit seinen Anfängen auf Maschinen von Weinig — neben der Maschinenqualität auch wegen des Service. – Bild: Weinig Vertrieb und Service GmbH & Co. KG

Von wegen betagt

Als Herzstück der Fertigung bei Stocker präsentiert sich eine Solid CNC CR 700. Hier wird das angelieferte und fein geschliffene Holz vollautomatisch und präzise auf drei Arbeitsportalen zu allen gewünschten Profilgrößen und -typen verarbeitet. Die Profilierung der Fensterteile erfolgt vierseitig (zweimal längs und zweimal quer) inklusive der Bohrungen und Ausfräsungen für die Eckverbindungen und Beschläge. „Eckverbindungen, Längskonturbearbeitungen, Bohrungen und Ein- oder Einsatzfräsungen? Dafür kommt nur die Solid CNC CR infrage!“ Eberhardt weiß als studierter Maschinenbauer, worauf sich seine Kunden in der Praxis verlassen können. „Technisch ist sie immer noch top, auch wenn die Gute mit ihren 14 Jahren schon etwas älter ist und für eine moderne Maschine ziemlich betagt scheint, aber sie wird noch ein paar Jahre ihren Dienst bei uns verrichten – mit der von Weinig gewohnten Qualität“, sagt Schwab. „Die Frage, von welchem Hersteller wir irgendwann ein Nachfolgemodell ordern, erübrigt sich wohl.“ Abschließend steht der Dübeleintreib- und Beleimautomat UniPin 200 mit 3-Achs-CNC-Steuerung bereit und übernimmt die elektronisch dosierte Beleimung der Dübellöcher und der Hirnholzfläche plus das sichere Eintreiben der Dübel mit überwachter Einpresstiefe.

Vorteil Mensch – und passgenaue Maschinen

„Wir bieten unseren Kunden hohe Flexibilität, er kann entscheiden, was er will und braucht.“ Für Produktmanager Eberhardt sind die Prioritäten klar gesetzt. Das kann Schwab nur bestätigen: „Auf unsere Bedürfnisse wird detailliert eingegangen, gemeinsam nach Lösungen gesucht und die daraus resultierenden Spezifikationen werden genaustens geplant und umgesetzt. Das menschlich-angenehme Team von Weinig ist auf allen Ebenen hilfsbereit – und zwar vom Verkauf bis zur Montage und dem Service. Und die Qualität der Maschinen steht außer Frage. Wir sind jedenfalls bereit für die Zukunft.“

Zu guter Letzt…

…bleiben für Schwab bei der Zusammenarbeit mit Weinig kaum Wünsche offen. „Deutschland ist zwar nah, aber gut ausgebildete Weinig-Techniker und ein großes Ersatzteillager direkt in der Schweiz wären praktisch, um die Wege kurz zu halten und bei Störungen oder Stillständen rasch reagieren zu können. Das ist aber auch schon alles.“ Ohne diese grenzüberschreitenden Wünsche ist das Fazit für Stocker Fensterbau eindeutig: „Zu unserer vollsten Zufriedenheit“, fasst es der lächelnde Produktionsleiter zusammen.