
In Veredelungstechnik zu investieren bedeutet vor allem, Ansätze zu wählen, die den Anforderungen der eigenen Produktion entsprechen. Dazu müssen Betriebe das richtige Gleichgewicht zwischen Qualität, Flexibilität und Bedienbarkeit finden – insbesondere bei der Verarbeitung unterschiedlicher Produkte, kleiner Chargen und häufiger Umstellungen in der Produktion. Zwar bleibt Produktivität weiterhin wichtig. Doch auch andere Parameter fließen in die Wahl ein, etwa die Möglichkeit, Technologien einzuführen, die Qualität und Kontinuität der Prozesse verbessern, ohne die Abläufe zu verkomplizieren. Individuelle und flexible Ansätze können einen Fortschritt bieten, während die Kosten im Verhältnis zum Nutzen bleiben.
Flexibilität als Schlüsselfaktor
„Flexibilität ist ein Schlüsselfaktor für alle, die im Bereich Oberflächenveredelung tätig sind“, erklärt Stefano Mauri, „vor allem für Handwerker und kleine Hersteller mit vielfältigen Verfahren.“ Gemeinsam mit seinem Bruder Riccardo ist Mauri Mitinhaber der italienischen Giardina Group. Das ist auch ein Leitgedanke in der Entwicklung des Herstellers von Veredelungstechnologien. Zwei Beispiele dafür sind die automatische Spritzmaschine Singletech 300 und die automatische Kantenschleifmaschine MVT 200 von Destefani.
Einstieg ins Spritzlackieren
Für das Auftragen von Beizen, Grundierungen und Decklacken auf flache oder geformte Oberflächen, einschließlich Kanten, hat die Giardina Group die Singletech 300 entwickelt. Sie ist der Einstieg im Bereich automatisches Spritzlackieren und richtet sich an Betriebe, die automatisiertes Auftragen einführen wollen. Die Maschine verfügt über eine zentrale Hubbewegungseinheit mit vier Spritzpistolen, die ein bürstenloses Antriebssystem bewegt. Der Prozess gewährleistet einen gleichmäßigen Auftrag über die gesamte Oberfläche des Werkstücks, während das Luftverteilungssystem und die Overspray-Absaugung kontrollierte Arbeitsbedingungen im Spritzbereich aufrechterhalten.
Kunststoff oder Einwegpapier?
Ein besonderes Merkmal der Singletech 300 ist die Möglichkeit, zwischen drei Förderbandkonfigurationen zu wählen. So lässt sich die Maschine an das Produkt, das Material und die Organisation anpassen. Die Version Single Belt nutzt ein zwei Meter langes Förderband aus Kunststoff mit dem hauseigenen automatischen Produktrückgewinnungs- und Bandreinigungssystem. Single Belt Paper hingegen verwendet ein Einwegpapier-System. Für Unternehmen, die mehr Vielseitigkeit brauchen, vereint Dual Belt beide Ansätze. So kann der Bediener je nach Prozess zwischen selbstreinigendem Kunststoffband und Einwegpapier wählen.

Einfache, anpassbare Bauweise
Das gleiche Prinzip gilt für das Overspray-Management. Je nach Konfiguration und Produktionsanforderung kann die Singletech 300 mit einem Trockenfilter- oder einem wasserbasierten Nassfiltersystem ausgestattet werden. Die Arbeitsbreite beträgt 1.300 Millimeter, womit sich die Maschine für viele in der Möbelproduktion übliche Platten und Bauteile eignet. Auf Wunsch kommen zudem zwei unabhängige Beschichtungskreisläufe hinzu. Das Ergebnis ist eine Spritzmaschine mit einfacher Bauweise, die es dennoch erlaubt, das System entsprechend den Anforderungen des Anwenders anzupassen.
Schleifeinheiten ergänzen einander
Nach wie vor ist die Vorbereitung der Oberfläche ein grundlegender Arbeitsschritt, insbesondere bei der Bearbeitung von Kanten und geformten Profilen. Hier kommt mit der MVT 2000 von Destefani eine automatische einseitige Maschine ins Spiel. Sie schleift die Kanten von MDF- und Spanplatten sowie von Bauteilen, die bereits mit Polyurethan- oder wasserbasierten Grundierungen beschichtet sind. Typische Anwendungen sind Küchenschranktüren und viele Bauteile der Möbelindustrie. Die Maschine vereint zwei Schleifeinheiten mit sich ergänzenden Funktionen. Die Schleifbandeinheit AT110 ist für das Schleifen von geraden oder geformten Kanten und Profilen ausgelegt. Ihre Arbeitsposition lässt sich von -10 bis +90 Grad einstellen. Das austauschbare Schleifband hingegen erlaubt ein Anpassen an verschiedene Geometrien. Die zweite Einheit, die Scotch-Brite-Bürste SB100, ist für feinere Endbearbeitungen ausgelegt, etwa Feinschliff, Satinierung und Bürsten. Auch hier sind mit der einstellbaren Arbeitsposition verschiedene Kantengeometrien möglich.
Den Prozess an das Material anpassen
Ein besonderes Augenmerk hat der Hersteller auf das Fördersystem gelegt. Über einen robusten Kettenförderer mit gummierten Förderplatten gelangen die Werkstücke in die Maschine und durch den Arbeitsbereich. Die Vorschubgeschwindigkeit können Anwender zwischen fünf und 25 Metern pro Minute einstellen. So kann der Bediener den Prozess an das Material sowie an den Schleifvorgang anpassen. Mit einer Länge von 3.400 Millimetern und einer installierten Leistung von fünf Kilowatt bleibt die MVT 200 kompakt. Das Be- und Entladen der Werkstücke erfolgt manuell.
Kosten im Verhältnis zum Nutzen
„Der Markt verlangt gleichbleibende Qualität, schnelle Reaktionszeiten und die Möglichkeit, von einem Produktionslauf zum nächsten zu wechseln, ohne den Prozess zu verkomplizieren“, sagt Mauri. Deshalb halte es die Giardina Group für wichtig, Technologien zu entwickeln, die Unternehmen Zuverlässigkeit und Konfigurierbarkeit ermöglichen. „Und zwar mit Preisen, die den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen.“
















