Ordnung im Stapel-Chaos

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Stapel ist nicht gleich Stapel – auf die richtige Ordnung kommt es an. – Bild: Ulrich Rotte Anlagenbau und Fördertechnik GmbH

Immer mehr Kunden wünschen sich personalisierte Produkte. Sie sollen genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sein – von der maßgeschneiderten Küche über das selbstkonfigurierte Auto bis hin zur individualisierten Verpackung: In vielen Branchen stellen Verbraucher ihr Unikat heute selbst zusammen. Insbesondere im Möbelsegment, wo sich der Kunde seine Einrichtungsgegenstände konfiguriert, ganz nach persönlichen Vorlieben. Industrie 4.0 macht’s möglich. Deshalb beherrscht Losgröße 1 zunehmend die Fertigung der Möbelhersteller – und macht eine verlässliche interne Produktionslogistik unabdingbar.

Herausforderung chaotischer Materialfluss

Auch der Küchenhersteller Burger Küchen legt seinen Schwerpunkt aus diesem Grund auf höhere Prozesssicherheit und Fehlervermeidung, wenn er neue Fertigungslinien plant. Herausfordernd: den komplexen Fertigungsschritt zu automatisieren, Holzplatten frei auf Paletten zu packen, die aus einem chaotischen Materialfluss zugeführt werden. Zwei wesentliche Bausteine sind dafür erforderlich: eine Software zur Stapelbildung sowie ein Transport- und Handlingskonzept für die Fronten und Korpusteile.

Iterationsschritte zur Simulation

Während der eigentlichen Beauftragung des Anlagenkonzepts entschieden sich Burger und Rotte für eine Materialflusssimulation – immerhin war der Prozess ausgesprochen komplex. In enger Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Unity aus Paderborn gingen die Partner dieses Projekt an. In vielen aufeinander aufbauenden Iterationsschritten hinsichtlich Layoutgestaltung und angewendeter Bearbeitungsstrategien trimmte man die Simulation auf die erforderliche Durchsatzleistung.

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Eine zu schnelle Einlastung von Bauteilen überhäuft das mittlere Förderband. Hier ist eine Lösung gefragt. – Bild: Ulrich Rotte Anlagenbau und Fördertechnik GmbH

Packbildszenarien geprüft und validiert

Um die Software zur Stapelbildung weiterzuentwickeln und zu optimieren, stellte sich in diesem Zusammenhang etwas heraus: Offenbar war es nötig, die Stapelbildqualitäten zu validieren. Nur so konnte Burger ein stabiles und möglichst dicht gepacktes Stapelergebnis erhalten, das sich auch für den weiteren Transport eignete. Also entwickelte Rotte gemeinsam mit Unity eine Software zur Stapelüberprüfung, und zwar über die eigentliche Materialflusssimulation hinaus. Sie überprüft mögliche Packbildszenarien. Die eigentliche Kompetenz der Stapelbildung konnte man so durch Prüf- und Visualisierungswerkzeuge weiterentwickeln.

Logistikmodelle beseitigen Chaos

Gemeinsam mit der Simulation von Logistikmodellen entwarf Rotte Strategien, die die Herausforderungen in Sachen Komplexität, Schnelligkeit und chaotischer Teilefluss berücksichtigen. Die gewonnen Strategien integrierte man anschließend in die Anlage. Und erreichte so das anspruchsvolle Ziel, mithilfe von Simulation das automatisierte Stapeln nach freien und vorgegebenen Packbildern umzusetzen. Eine Optimierung für den gesamten internen Materialfluss.