Kurzer Prozess mit feuchtem Holz

 Die beiden Mühlböck-Kanaltrockner verfügen über eine jährliche Kapazität von 130.000m³. Wegen strenger 
Schallschutzvorgaben sind sämtliche Wandelemente zusätzlich gedämmt und Abluftschalldämpfer installiert.
Die beiden Mühlböck-Kanaltrockner verfügen über eine jährliche Kapazität von 130.000m³. Wegen strenger Schallschutzvorgaben sind sämtliche Wandelemente zusätzlich gedämmt und Abluftschalldämpfer installiert.Bild: Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH

Seit nunmehr einem Jahr nutzt Holzindustrie Handlos die Mühlböck-Kanaltrocknertechnologie am Standort im oberösterreichischen Summerau. Mit dem Erwerb von zwei Dynamic 1306 Pro hat das Unternehmen seine Trocknungsleistung schlagartig auf 130.000m³ pro Jahr erweitert. Gemeinsam mit den acht bereits vorhandenen Trockenkammern in Summerau trocknet man so den gesamten Einschnitt von 500.000fm. Der hohe Automatisierungsgrad und die gleichmäßige Trocknungsqualität bieten aber noch weitere Vorteile für das 14ha große Sägewerk. Neben Fichte verarbeitet Handlos auch Kiefern- und Lärchenstämme. Die Kanaltrocknertechnologie ermöglicht es dabei, sämtliche Prozesse im Werk automatisiert und flexibel umzusetzen. Neue Trocknungschargen sind rasch und unkompliziert nachgefüllt und getrocknet. „Kanaltrockner eignen sich im Sägewerksbetrieb am besten dafür, fließende Abläufe in der Holztrocknung und den angrenzenden Prozessen sicherzustellen“, betont deshalb Mühlböck-Geschäftsführer Richard Mühlböck. „Hier kann man die Vorteile unserer Technologie am besten nutzen und sowohl in der Prozessoptimierung als auch bei Energieeinsparungen gute Werte erzielen.“

 Die Zusammenarbeit von Holzindustrie Handlos und Mühlböck besteht schon seit über 40 Jahren. (v.l.n.r.: Gerald Kreuzhuber von Mühlböck und das Handlos-Team um Herbert Handlos, Robert Klöckl und Jürgen Kitz)
Die Zusammenarbeit von Holzindustrie Handlos und Mühlböck besteht schon seit über 40 Jahren. (v.l.n.r.: Gerald Kreuzhuber von Mühlböck und das Handlos-Team um Herbert Handlos, Robert Klöckl und Jürgen Kitz)Bild: ©Jakob Wassermann/AV-Medien

Klimazonen schaffen Flexibilität und Gleichmäßigkeit

Möglich ist das dank des funktionellen Aufbaus der Dynamic-Kanaltrockner: Anders als bei Trockenkammern durchlaufen die Schnittholzpakete bei der Kanaltrocknung unterschiedliche Klimazonen. In den vor- und nachgelagerten Pufferzonen werden die Holzstapel abgestellt und automatisiert in den Trockner geführt oder aus ihm entladen – je nach Produktionsprozess.Der Be- und Entladungsprozess unterbricht die Trocknung nur kurz, sie verläuft also nahezu ungestört. „Ein Vorteil für uns ist die gleichmäßige Wärmeabnahme im Kanaltrockner“, sagt Handlos-Geschäftsführer Herbert Handlos. Denn das vermeidet Spitzen während der Aufheizphase. „Das Schnittholz durchläuft stets alle Klimabereiche, was eine gleichmäßige Feuchtestreuung über alle Stapel garantiert.“

 Die beiden Kanäle verfügen über jeweils acht Pufferplätze bei der Paketaufgabe und -entnahme. Hier können die Schnittholzstapel für etwa eineinhalb Tage zwischengepuffert werden.
Die beiden Kanäle verfügen über jeweils acht Pufferplätze bei der Paketaufgabe und -entnahme. Hier können die Schnittholzstapel für etwa eineinhalb Tage zwischengepuffert werden.Bild: Mühlböck Holztrocknungsanlagen GmbH

Parallele Ladevorgänge beugen Wärmeverlust vor

Um den Wärmeverlust bei Ein- und Ausfuhr der Schnittholzpakete in den Kanal gering zu halten, erfolgen die Ladevorgänge parallel. Die beiden Tore öffnen gleichzeitig und je ein Stapel gelangt in den Kanal, während ein Wagen mit trockenem Schnittholz ihn verlässt. Bei der Aufgabe und der Entnahme hat Mühlböck jeweils acht Pufferplätze installiert. Mit ihnen kann Handlos etwa eineinhalb Tage überbrücken. Im Kanal selbst verfügt die Anlage über 20 Stapelwagenplätze. Sind die bis zu fünf Meter langen Pakete auf den Wägen platziert, erfolgen die weiteren Prozessschritte automatisch. „Unsere Steuerung sorgt dafür, dass Unterschiede in der Eingangsfeuchte bei gleichbleibender Taktzeit exakt auf die definierbaren Endfeuchten getrocknet werden“, beschreibt Mühlböck. „In Kombination mit der schonenden Trocknung sorgt das für hohe Trocknungsqualität bei gleichzeitig hoher Feuchtestreuung.“

Bis zu 25 Prozent Energie sparen

Darüber hinaus sind die Dynamic-Kanaltrockner effizient: Je nach Trocknungscharge, Außentemperatur und anderen Einflüssen gibt der Hersteller an, dass die Anlagen bis zu 25 Prozent Wärmeverbrauch sparen. Möglich ist das wegen der Anordnung der Heizregister und Wärmerückgewinnungseinheiten samt Regelung der Zu- und Abluftströme. So stellt Mühlböck sicher, dass die erwärmte Luft zirkuliert und nicht ungenutzt aus der Anlage strömt. Die Wärme für die Trocknungsanlagen im Handlos-Werk stammt dabei aus einem 4-MW-Heizkraftwerk, in dem das Unternehmen Rinde und Hackgut aus der Säge thermisch und elektrisch verwertet. Indem es die Reststoffe nutzt, stellt es sich die nötige Trocknungsleistung also selbst zur Verfügung. Eine weitere Besonderheit des Projekts: Der großzügig dimensionierte Schallschutz der Anlage. Wegen strenger behördlicher Vorgaben sind sämtliche Wandelemente zusätzlich gedämmt und die Kanäle mit Abluftdämpfern versehen.

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