Software und Maschinen verketten

Unter Business Intelligence verstand Prof. Stefan Jack von der Berner Fachhochschule die herstellerübergreifende Verkettung von Software und Maschinen. Die Problemstellung, entlang der Wertschöpfungskette in einem holzverarbeitenden Betrieb 6 bis 14 Datenbanken vorzufinden, war sein Ansatz. Ein Datenaustausch zwischen verschiedenen Maschinen sei oft nicht möglich, weil es im Normalfall keine gemeinsame Datenhaltung für die Übertragung und Verarbeitung gibt – die Basis von Fehlerquellen. Sein Vorschlag: Die Abstimmung der Parametrierungen und Schnittstellen mit gemeinsamen Datenformaten und gemeinsam genutzter Datenbank. Das heißt, in einer verketteten Produktion müssen die einzelnen Businessprozesse und Teilfunktionen der unterschiedlichen Gewerke genau abgebildet werden. Die Werkstatt der Zukunft sollte damit laut Jack eine Plattform mit digitaler Transformation der Produktionsumgebung im Maßstab 1:1 besitzen.

Automatisierte Produktion im Objekt- und Modulbau

 Podiumsdiskussion (vli): Manfred Haslmayr, Stefan Barbaric, Moderator Andreas Leopold Schadt, Prof. Stefan Jack, Frank Xaver Völkl, Thomas Czwielong
Podiumsdiskussion (vli): Manfred Haslmayr, Stefan Barbaric, Moderator Andreas Leopold Schadt, Prof. Stefan Jack, Frank Xaver Völkl, Thomas CzwielongBild: Reichenbacher Hamuel GmbH

Im letzten Vortrag sprach Frank Xaver Völkl, Geschäftsführer von Direkt CNC-Systeme, über flexible automatisierte Produktion im anspruchsvollen Objekt- und Modulbau – und verwies dabei auf die Erfahrung bei der Entwicklung von CAM-Systemen und dem maschinenneutralen WOP-Programm NC-HOPS. Standardisierte Formate sollten seiner Ansicht nach Anwendern die vollautomatisierte Übernahme ganzer Bauvorhaben aus allen gängigen Holzbau-CADs über BTLX-Import ermöglichen. Das heißt, Teile können in BTLX-Viewer und in NC-HOPS geprüft, einzelne Teile nach Material und gewählter Bearbeitungsstrategie vollautomatisch angelegt, auf Kollision geprüft und die Dateien an die Maschine übergeben werden. Völkl betonte, dass mit Blick auf die Personalsituation in vielen Betrieben vor allem intuitive Einstiegsdialoge für Neuanwender im Fokus stehen sollten – ohne die hohen Anforderungen erfahrener Nutzer in Bezug auf Automatisierung, Performance und Schnittstellen aus dem Auge zu verlieren. Am Beispiel Bauer Holzbau verdeutlichte er, wie die Nesting-Funktion der Software die automatische Verarbeitung verschiedener Materialien für den hochwertigen modularen Objektbau ermöglicht hat.

Durchgängige Datenverarbeitung

In der abschließenden Podiumsdiskussion waren sich alle einig, dass eine durchgängige Datenverarbeitung und damit verbunden eine ausgebaute Automatisierung der Produktionsanlagen das vorherrschende Ziel sein sollte. Czwielong hob hervor, dass der Aufwand auch für kleinere Holzverarbeiter zu stemmen sein muss und verwies in dem Zusammenhang auf nachhaltiges Wirtschaften, in dem man nicht immer nur von neuen Anlagen spricht. Schließlich sei es mit Retrofit möglich, auch ältere Anlagen mit neuen Steuerungen und neuen technischen Details fit zu machen für die Zukunft.

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