
„Die neue Anlage ist nicht nur für uns, sondern auch für IMA Schelling etwas Besonderes“ erklärt Johannes Schwerdt, Technischer Leiter bei Grauthoff Türen im nordrheinwestfälischen Rietberg. Das 1956 gegründete Familienunternehmen fertigt in seinen Werken in Rietberg und Güsten (Sachsen-Anhalt) anspruchsvoll gestaltete Türen und Zargen für den Innenbereich. Mit der neuen vollautomatischen Türfalzanlage, die als erste ihrer Art mit Lasertechnologie und Verleimteil ausgestattet ist, stieg Grauthoff in die vollautomatische digitalisierte Kantenfertigung ein.
Erstmals Nullfuge für alle Falzvarianten
Kern der neuen Bearbeitungsanlage zum Formatieren und Kantenbearbeiten von Türen ist eine 1,5-seitige Türfalzmaschine vom Typ Combima mit Diodenlaser und Verleimteil für zwei Klebstofffarben- und -arten, die im automatischen Wechsel zum Einsatz kommen. „Diese Kombination gibt es exklusiv nur bei uns“, sagt Dennis Reddig, Product Manager Edgebanding bei IMA Schelling. Damit ist die Maschine in der Lage, jede Art von Tür zu bearbeiten. Das Besondere: Die Laserbekantung, die bislang nur für stumpf einschlagende Türen mit geraden oder bis 3° schrägen Kanten zur Verfügung stand, kann jetzt auch bei allen anderen Falzvarianten – selbst bei Doppelfälzen mit einer 2-mm Kunststoffdickkante – genutzt werden. „Die gelaserten Kanten und Fälze geben unseren Türen ein noch hochwertigeres Aussehen. Sie wirken wie lackiert, sind allerdings deutlich wirtschaftlicher in der Fertigung und strapazierfähiger im Gebrauch“, betont Johannes Schwerdt die Vorteile der neuen Anlage. Ein weiterer Vorteil: Der geräuschlose Diodenlaser benötigt keine Aufwärmzeit. Er ist sofort einsatzbereit und stellt sich innerhalb der normalen Werkstücklücke automatisch auf die unterschiedlichen Kanteneigenschaften ein. Energie wird ausschließlich während der Bekantung verbraucht, also wenn das Werkstück den Laser durchläuft – nicht in der Rüstlücke. Dadurch arbeitet die Anlage besonders energieeffizient. Da die Energie des Lasers ausschließlich punktuell an der Kante wirkt, werden umliegende Komponenten nicht erwärmt.
Überragende Variantenvielfalt
Für die neue vollautomatische Türfalzanlage setzte Grauthoff seine EDV komplett neu auf und führte in diesem Zusammenhang ein auf KI (künstliche Intelligenz) basierendes Fertigungsleitsystem ein. Diese Veränderung bedeutete vor allem für die Mitarbeiter im Werk eine Umstellung. Sie wurden in umfangreichen Schulungen auf die veränderten Anforderungen vorbereitet. Doch es hat sich gelohnt: „Mit der Losgröße-1-Anlage und der KI-basierten Fertigungssteuerung sind wir maximal flexibel was die Türstärken, Falzausprägung und Kantenmaterialien betrifft. Und wir können heute auch Türen mit Nullfugen-Dickschichtkante und Postforming-Türen fertigen, was uns vorher in dieser Flexibilität nicht möglich war“, führt Johannes Schwerdt fort. Der Anteil der zuvor nur in kleinem Umfang produzierten HPL Türen konnte ebenfalls deutlich ausgebaut werden.
















