
Siempelkamp stellte die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt des Ligna-Messauftritts. Neu waren vor allem Recycling-Konzepte für die MDF- und Spanplatten-Produktion. Mit ihnen will das Unternehmen hohe Energieeffizienz sowie Wirtschaftlichkeit bei gleichbleibender Qualität in der Holzwerkstoffproduktion ermöglichen.
Anders als beim Recycling von Spanplatten geht es beim neuen MDF-Recycling nicht allein um die Trennung von Holz und anderen Werkstoffen. Vielmehr fokussiert das Konzept darauf, neben der Reinigung auch Fasern zu erzeugen. Das auf der Ligna vorgestellte Trockenverfahren zielt darauf ab, Faserholzwerkstoffe in jeglicher Form, Verleimung und Veredelung dem Prozess zurückzuführen. Ganz gleich, wie die ursprüngliche Faserplatte aus MDF, Dünn-MDF oder HDF weiterverarbeitet wurde: Mithilfe des Siempelkamp-Recyclings lässt sie sich wieder in Fasern zerlegen und von Fremd- und Störstoffen trennen – darunter Lackierungen, Beschichtungen und Beschläge.
Neben technischen Vorteilen bringt das Verfahren auch einen geringeren Energieverbrauch, eine verbesserte Performance der Endprodukte und Wirtschaftlichkeit mit. Zudem zahlt es auf die Umweltfreundlichkeit ein: Tests mit allen gängigen Varianten an Eingangsmaterialien sichern das Konzept sowohl im Siempelkamp-Versuchsfeld als auch in externen Instituten ab. Alleinstellungsmerkmal: Mit dem Verfahren lassen sich auch PMDI-verleimte Platten recyceln.
Bereits auf der letzten Ligna hatte das Unternehmen eine Reinigungsanlage für die Spanplattenherstellung vorgestellt. Dieses Konzept hat Siempelkamp nun überarbeitet. Das neue Konzept besteht aus standardisierten Modulen, die auf den jeweiligen Rohstoff angepasst sind und einen individuell angelegten Sortierprozess sichern.
Das heißt: Für jeden Fremd- und potenziellen Störstoff, der vor dem Pressvorgang aus dem Materialstrom entfernt werden muss, bietet Siempelkamp eine geeignete Reinigungstechnik bzw. -maschine an. Wertvolle Fremdstoffe wie Metall, Glas, Kunststoff, Papier und Steine werden sortenrein selektiert, um eine möglichst reine Holzfraktion zu gewinnen. Diese eignet sich wiederum zur erneuten Verwendung in der Spanplattenindustrie.
Die Fremdstoffe können anschließend ihrem jeweils eigenen Recyclingstrom zugeführt werden und tragen so zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei. Außerdem lassen sich Materialströme und Störstoffaufkommen simulieren und damit vorausschauend planen.
















