
Mit Beständigkeit kennt man sich im niedersächsischen Vechta aus: „Mein Urgroßvater hat das Unternehmen Oer im Jahr 1903 gegründet“, erzählt Johannes Oer Jr., der heute gemeinsam mit seinem Bruder Felix und dem Senior das Geschäft führt. „Schon in den 1930ern haben wir im Nachbarort eine Apotheke gebaut. Die steht heute noch, komplett mit unserer Inneneinrichtung.“ Apotheken, Arztpraxen: Darauf hat sich die Tischlerei lange spezialisiert, entgegen dem Trend läuft sie auch aktuell gut – auch wenn bestimmte Geschäftszweige rückläufig sind: „Apotheken bauen wir momentan nicht so viele. Doch wir sind breit aufgestellt: Ein Drittel machen Privatkunden aus, ein Drittel das Projektgeschäft mit Arztpraxen, Apotheken oder Steuerbüros und das letzte Drittel sind die neu hinzugekommenen öffentlichen Ausschreibungen.“ Bei letzterem geht es um Quantität: 200 Zimmer eines Studentenwohnheims in Hamburg stattet die Tischlerei Oer zurzeit aus, ein Umfang, der ohne den kürzlich modernisierten Maschinenpark nicht möglich gewesen wäre. „Wir haben alles auf links gedreht. Jetzt haben wir ein automatisches Warenlager, angebunden an die Plattensäge und die Nesting-Anlage.“ Auch die Kantenanleimmaschine hat ein Update in Form einer automatisierten Rückführung bekommen. Die Vechtaer Tischlerei setzt dabei auf die PUR-Verleimung mit Kanten von Rehau.
Fachkräftemangel? Nicht in Vechta
Mit der neuen Ausstattung hat sich das Traditionsunternehmen für die Zukunft aufgestellt. Gleiches gilt für das Team von Johannes Oer: „Mein Bruder als Tischlermeister und Techniker hat in der Arbeitsvorbereitung und Fertigung den Hut auf, ich verantworte das Projektgeschäft und den kaufmännischen Bereich, und unser Vater betreut Altkunden und macht immer noch viele Entwürfe. Und er unterstützt mit seiner ganzen Erfahrung unser junges Team. Von unseren 15 Mitarbeitern sind die meisten unter 30 Jahre alt.“ Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen

Material im Wandel der Zeit
Das Herz von Team Oer schlägt für die speziellen Projekte. Solche, bei denen entweder besondere Entwurfsfinesse gefragt ist oder spezielle Anforderungen an die Möbel bestehen – oder im besten Fall beides. Üblicherweise bringen Arztpraxen und Apotheken all das mit. Denn hier geht es einerseits darum, optisch ansprechende Möbelstücke mit viel Stauraum zu kreieren, und andererseits müssen die Gewerke besonders robust sein und hohe hygienische Anforderungen erfüllen. „Die Möbel müssen desinfektionsmittelbeständig sein, teilweise auch antibakteriell, und eine stoßfeste Oberfläche ist für die Langlebigkeit der Einrichtung ebenfalls vorteilig“, sagt Oer. Dabei greift seine Tischlerei gerne auf innovative Materialien zurück. Materialien wie die Oberfläche Rauvisio noir von Rehau, die in einem Projekt in Oldenburg die vertikalen und horizontalen Flächen für alle rund 300 Schränke bildete. Die Architektin profitierte dabei von dem Materialwissen des Oer-Teams: „Wir kannten die Platte und wussten: Sie ist hochwertig, sie ist beständig, sie passt genau zu diesem Projekt.“ Dass sich die Tischlerei immer mit den neusten Materialien auseinandersetzt, hat ebenfalls Tradition: „Unser Vater ist schon immer mit uns auf jede Messe gefahren, damit wir wissen, was die neusten Beschläge und die neusten Materialien sind. Da kommst du z.B. auf den Stand von Rehau, siehst diese Oberfläche und denkst: Die ist super. Und für die Kunden ist dieses Wissen Gold wert, egal ob es Architekten sind oder Endkunden“, erklärt der Ingenieur für Innenausbau und Holztechnik. Die Architektin der Orthopädiepraxis ließ sich schnell mit einem Materialmuster überzeugen, und so wurden alle Funktionszeilen in ihrem schlichten Weiß mit Rauvisio noir gefertigt. „Dazu kamen noch die Spinde, die OP-Säle, die Aufwachräume, die Teeküchen – alles haben wir mit Rauvisio noir ausgestattet.“

Einbauvoraussetzung: Beständigkeit
Rauvisio noir ist eine robuste HPL-Oberfläche mit edelmattem Finish und samtweicher Oberfläche, die sich für den mechanisch viel beanspruchten horizontalen, aber auch für den vertikalen Einsatz eignet – und die auch im hygienesensiblen Bereich eine gute Figur macht. Sie ist leicht zu reinigen und antibakteriell. Zudem hat sie auch im flachen Winkel eine niedrige Lichtreflektion und sieht dank Anti-Fingerprint auch nach einem langen Arbeitstag noch ansehnlich aus. Sie ist widerstandsfähig gegen Kratzer und Mikrokratzer und beständig gegenüber Hitze und Feuchtigkeit. Und sie ist schlagresistent. „Am Ende müssen die Möbel langlebig sein. Wir bauen eine Praxis, die für mindestens 20 Jahre dasteht, bevor sie eventuell wieder umgebaut wird. Also haben wir einen hohen Anspruch an die Materialien und auch an die Kanten. Läuft ein Material gelb an, weil mit Desinfektionsmittel gearbeitet wird, kommt es für uns nicht infrage“, erklärt Oer und macht auf einen weiteren Punkt aufmerksam: „Zu Hause in der eigenen Küche ist man ja meist vorsichtig, aber in einer Praxis laufen 20 manchmal gestresste Mitarbeiter herum. Dazu kommt die Reinigungskraft, die versehentlich das falsche Mittel verwendet. Das alles muss ein Material abkönnen.“
















