
Herstellern von Fenstern, Möbeln und anderen komplexen dreidimensionalen Teilen bietet das Lackieren mit Robotern Gleichmäßigkeit, Effizienz und Prozesskontrolle. Dennoch ist die Einführung der Automatisierung nach wie vor schwierig – aus einem ganz praktischen Grund: Die Programmierung des Roboters erfordert besonderes Knowhow, und das ist immer seltener. Zugleich geht mit der Abhängigkeit von manuellem Lackieren eine weitere Herausforderung einher: Es mangelt an erfahrenen Lackierern. Die Produktqualität von Bauteil zu Bauteil hingegen muss gleich hoch bleiben. Um diese Hürde zu überwinden, hat Cefla T-Mate entwickelt. Dieser Ansatz soll es Anwendern ermöglichen, das Lackieren zu automatisieren, ohne dafür eine komplexe Roboterprogrammierung vorauszusetzen.
Robotern das Lackieren beibringen
Dazu führt der Bediener die Beschichtungsbewegungen mit dem T-Mate-Handgerät an einem echten Werkstück aus – ähnlich wie mit einer manuellen Spritzpistole. Das System zeichnet diese Bewegungen auf und überträgt sie an den Spritzroboter. Sobald das Rezept erstellt ist, können Anwender die Parameter feinabstimmen. Anstatt jede Bewegung durch Punkt-zu-Punkt-Programmierung festzulegen oder den Roboterarm physisch zu führen, erstellt der Bediener die Bewegungsbahn durch eine vertraute Beschichtungshandlung. So wird aus praktischem Prozesswissen ein wiederholbares Roboterrezept. Anwendern verspricht das weniger Abhängigkeit von Roboterprogrammierern sowie eine einfachere Erstellung von Beschichtungsrezepten. Bestehende Rezepte lassen sich anpassen, ohne den Roboter bei jeder Korrektur neu programmieren zu müssen.
Entwickelt für komplexe Formen
Vor allem bei schwer zu beschichtenden Werkstücken verspricht Cefla Vorteile. Fenster, zerlegte Stuhlteile und Musikinstrumente können Kanten, Aussparungen, Ecken und unregelmäßige Geometrien aufweisen, die genaue Bewegungsbahnen und Sprühwinkel erfordern. Hier hängt die manuelle Beschichtung von der Erfahrung des Bedieners ab – und die herkömmliche Roboterprogrammierung wird zur Herausforderung. T-Mate ist für den Einsatz mit verschiedenen Produkten, Substraten und Geometrien ausgelegt. In Kombination mit Fanuc-Sprührobotern, etwa dem mit einer Lesebarriere ausgestatteten iGiotto, kommt Flexibilität hinzu. Denn ist das Rezept erstellt, erkennt die Lesebarriere das ankommende Werkstück sowie dessen Position und ordnet es dem richtigen Rezept zu. Bauteile vor dem Lackieren manuell zu positionieren, ist nicht erforderlich.
Was ändert sich in der Fertigung?
Nicht die Automatisierung selbst bezeichnet Cefla als wichtigsten Vorteil, sondern was sie ermöglicht, sobald der Prozess festgelegt ist. Denn ein Roboter kann dieselbe Bewegungsbahn und dieselben Sprühparameter von Bauteil zu Bauteil wiederholgenau ausführen. Das kann dazu beitragen, Schwankungen zu verringern und die Qualität der Oberfläche unabhängig vom Bediener zu sichern. Für Anwender kann das bedeuten: gleichmäßige Beschichtungsqualität, weniger Abhängigkeit von Fachkenntnissen, verbesserter Einsatz des Beschichtungsmaterials, Flexibilität bei komplexen Bauteilen sowie ein weniger belastendes Arbeitsumfeld für die Bediener.

Fachwissen wird Automatisierung
Ein erfahrener Lackierer weiß, wie er z.B. ein schwieriges Fensterprofil angehen muss – wo er langsamer arbeiten muss, welchen Winkel er wählen und wie er sich um eine komplexe Geometrie bewegen muss. Bislang musste dieses Wissen in einen Roboterprozess übersetzt werden, was einen zusätzlichen Programmierschritt bedeutete. Mit T-Mate gelangt dieses Wissen jedoch direkt an den Roboter. Der Bediener führt die Beschichtung vor, das System zeichnet sie auf, und das fertige Rezept wird Teil eines kontrollierten und wiederholbaren Prozesses. T-Mate kann also dabei unterstützen, Fachwissen zu erfassen und reproduzierbar zu machen.
Gleiche Qualität, weniger Lack
Unternehmen, die noch auf manuelles Lackieren setzen, will Cefla mit T-Mate einen Einstieg in die Automatisierung bieten. Unternehmen wiederum, die bereits robotergestützt beschichten, kann es T-Mate erleichtern, neue Rezepte zu erstellen, Korrekturen vorzunehmen und mit einem vielfältigen Produktmix umzugehen. Somit kann die Technik ein Hindernis für eine Einführung des robotergestützten Lackierens beseitigen: die Komplexität, dem Roboter Anweisungen zu geben. Für Fensterhersteller und Produzenten komplexer Möbelkomponenten liegt der Nutzen in der Praxis, etwa in reproduzierbarer Qualität oder optimiertem Lackverbrauch. Denn T-Mate geht von etwas aus, das der Lackierer bereits versteht: wie er das Bauteil am besten lackiert















