Wie gelingt die Umstellung auf Wasserlack?

 Manuel Mathes, Anwendungs- und Schulungsexperte bei Adler
Manuel Mathes, Anwendungs- und Schulungsexperte bei AdlerBild: Adler-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co. KG

Welche Argumente sprechen dafür, auf Wasserlack umzustellen?

Manuel Mathes: Es ist eigentlich ganz einfach: Wasserlacke haben kaum Nach-, aber viele Vorteile. Sie sind umwelt- und klimafreundlich, gut für die Gesundheit und sicher in der Verarbeitung, werden unproblematisch gelagert und entsorgt, und qualitativ sind sie Lösemittelprodukten mindestens ebenbürtig. Außerdem sind sie oft günstiger.

 Die Umstellung auf Wasserlacke erfordert meist nur kleine Anpassungen im Lackierraum und bietet viele Vorteile für den Verarbeiter.
Die Umstellung auf Wasserlacke erfordert meist nur kleine Anpassungen im Lackierraum und bietet viele Vorteile für den Verarbeiter.Bild: Adler-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co. KG

Inwiefern?

Der Kilopreis liegt bei Wasserlacken zwar meist etwas höher. Die geringe Auftragsmenge gleicht das aber aus. Wegen des höheren Festkörpergehalts liegt sie im Schnitt um rund 30g/m² niedriger. Dazu kommt die häufig einkomponentige Verarbeitung. Unsere Erfahrung zeigt, dass Anwender mit Wasserlacken spürbar günstiger aussteigen. Und da sind die Nebenkosten noch gar nicht eingerechnet: Man kann Wasserlacke mit Wasser verdünnen, der Verbrauch an Reinigungsmittel halbiert sich, weil sie im Verhältnis 1:1 gemischt werden können und auch die Entsorgungsmengen sinken deutlich.

 Rasche Trocknung, lange Topfzeit, 0% VOC: Bluefin Unistar ist ein beliebtes Produkt im Wasserlack-Sortiment von Adler.
Rasche Trocknung, lange Topfzeit, 0% VOC: Bluefin Unistar ist ein beliebtes Produkt im Wasserlack-Sortiment von Adler.Bild: Adler-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co. KG

Und sind Wasserlacke tatsächlich umweltfreundlicher?

Der VOC-Gehalt von Wasserlacken liegt zehnmal niedriger als bei lösemittelbasierten Lacken, unser Klarlack Bluefin Unistar ist sogar komplett VOC-frei. Lacklösemittel gibt Emissionen an die Luft ab, und zwar nicht nur beim Lackieren und Trocknen, sondern je nach Lüftungsverhalten noch mehrere Wochen danach. Diese Emissionen belasten Umwelt und Klima, reizen in geschlossenen Räumen die Schleimhäute und verantworten belästigende Gerüche. Außerdem ist die Herstellung von Lösemittellacken ressourcenintensiv, weil die Rohstoffe zum Großteil auf Erdöl basieren. Dazu kommt die Brand- und Explosionsgefahr. All das fällt bei Wasserlacken weg.

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