Mit dem Akku zur Baustelle

 Die Behrens-Gruppe liefert mit eigenen, großteils mit elektrischen Mitnahmestaplern ausgestatteten Lkw.
Die Behrens-Gruppe liefert mit eigenen, großteils mit elektrischen Mitnahmestaplern ausgestatteten Lkw.Bild: Pneuhage Unternehmensgruppe

Wenn die Fahrzeuge der Behrens-Gruppe auf Baustellen anliefern, bewegen sie sich häufig auf schlechten, nassen oder trockenen Untergründen oder herumliegende Steinen. Für die Reifen ist das anspruchsvoll. „30 Prozent unserer Lieferungen von Holzwerkstoffen gehen direkt auf die Baustellen“, sagt Flottenmanager Andreas Jedamzik. 70 Prozent liefert das Unternehmen an die Kunden. Bei Holzbaustoffen kehrt sich dieses Verhältnis um, hier landen 70 Prozent gleich auf der Baustelle. Dann steht die Gruppe vor einigen Fragen: Brauchen wir eine Entladegenehmigung, weil wir den Verkehrsraum stören? An welcher Stelle entladen wir?

Wooden frame house under construction near forest
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Gemeinsam entwickelte E-Mitnahmestapler

Sind diese Fragen geklärt, kommen die Mitnahmestapler der Behrens-Gruppe zum Zug. Sie werden größtenteils mit Elektromobilität betrieben. Auch auf unwegsamem Gelände kommen sie gut zurecht: „Das sind alles Allradmaschinen mit einem Grobstollenprofil.“ Außerdem nutzt die Gruppe ausschließlich Luftreifen auf solch einem Untergrund. Denn: „Schläge durch Unebenheiten würden beim Einsatz von Vollgummireifen den Maschinen schaden“, weiß Jedamzik. Dabei engagiert sich das Unternehmen auch über den eigenen Tellerrand hinaus und hat gemeinsam mit Palfinger einen E-Mitnahmestapler entwickelt. Warum? „Der Wettbewerb fördert die Forschung und Weiterentwicklung der Produkte.“ Schließlich hatte der bisherige Anbieter von E-Mitnahmestaplern kaum Konkurrenz. Jedamzik wollte das mit Palfinger ändern – und so dazu beitragen, Neuerungen wie die Sichtbarkeit im Straßenverkehr zu verbessern.

Spezielle Schulungen notwendig

Mit der E-Mobilität startet die Behrens-Gruppe zum Ende des ersten Quartals 2025 auch auf der Straße durch, denn dann nimmt man zwölf E-Trucks in Betrieb. Mit mindestens vier E-Lkws soll es am Hauptstandort Rotenburg losgehen, das Lager Großenhain und weitere Standorte sollen folgen. „Mit der Einführung in Werder an der Havel ist dieser ein komplett grüner Standort“, freut sich Jedamzik. Vorab gilt es jedoch, ein paar Herausforderungen zu beseitigen: Die Mitarbeiter werden geschult. „Auch unsere Servicepartner brauchen einen Hochvoltschein, um überhaupt an einem E-Lkw arbeiten zu dürfen. Das gilt für Reparaturen, aber auch für Reifenwechsel.“ An der Einführung der E-Trucks und E-Mitnahmestapler haben schließlich alle mitgewirkt. Jedamzik sah sich dabei als Mittler zwischen den Ideen der Mitarbeiter und dem Entwicklungsprozess – und ist überzeugt, ebendiese Mitarbeiter damit wertzuschätzen.

Mindestlaufleistung: 55.000km

Auf den E-Lkw sind vom Hersteller vorgegebene Premiumreifen montiert. Damit möchte die Behrens-Gruppe zunächst Erfahrungen sammeln und sie erst nach einer gewissen Laufzeit bewerten. Was Jedamzik aber schon jetzt vermutet: „Der höhere Drehmoment wirkt sich wohl anders auf die Reifen aus als bisher. Was das für den Verschleiß bedeutet, kann man vielleicht Ende des Jahres sagen. Aber eine Mindestlaufleistung von 55.000km ist unsere Vorgabe.“ Bei Pneuhage nutzt die Gruppe den Fleetcheck, um Standzeiten und Schäden zu vermeiden. Denn werden die Reifen rechtzeitig getauscht, spart das Zeit und Ressourcen.

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