
Forscher des Fraunhofer WKI haben untersucht, wie Biomasse von Nasswiesen und wiedervernässten Moorflächen als Rohstoff für Naturfaserdämmstoffe genutzt werden kann. Die daraus gewonnen Dämmstoffplatten erreichen Wärmeleitfähigkeiten, die mit Holzfaserdämmstoffen vergleichbar sind. Die Ergebnisse zeigen das Potenzial sogenannter Paludi-Biomasse als biobasierter Rohstoffquelle für den Bau- und Dämmstoffsektor.
Aufbereitung der Rohstoffe
Die Herausforderung bestand in der thermomechanischen Zerfaserung der Biomasse in einem Refiner. Da diese Anlagen für Holzhackschnitzel konzipiert sind, mussten die Forscher die Prozessführung anpassen. Aus den gewonnenen Fasern fertigten sie Dämmstoffplatten mit Abmessungen von bis zu 1.000x500x40mm³. Als Bindesysteme kamen herkömmliche Bindemittel sowie thermoplastische Polymerfasern zum Einsatz. Besonders PLA-Bikomponentenfasern stellten sich als vielversprechend für vollständig biobasierte Dämmstoffsysteme heraus.
Prüfung der Materialeigenschaften
Die entwickelten Werkstoffe prüften die Forscher auf mechanische Eigenschaften, Wärmeleitfähigkeit, hygrisches Verhalten und Brandverhalten. Bei einer Rohdichte von rund 100kg/m³ erreichten die Dämmstoffplatten Wärmeleitfähigkeiten von etwa 0,040W/(m-K). Die Untersuchungen belegen, dass sich Paludi-Biomasse für die Herstellung leichter Naturfaserdämmstoffe eignet. In entsprechenden Anwendungen kann sie einen Teil der üblichen Holzfasern ersetzen.
















