
Herr Kosok, Sie sind seit Juli Geschäftsführer von Biesse Deutschland und verantworten seitdem den DACH-Raum. Welche Eindrücke haben Sie bisher gewonnen?
Uwe Kosok: Ausgesprochen positive. Mein neues Team hat mich von Anfang an unterstützt und mir den Einstieg erleichtert. Mit Alberto Gargamelli habe ich einen kompetenten und erfahrenen Finanzchef an der Seite, der mich unterstützt und zudem einen direkten Draht zum Headquarter hat. Nach den ersten Monaten blicke ich optimistisch nach vorne und denke, dass wir Biesse in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Service mit einer strategischen Neuausrichtung nachhaltig weiterentwickeln werden.
Apropos Headquarter, das Herz von Biesse schlägt im italienischen Pesaro. Waren Sie schon vor Ort?
Natürlich. Ich war mehrere Wochen zur Einarbeitung dort, schließlich plant und konzipiert Biesse dort global. Gemeinsam entwickeln wir Strategien und setzen sie dann lokal um. Das schafft eine solide Basis.
Sie sprechen es an: Biesse steht auf einem soliden Fundament. Wo sehen Sie die Stärken für eine erfolgreiche Zukunft?
Gutes besser machen. Biesse verfolgt diesen Weg seit über fünfzig Jahren und steht bei jedem Material für Entwicklung und Fortschritt. In den letzten beiden Jahren haben wir unser Portfolio komplett überarbeitet, umstrukturiert und erweitert. Mit unseren Maschinen und Anlagen für die Sparten Holz, Stein, Glas und Advanced Materials sind wir breit aufgestellt und bedienen vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Industriekonzern den gesamten Markt. Das bietet eine gute Basis für Wachstum.

Bei Biesse übernehmen Sie die Schlüsselposition für einen wichtigen Markt und sind eine erfahrene Führungskraft. Wo haben Sie Erfahrung gesammelt? Wie werden sie sie einsetzen?
Mein Metier ist seit jeher die anspruchsvoll Werkzeugmaschinenbranche. Seit über dreißig Jahren war ich in verschiedenen Führungspositionen tätig und konnte viel Erfahrung in den Bereichen Unternehmensführung, Vertrieb und Geschäftsentwicklung sammeln. Mit diesen Kenntnissen und dieser Expertise bringe ich mich nun bei Biesse ein. Ich war bereits unter anderem Geschäftsführer für nationale und internationale Unternehmen der Holzbearbeitungsindustrie sowie für Anbieter von Technologien für die Bearbeitung von Aluminiumprofilen sowie Fenster- und Türsystemen. Bei einem dieser Anbieter habe ich den Aufbau und die Etablierung in Deutschland verantwortet. Im Laufe der Jahre entwickelt man ein Gespür für Marktveränderungen. Man versteht, wie man Landesgesellschaften und Unternehmenseinheiten durch diese Veränderungen führt. Ich fühle mich also bestens geeignet, die Deutschlandtochter eines globalen Konzerns zu führen.
Was hat Sie an Ihrer neuen Aufgabe gereizt?
Die Basis und die Chancen, die sich aus ihr ergeben. Zu meinen Kernaufgaben zählen die Reorganisation und Anpassung verschiedener Prozesse, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dafür will ich komplexe Strukturen optimieren, Effizienzpotenziale heben und die Herausforderung des aktuell schwierigen Markts anpacken.
Mit welchen Strategien wollen Sie das umsetzen?
Wir legen den Fokus auf Transformation und messbare Performance-Steigerung. Weltweit steht die Industrie vor einem umfassenden Wandel. Um ihn erfolgreich zu bewältigen, müssen wir starre Strukturen aufbrechen und Prozesse agiler gestalten. Mit gezielten Anpassungen in den Prozessen und einer effizienten Wachstumsstrategie werden wir das Geschäft von Biesse in Deutschland ausbauen.

Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für die Biesse-Gruppe?
Der deutsche Markt ist für Biesse schon immer wichtig gewesen. Er zeichnet sich aus durch eine starke handwerkliche und industrielle Basis, anspruchsvolle Kunden und einen hohen Bedarf an zuverlässigen, zukunftsfähigen Fertigungstechniken. Wir wollen unsere Präsenz vor Ort stärken und die Zusammenarbeit mit unseren Kunden ausbauen.
Welche Rolle spielen Service und Beratung in Ihrer Strategie?
Service und Beratung stehen bei mir an erster Stelle. Sie sind zentrale Bestandteile unseres Angebots und entscheidend für die Kundenzufriedenheit. Unsere Kunden erwarten nicht nur leistungsfähige Maschinen, sondern auch Unterstützung über den gesamten Lebenszyklus. Deshalb wollen wir unsere Abläufe verbessern und uns mehr an individuellen Anforderungen ausrichten.
Die Wurzeln von Biesse liegen im Holzbereich, im Laufe der Jahren kamen weitere Sparten hinzu, und heute liegt der Fokus auf Multi-Materialität. Wird Holz weiterhin Thema sein? Was dürfen Ihre Kunden erwarten?
Wir konzentrieren uns auf neue technologische Ansätze, leistungsfähige Maschinen und zukunftstaugliche Software. Primär geht es natürlich um das Thema Holz. Aber die Zukunft gehört der Multi-Materialität, und davon ist Holz ein wichtiger Teil. Davon können sich unsere Kunden in den beiden Showrooms überzeugen und unsere Maschinen auf Herz und Nieren prüfen. Wir leben von dem Austausch mit den Kunden und informieren und beraten über unsere Maschinen, Anlagen und Möglichkeiten von Industrie 4.0.
Auf welche Neuheiten dürfen sich Ihre Kunden künftig freuen?
Speziell im Holzbereich wird sich einiges tun. Was genau das sein wird, präsentieren wir in den nächsten Monaten auf den anstehenden Messen. Lassen Sie sich überraschen.
















