Die Technologie-Dolmetscher

 Losgröße-1-Zuschnitt ls 1, ergänzt durch eine 
zusätzliche Säge für Sonderteile und Paketschnitte.
Losgröße-1-Zuschnitt ls 1, ergänzt durch eine zusätzliche Säge für Sonderteile und Paketschnitte.Bild: IMA Schelling Group GmbH

Im ersten Projekt wollte ein deutscher Hersteller von Betten, Möbeln und Komplettlösungen seine bisherige Inselfertigung zu einer durchgängigen, automatisierten Produktionslinie weiterentwickeln. Ziel: Alle Bearbeitungsschritte miteinander verbinden – vom Zuschnitt über das Bekanten und Bohren bis zur Montage. Zusätzlich sollte eine automatisierte Qualitätskontrolle die Bauteile prüfen und den manuellen Aufwand verringern.

Losgröße-1-Zuschnitt als Kernstück

Um eine flexible Fertigung zu ermöglichen, entstand ein Konzept mit mehreren Bearbeitungswegen von IMA Schelling. Kernstück der Anlage ist ein Losgröße-1-Zuschnitt, ergänzt um eine Säge für Sonderteile und Paketschnitte. Ein intelligentes Transportsystem leitet jedes Bauteil an die richtige Station – ob Kantenbearbeitung, Bohrung, CNC-Bearbeitung oder über einen Sortierspeicher zur Montage.

Qualitätskontrolle statt Ausschuss

Die Anlage erkennt Abweichungen mithilfe der integrierten Qualitätskontrolle früh. Fehlerhafte Teile werden ausgeschleust und nachbearbeitet. Das steigert die Effizienz und den Automatisierungsgrad der Fertigung – und es verringert Fehler von der Rohplatte bis zum fertigen Möbelstück. Kennzeichnend für das System sind die Verbindung aller Produktionsschritte, die automatisierte Qualitätskontrolle in Echtzeit und flexible Wege für unterschiedliche Anforderungen.

In vier Aufbaustufen zum System

Im zweiten Projekt wollte ein brasilianischer Möbelproduzent mit wenig Platz eine Losgröße-1-Produktion in mehreren Baustufen umsetzen. Die Herausforderung: Jede Ausbaustufe sollte sich nahtlos in die bestehende Produktion einfügen und flexibel erweiterbar sein. In vier aufeinander abgestimmten Schritten baute IMA Schelling ein durchgängiges Fertigungssystem auf. Es beinhaltet ein Flächenlager mit intelligenter Materiallogistik und Resteverwaltung sowie eine steuerbare Plattenzuführung. Zwei Zuschnittzentren sorgen für einen anpassungsfähigen Produktionsfluss. Ein Entkopplungspuffer verbindet den Zuschnitt mit der als Fließfertigung angelegten Kantenbearbeitung.

 Die Kantenbearbeitung erfolgt auf einer Combima.
Die Kantenbearbeitung erfolgt auf einer Combima.Bild: IMA Schelling Group GmbH

Materialfluss bei Platzmangel

Ein abgestimmtes Puffer- und Sortiersystem führt Bauteile stets zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort und unterstützt so einen reibungslosen Materialfluss. Ergänzend hinzu kommt ein flexibles Bohr- und Fräskonzept, das alle sechs Seiten eines Werkstücks bearbeiten kann. Besonders an dem Projekt: die stufenweise Umsetzung, die Integration in bestehende Abläufe, hohe Leistung bei geringem Platzbedarf und eine zukunftsfähige, nutzerfreundliche Fließfertigung.

Bohrzentrum mit acht Stationen

Ein europäischer Küchenmöbelhersteller plante im dritten Projekt, die Bohrprozesse für Kleinserien zu verbessern. Ziel waren vielfältige, platzsparende Bearbeitungsoptionen bei hoher Leistung. Daneben sollte die Anlage unterschiedliche Stapelzustände der Werkstücke bewältigen – geordnet, ungeordnet oder manuell gebildet. Alles, ohne den Produktionsfluss zu unterbrechen. Die Lösung ist ein automatisiertes Bohrzentrum mit acht unabhängigen Stationen. Ein Shuttle-System ermöglicht die Bearbeitung aller Bauteile im Durchtransport. Ein Vision-System mit zwei Kameras erkennt Barcode, Position und Orientierung jedes Werkstücks sekundenschnell und führt es präzise in den Fertigungsprozess.

Teilezuführung neu gedacht

Alle Bearbeitungseinheiten sind von außen zugänglich, was Rüstzeiten verkürzt und Wartung erleichtert. Dübel werden automatisch von außen über einen Bunker zugeführt. Das neuartige Transportsystem hält den Werkstückfluss aufrecht. Flexible Spannelemente lassen sich bei Bedarf zügig entnehmen – die Anlage passt sich sofort an und arbeitet weiter. So unterstützt das System einen stabilen Betrieb. Ein Stapelsystem sortiert bearbeitete Bauteile auf drei verschiedene Ziele. Kennzeichnend ist das automatische Erkennen von Werkstücken, die hohe Geschwindigkeit der parallelen Bearbeitung und ein intelligentes Stapelsystem für die Weiterverarbeitung.