
55m lang, 30m breit, 15 Firsthöhe. Urs Haller kennt die Maße der neuen Fertigungshalle aus dem Effeff. Gerne hätte er die Halle noch länger gebaut, aber die Grundstücksgrenze setzte das Limit. Ans Limit des Bearbeitungstischs wiederum musste er jüngst für den Neubau von ENRW gehen, einem Energieversorger im nahen Rottweil. Für das Großprojekt hat er 4,50x17m große Wand- und 4,20x18m große Deckenelemente produziert. Heute geht das Rolltor auf, ein Sattelschlepper mit OSB-Platten fährt ein. Auf drei Ebenen bewegen sich die Kranbahnen unterhalb der Traufhöhe von 12m, damit die Prozesse bei Anlieferung, Fertigung und Auslieferung unterbrechungsfrei laufen. Die Ladung wird mit dem Gabelstapler direkt auf der 3m breiten Fläche abgeladen, längs des Bearbeitungstischs für das nächste Projekt. Nebenan wird ein Tieflader mit fertigen Elementen beladen. Das zweite Rolltor ist schon offen.

Anforderung an Befestigungstechnik: Es muss laufen
Die Fertigung schlägt im Takt des neuen Bearbeitungszentrums Technowood TW-Mill 4500. Entwickelt wurden Layout und Fertigungsprozess gemeinsam mit dem Maschinenbauer. Um die vorgefertigten Elemente zu beplanken, setzt Haller wiederum auf die Befestigungstechnik eines bewährten Partners: Kurt Zimmermann von Zimmermann Befestigungstechnik beliefert ihn seit den Anfängen mit Geräten und Befestigungsmitteln, meist von Haubold. Zusammen mit ihm wurde auch das Bearbeitungszentrum bestückt – mit drei Geräten von Toolmatic. „Bei uns muss es laufen“, beschreibt Haller die Anforderungen. „Die Geräte müssen zuverlässig funktionieren, die Klammern verfügbar sein und der Service muss schnell sein.“ All das läuft.
Vorfertigung von fast allen Elementen
Die Zimmerei Haller weiß um die Vorteile der Vorfertigung: „Die Qualität bei der Ausführung und die Maßhaltigkeit sind einfach besser, zudem sind wir deutlich schneller.“ Mittlerweile fertigt der Betrieb neben Wand- und Deckenelementen auch Dachelemente vor. In nur einem Tag ist ein Dach aufgeschlagen. Jüngst wurden bei einem Projekt erstmals die Balkone mitsamt Geländer vorgefertigt und mit dem eigenen Tieflader angeliefert. Am Steuer noch oft: Haller selbst. Lässt es die Zeit zu, sitzt er auch in einer der Kabinen der drei eigenen mobilen Schwerlastkräne.
Ökologischer Holzbau überzeugt
Der 30-Jährige ist die zehnte Generation Zimmerer in der Familie Haller in Aldingen. Sein Vater Markus hat das Unternehmen 1992 gegründet. Erledigte man anfangs vor allem klassische Zimmererarbeiten, spezialisierte sich der Zimmermeister früh auf den ökologischen Holzbau. Weil Architekten und Bauherren dessen Vorteile noch nicht kannten, musste er die Vorteile des baubiologisch hochwertigen Rohstoffs selbst verkaufen – mit Erfolg. Der Zimmermeister engagiert sich im Arbeitskreis ökologischer Holzbau, nach dessen Kriterien sein Betrieb fertigt. Nach der Jahrtausendwende begann man mit der Produktion und dem Verkauf schlüsselfertiger Holzhäuser. Im Holzrahmenbau gefertigt und abgebunden mit einer Hundegger-Abbundanlage K1. Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen
Abbundanlage erschließt neue Dimensionen
Es wuchsen das Geschäft, die Zahl der Geschosse und das Projektvolumen. Als Haller von 2010 bis 2013 im elterlichen Betrieb die Ausbildung absolvierte, zählte das Unternehmen bereits 15 Mitarbeiter. Im Jahr darauf stieß man in eine neue Dimension vor: Für einen Kabelhersteller entstanden Büro-, Fertigungs- und Lagerflächen in Holzbauweise – damals noch handwerklich abgebunden. Die 2013 angeschaffte, zweite Abbundanlage K2 tut noch immer ihren Dienst in der ständig erweiterten Abbundhalle. Mit diesem Projekt öffneten sich neue Türen, und in der Abbundhalle gingen die Tore kaum mehr zu. Die vereinbarte Qualität zum vereinbarten Termin liefern: Das bringt den Erfolg beim schlüsselfertigen Bauen.
Beplankungen ergänzt befestigen
Markus Hallers Söhne Andres und Urs haben früh Verantwortung im Betrieb übernommen. Zu dritt optimieren sie die digitalisierte Planung, die Arbeitsvorbereitung und die Vorfertigungsprozesse. Als einer der ersten Zimmereien nutzte Markus Haller den Haubold-Inliner zur Befestigung der Beplankungen. Damit werden in festgelegtem Abstand Klammern gesetzt. Mittlerweile ergänzen diese Geräte, wenn die Kapazitäten auf dem Bearbeitungszentrum ausgeschöpft sind.
Geräte von Toolmatic
Toolmatic S 340, geeignet für KG-Klammern 16 bis 40mm
Befestigungsmittel: KG 722 CD
Anwendung: Befestigung Gipsfaserplatten (10mm) auf OSB-Platte für Innenseite Außenwand
Toolmatic S 540, geeignet für KG-Klammern 30 bis 65mm
Befestigungsmittel: KG 750 CNK
Anwendung: Befestigung Gipsfaserplatten (12,5mm) auf OSB-Platte
Toolmatic S 640, geeignet für BS-Klammern 75 bis 130mm
Befestigungsmittel: BS 29100 CRF
Anwendung: Befestigung Holzfaserdämmplatten (60mm) als Putzträger auf Holzrahmen















