Ein wichtiges Thema ist auch die Identifizierbarkeit der Teile nach dem Nesting-Prozess. Wie gehen Sie beim Thema Etikettierung und Stapelbildung vor?
Grundsätzlich kann entweder automatisch oder manuell etikettiert werden. Dabei muss manuelles Etikettieren nicht immer zusätzliches Personal binden – wenn z.B. ein Mann sowieso die Maschine beaufsichtigen und das Material abstapeln muss, kann es sein, dass er – bei entsprechenden Bearbeitungszeiten – noch Zeit übrig hat, in der etikettiert wird. Dank einer einfachen Darstellung des Nesting-Ergebnisses ist auch das händische Etikettieren problemlos. Ein wichtiges Thema ist auch das Bilden von passenden Stapeln, sodass z.B. Material für ganze Wände auf einmal an den Legeplätzen ankommt. Dazu kann bei uns im Nesting z.B. nach Wandnummern gefiltert werden und dann die einzelnen Lagen hintereinander genestet werden.
Eine Herausforderung im Nesting ist oft der Umgang mit Teilen, die Bearbeitungen enthalten, die im Nesting nicht durchgeführt werden können, z.B. doppelseitige Bearbeitungen. Wie gehen Sie mit solchen Teilen um?
Bei stirnseitigen oder untergreifenden Bearbeitungen muss das Teil ein zweites Mal aufgespannt werden. Wir markieren dazu die jeweiligen Teile und nach dem Wende- bzw. Auflegeprozess werden dann die noch offenen Bearbeitungen durchgeführt. Dabei werden sowohl die Markierung als auch die Bearbeitungen automatisch generiert. Auch hier kommt es auf die Details an: Etwa bei der Frage, wie runde Teilen behandelt werden sollen, die eine zweite Aufspannung benötigen. Hier könnte das Teil, wenn es im Nesting komplett ausgetrennt worden ist, nicht mehr sauber angeschlagen werden. Deshalb wird das Teil dann an zwei Kanten rechteckig stehen gelassen – bis auf ein eventuelles Vorritzen -, um wieder eine saubere Anschlagsreferenz zu haben. In der zweiten Aufspannung werden dann die unterseitgen Bearbeitungen durchgeführt und das Teil endgültig formatiert. Alternativ kann der Kunde die Zweitbearbeitungen auch auf einer weiteren Maschine durchführen. Das ist absolut richtig, stellt aber in der Arbeitsvorbereitung eine Hürde dar, da die Bearbeitungen mental aufgedröselt und für verschiedene Maschinen programmiert werden müssen. Für die klassische Kombination mittels Nesting-CNC und Bohr-CNC entwickeln wir derzeit eine Lösung, die die Verteilung der Bearbeitungen auf die beiden Anlagen vollständig automatisiert. In Verbindung mit Barcode-Labels und Barcode-Lesern an den Maschinen kann so ohne Fehlerquellen gearbeitet werden. Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen
Was raten Sie Kunden – insbesondere aus dem Holzbau -, die über die Anschaffung einer Nesting-CNC nachdenken?
Ich denke, man sieht an diesem Interview gut, wie komplex das Thema ist und wie viele Detailfragen sich stellen. Insofern ist Erfahrung und der Wille, sich mit dem gesamten Prozess, von Arbeitsvorbereitung bis Abstapelung, zu beschäftigen, absolut notwendig. Da das Thema Daten einen Großteil der Produktivität einer solchen Anlage beiträgt, raten wir allen Kunden, sich möglichst frühzeitig um das Thema Software zu kümmern. Gerne beraten wir sowohl zur Software als auch zum Gesamtprojekt aus Automatisierungs- und Fertigungssicht.















