Was bleibt uns dann noch, um die Schwankungen in manchen Märkten gut abzufedern?

Wolfschütz: Impulse kommen aktuell noch aus Nischen oder kleineren Märkten. Der große Überseemarkt China schwächelt, und wir verzeichnen einen leichten Rückgang in den USA, wobei der Markt dort noch halbwegs gut läuft. Indien läuft gut, aber das ist in Summe noch ein kleiner Markt der allerdings sehr dynamisch wächst. Er hat heute kaum Einfluss, um eine Trendumkehr für die gesamte Industrie zu bewirken.

Es bleiben immer noch rund 60-70% der Exporte in Europa und hier sehen wir fast flächendeckend Rückgänge mit einigen Ausnahmen. Die Märkte sind in Summe aber mittlerweile sehr dynamisch und negative Entwicklungen, können sich auch schnell wieder drehen. Die Volatilität hat deutlich zugenommen. So besteht zumindest die Hoffnung, dass nach der Wahl in Polen und bei einem möglichen Regierungswechsel die zurückgehaltenen EU-Fördergelder freigegeben werden. Das kann uns als Maschinenbauer helfen. Wir gehen zudem davon aus, dass die Regierungen den Wohnungsbau -in welcher Form auch immer- stützen werden.

Welches Licht am Ende des Tunnels können Sie sehen?

Wolfschütz: Die Rahmenbedingungen sind zunächst alles andere als gut. Wenn man sich also die großen Indikatoren anschaut, sind das letztlich die Bauindustrie und der Konsum von Möbel. In Bezug auf den Bau sind Produkte wie Fenster, Fußböden, Türen bis hin zum Holzhausbau betroffen. Für den Bau bestehen zumindest in Deutschland in den kommenden Monaten keine guten Aussichten. In Europa ist es nicht überall so schlecht wie in Deutschland: in Spanien wird Wachstum erwartet und auch andere Märkte sind nicht so stark in der Abwärtsbewegung. Das macht Hoffnung und eröffnet nach wie vor Marktchancen abseits des Heimatmarktes.

Also in Summe nicht alles schlecht?

Wolfschütz: Diese Indikatoren aus der Bauwirtschaft sind insgesamt wenig positiv. Was allerdings die Wirkung dieser negativen Zeichen dämpft, ist der Trend, zum Holzhausbau. Dieses Segment ist etwas weniger stark betroffen als andere Kundenindustrien und vor allem in der Mittelfristperspektive einer der Wachstumstreiber für die Technologieausrüster. Zudem ist auch in einem konjunkturell schwierigen Umfeld das Thema Fachkräftemangel auf Kundenseite präsent. Es wird also schon deshalb Marktpotenzial in Richtung mannarmer Fertigung und Automatisierung geben. Zudem kommen immer neue Produkte auf Basis nachwachsender Rohstoffe auf den Markt mit denen dann Segmente und Märkte erschlossen werden können, die bisher nicht da waren. Ein Beispiel hierzu sind Holzwerkstoffe aus nonwood-fibres. Auf einmal werden Märkte in Nordafrika und oder Golfregion interessant. Also konjunkturell ist es aktuell schwierig, aber man sollte auch die Chancen nicht kleinreden.

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