Spinnen im Schwarzwald

 Zwei Saugspinnen an einem Deckenkran stapeln die Brettsperrholzplatten bis zur weiteren Verwendung oder führen sie den nächsten Bearbeitungsschritten zu.
Zwei Saugspinnen an einem Deckenkran stapeln die Brettsperrholzplatten bis zur weiteren Verwendung oder führen sie den nächsten Bearbeitungsschritten zu.Bild: J. Schmalz GmbH

Die Wälder des Schwarzwalds liefern viele Holzarten: Fichte, Tanne, Buche und Eiche. Und sie alle kommen im Bau, in der Möbelherstellung, der Papierproduktion und anderen industriellen Anwendungen zum Einsatz. Das HolzBauWerk Schwarzwald ist auf Brettsperrholz spezialisiert, auch Cross Laminated Timber (CLT) genannt. Auf 15.000m² überdachter Fläche stellt das Unternehmen jährlich 20.000m³ CLT aus heimischen Hölzern her. Mit diesen Produkten setzen Bauherren Holzbauprojekte in Deutschland, Frankreich, in der Schweiz und in den Benelux-Ländern um. Das 2022 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 40 Mitarbeiter.

 Nach der Bearbeitung im CNC-Zentrum nimmt die Saugspinne die zugeschnittenen Platten und deren Ausschnitte auf. Sie wiegen bis zu 2,5t.
Nach der Bearbeitung im CNC-Zentrum nimmt die Saugspinne die zugeschnittenen Platten und deren Ausschnitte auf. Sie wiegen bis zu 2,5t.Bild: J. Schmalz GmbH

Vollautomatisierte Anlage für Massivholzplatten

Mit einer vollautomatischen Anlage fertigt der Betrieb Massivholzplatten aus mindestens drei kreuzweise verlegten, flächig miteinander verklebten Brettlagen aus Nadelholz. Sie sind zwischen 6 und 32cm dick, bis zu 3,5m breit und maximal 16m lang. Die Platten eignen sich für die flächige sowie massive Herstellung von Wand-, Decken- und Dachelementen. Sie zeichnen sich unter anderem durch Nachhaltigkeit, Stabilität und thermische Effizienz im modernen Holzbau aus. Fünf FMHD versorgen schwere Werkstücke.

 Die zugeschnittenen Elemente werden mithilfe von Vakuum von der Maschine gehoben und für den Transport zur Baustelle verladen.
Die zugeschnittenen Elemente werden mithilfe von Vakuum von der Maschine gehoben und für den Transport zur Baustelle verladen.Bild: J. Schmalz GmbH

Reibungsloser Ablauf dank integriertem Vakuumspeicher

Für die gleichbleibend hohe Qualität trocknet das Unternehmen alle Hölzer selbst. Im nächsten Schritt sortieren Mitarbeiter das Schnittholz nach visuellen und technischen Kriterien. Anschließend hebt die Saugspinne SSP von Schmalz mit fünf Flächengreifern FMHD eine Brettlage an und stapelt sie leicht versetzt auf vier Plätzen in einem Pufferlager. Ein externer Vakuumerzeuger versorgt das Greifsystem mit dem notwendigen Unterdruck. Dank integrierter Systemüberwachung und Sensorik arbeitet die Saugspinne prozesssicher. Die fünf FMHD handhaben problemlos schwere und raue Werkstücke – Dichtschaum sei Dank. Auch Astlöcher, Windung, Unebenheiten und Risse stören den Greifprozess nicht. Der integrierte Vakuumspeicher und der wartungsfreundliche Aufbau sorgen für einen geringen Energiebedarf und einen reibungslosen Ablauf.

Holzplatten digitalisiert in Losgröße 1

Für die anschließende CLT-Fertigung entstapelt eine weitere Saugspinne mit vier FMHD-Greifern die Bretterlagen. Die Herstellung ist voll digitalisiert und produziert in Losgröße 1 Holzplatten mit unterschiedlichen Stärken und Flächen. „Je nach Qualitätsanforderung kappen wir im ersten Schritt Fehlstellen wie Harzgallen, Risse und Äste heraus“, schildert Andreas Bauer, Abteilungsleiter Konstruktion und Abbund. Danach verbindet eine Keilzinkenanlage das Schnittholz zu einem sogenannten endlosen Brett, eine Säge schneidet es auf die Ziellänge zu. Die gekürzten Leisten verleimt das HolzBauWerk Schwarzwald anschließend an der Schmalseite zu Einschichtplatten. Dieser Prozess stellt vieles sicher: geschlossene Sichtoberflächen, eine hohe Luftdichtigkeit, gute Brandschutzeigenschaften und eine optimale Festigkeit.

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