Überprüft statt überhitzt

 Die Kameras sind auf schwenkbaren Halterungen montiert und in Gehäusekästen untergebracht.
Die Kameras sind auf schwenkbaren Halterungen montiert und in Gehäusekästen untergebracht.Bild: Teledyne FLIR

In der industriellen Holzproduktion kommt es auf Geschwindigkeit und Volumen an. Maschinen werden hier mit hoher Reibung betrieben. Dafür braucht es eine vorausschauende Wartung: Überhitzte Lager und Motoren sind die häufigsten Probleme, schlimmstenfalls kann das Holz aber auch brennen – und damit die gesamte Anlage gefährden. Um diesem Risiko etwas entgegenzusetzen, hat DO2 Contrôle ein Wärmeüberwachungssystem entwickelt, das auf Wärmebildkameras von Flir basiert. Erst kürzlich hat sich das Unternehmen aus Quebec dieser Technik zugewandt. Ziel ist, den Wärmehaushalt von Holzhobelmaschinen durchgehend zu überwachen.

 Die Wärmebildkamera ist 
so eingestellt, dass sie zehn Zonen und Punkte entlang der Hobelmaschine anvisiert.
Die Wärmebildkamera ist so eingestellt, dass sie zehn Zonen und Punkte entlang der Hobelmaschine anvisiert.Bild: Teledyne FLIR

Drei Prozent Produktverlust ohne Überwachung

Für die Holzproduktion sind Hobelmaschinen aus mehreren Gründen wichtig: Sie hobeln Bretter über die gesamte Länge auf eine gleichmäßige Dicke und Breite. In der Industrie bewegen sich diese Bretter mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120m/min durch die Maschine. Währenddessen drehen sich die Messerköpfe mit 3.600U/min, um sie zu glätten. Dabei nutzen sich die Messer ab – und verkürzen sich so im Tagesverlauf leicht. Gerade wegen dieser allmählichen Abnutzung ist die Überwachung der Hobelmaschinen wichtig. Es kann jedoch schwierig sein, den richtigen Druck einzustellen, und falsch eingestellte Messer verursachen Probleme: DO2 schätzt, dass ein Sägewerk durch falsch kalibrierte Hobelmesser ein bis drei Prozent seiner Produkte verlieren kann.

 Überlastetes Lager
Überlastetes LagerBild: Teledyne FLIR

Ungenau überprüfte Überhitzung

Hobelwerke inspizieren ihre Hobelmaschinen regelmäßig, schließlich verschleißen sie durch die die andauernde Reibung. In Verbindung mit dem ständigen Kontakt mit dem Holz erhöht diese Reibung die Temperatur der Lager, was einen Ausfall nach sich ziehen kann – und der kann die gesamte Produktionslinie stilllegen. Je nach Holzart kann das bis zu 1.000 Euro die Minute kosten. Daher gibt es klassische Methoden, um überhitzte Maschinen zu versorgen, z.B. die Maschine mit einem Infrarot-Punktthermometer zu überprüfen. Diese Thermometer messen allerdings nur einen Punkt, sodass andere überhitzte Elemente nicht auffallen. Außerdem können zwischen diesen Inspektionen Fehler auftreten. Und auch die weitverbreitete Methode, den Druck und den Zustand der Messer mit dem eigenen Gehör zu beurteilen, birgt Gefahren.

Zehn Kameras und ein Alarm

Um die Komponenten der Hobelmaschine und das Holz automatisch zu überwachen, und um so ein sicheres und effektives Temperaturniveau zu schaffen, entschied sich DO2 Contrôle für Flir AX8 und Flir A50. Das eigene System kann bis zu zehn dieser Kameras aufnehmen, die jeweils zehn Bereiche und zehn Punkte auf Temperatur überwachen. Sollte einer dieser Punkte eine kritische Schwelle überschreiten, löst das einen Alarm aus. Dieser Alarm benachrichtigt nicht nur das unmittelbare Personal – es sendet auch E-Mails und SMS an das Personal außerhalb.

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