Heute schon mit morgen produzieren

 Auf rund 360m² Fläche auf der Ligna bot ein Ausschnitt aus einer Produktionslinie den Besuchern Anlass, KI in der Furnierbearbeitung zu erleben.
Auf rund 360m² Fläche auf der Ligna bot ein Ausschnitt aus einer Produktionslinie den Besuchern Anlass, KI in der Furnierbearbeitung zu erleben.Bild: Kuper GmbH & Co. KG

Zu einer fortschrittlichen Zukunft gehören nicht Visionen, es braucht auch handfeste Beispiele. Doch wie lassen sich aktuelle und künftige Herausforderungen der Furnierindustrie bewältigen – am besten schon heute? Mit der Face Veneer Line inklusive automatisiertem Auflegen bot Kuper auf der Ligna 2025 eine Antwort. Der Ausschnitt aus einer Produktionslinie zeigte das Vereinzeln der Furnierblätter, die kamerabasierte Detektion von Fehlern sowie eine automatisierte Zuführung der einzelnen Blätter zur Zusammensetzung in der Kuper ACR, inklusive einer Wendestation zur Herstellung verschiedener Furnierbilder.

Automation trifft Kamera-KI-System

Die in Hannover erstmals einem breiten Publikum vorgestellte Anlage ist das Ergebnis eines Kundenprojekts. Sie ist außerdem eine Zusammenarbeit zwischen Kuper und Beckhoff, dessen PC-basierte Steuerungstechnik die Grundlage der Anlage bildet. Mit der Kombination aus Automationslösung und kamerabasiertem KI-System präsentierte Kuper die Vorstufe eines Gesamtkonzepts: Es erkennt Fehler im Holz eigenständig und beseitigt sie effizient durch geeignete Eingriffe. Damit vereint das Unternehmen erprobte Fertigungsmethoden mit neuartiger KI-Technologie in einer Systemlösung. Der zunehmende Fachkräftemangel und die wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung lassen sich so gezielt angehen.

Moderne Lösungen brauchen moderne Strategien

Neben der Produktionslinie erwartete die Besucher des Messestands auch die bewährte Kuper FLI, die Furnier zusammensetzt. Bei ihr laufen Fugenverleimung und Service-Digitalisierung zusammen. Ausgestattet mit dem Industrie-4.0-Modul, werden einerseits Betriebsdaten und Produktivitätskennzahlen erfasst und zur Auswertung bereitgestellt. Andererseits ist Fernzugriff möglich, sowohl auf Anlagen vor Ort als auch auf laufende Anlagen am Firmenstammsitz. Die Botschaft: Moderne Systemlösungen brauchen fortschrittliche Technologien. Anwender, die ihre Prozesse optimieren wollen, unterstützen sie mit intelligenter Automatisierung – und bereichern so Wettbewerbsstrategien in den Bereichen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz.

Künstliche Intelligenz gegen Maschinenausfall

Einen Ausblick in die Zukunft gab es in Hannover ebenfalls zu sehen: ein laufendes Projekt, bei dem ein KI-System lernt, Maschinennutzer bei der Fehlersuche im Störungsfall zu unterstützen. Ziele sind eine eigenständige Diagnose und eine schnelle Fehlerbehebung. Durch eine Leitfadenstruktur lassen sich Probleme zielgerichtet spezifizieren und Handlungsanweisungen zur Selbsthilfe ermitteln. Das reduziert Servicekosten und Stillstandzeiten. „All unsere Lösungen und Ansätze nehmen sich zentralen Problem der Branche an und bieten praktische Strategien“, sagt Geschäftsführer Gerd Meurer. „Damit spekulieren wir nicht länger, was eventuell irgendwann möglich sein könnte – wir bieten schon heute konkrete Lösungen.“