Farbnebelabsauganlage

Energie sparen beim Lackieren und Trocknen

Durch Wärmerückgewinnung werden ca. 60% der in der Abluft enthaltenen Wärmeenergie in einer neuen Farbnebelabsauganlage zurückgewonnen. Der Nacherhitzer in dem Zuluftgerät muss nur die restliche Temperaturdifferenz zu der gewünschten Einblastemperatur erbringen. Bei höheren Außentemperaturen im Sommer ergibt das angenehmere Arbeitsbedingungen für das Lackieren in den Werkstattbereichen Holzbearbeitung und Holzoberfläche im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Doch das ist nur ein Vorteil der neuen Anlage.
 Zuluftgerät mit Wärmerückgewinnung
Zuluftgerät mit Wärmerückgewinnung Bild: Spänex GmbH

Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken ist ein moderner Dienstleister sowohl im öffentlich-rechtlichen Bereich als auch durch die wertvollen Bildungs-, Beratungs- und Förderangebote, die sie den rund 12.600 Handwerksbetrieben in der Region Heilbronn-Franken mit fünf Stadt- und Landkreisen bietet. Ein Schwerpunkt der vielfältigen Aufgaben stellt die Weiterbildung der Handwerker und die Ausbildung des Nachwuchses dar. Dazu gehört im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) eine voll ausgestattete Schreinerei mit den Werkstattbereichen Holzbearbeitung und Holzoberfläche.

Zum Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) gehören 13 Werkstätten, 8 Theorieräume und 2 EDV-Räume. Auszubildende absolvieren in dem BTZ ihre überbetriebliche Ausbildung, Handwerker nutzen diese Möglichkeit zur Fortbildung, und Meisterschüler besuchen Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfung. Das BTZ wird auch von den allgemeinbildenden Schulen genutzt, damit Schüler in den Werkstätten verschiedene Ausbildungsberufe des Handwerks kennenlernen können. Eine der dreizehn Werkstätten ist eine Schreinerei mit den Werkstattbereichen Holzbearbeitung und Holzoberfläche, die mit allen gängigen Maschinen für die Be- und Verarbeitung von Holz und Holzwerkstoffen ausgestattet ist, so dass die überbetriebliche Ausbildung praxisnah gestaltet werden kann.

Die neue Farbnebelabsauganlage

Entsprechend diesem Anspruch als ‚verlängerte Werkbank eines Betriebes‘ gehört auch eine Lackiererei bestehend aus einem Lackier- und einem Trockenraum zu den Einrichtungen der Werkstatt. An die Modernisierung der bisher eingesetzten Farbnebelabsauganlage und den damit verbundenen Erfahrungen im regelmäßigen Schulungseinsatz waren Anforderungen geknüpft, auch mit Blick auf den Energieverbrauch und weiterer Vorgaben, z.B. an die Lautstärke der Anlage. Im Zuge des Ausschreibungsverfahrens wurde dann die Firma Maschinen-Grupp GmbH, Bad Wimpfen beauftragt, die den Kontakt zu der Niederlassung Südwest, der Firma Spänex, hatte. Nach einer intensiven Planungs- und Projektierungsphase wurde das neue Anlagenkonzept den Verantwortlichen der Werkstatt überzeugend vorgestellt, so dass die Firma Grupp gemeinsam mit Spänex den Auftrag zur Realisierung der neuen Farbnebelabsauganlage umsetzte.

Getrennte Anlagen für Lackieren und Trocknen

Abweichend von der Altanlage wurden der Lackier- und der Trockenraum mit zwei getrennten Anlagen ausgestattet, so dass das Lackieren und Trocknen unabhängig voneinander erfolgen kann und somit die größtmögliche Flexibilität im Hinblick auf die Nutzung und die Abläufe besteht. Weiterhin sind für die Lackierung und die Trocknung unterschiedliche Bedingungen bezogen auf die Luftvolumenströme bzw. die Lufttemperaturen in Abhängigkeit von dem Teilespektrum und den eingesetzten Lacken möglich. Der Nachteil des hohen Energieverbrauchs und der Betriebseinschränkungen bei tieferen Außentemperaturen war der Tatsache geschuldet, dass die Abluft direkt ins Freie geblasen und die darin enthaltene Wärmeenergie zur Aufheizung der Frischluft nicht genutzt wurde. Außerdem war das Zu- und Abluftgerät außen aufgestellt, was zusätzliche Wärmeverluste bedeutete. Diese konzeptionellen Nachteile der Altanlage haben sich auch kostenmäßig stark bemerkbar gemacht, da die Wärmeenergie zur Aufheizung der Zuluft in einer mit Gas befeuerten Kesselanlage erzeugt wird.

Zwei neue Zuluftgeräte aufgestellt

Die beiden neuen Zuluftgeräte wurden innen auf einem Profilstahlgestell angeordnet und das Zuluftgerät des Lackierraums mit einem Wärmetauscher ausgestattet, über den in der Heizperiode die angesaugte kalte Außenluft vorgewärmt wird. Durch diese Wärmerückgewinnung werden ca. 60% der in der Abluft enthaltenen Wärmeenergie zurückgewonnen, so dass der Nacherhitzer in dem Zuluftgerät nur die restliche Temperaturdifferenz zu der gewünschten Einblastemperatur erbringen muss. Bei höheren Außentemperaturen im Sommer wird durch die Wärmerückgewinnung ein Kühleffekt erreicht, so dass auch angenehmere Arbeitsbedingungen für den Lackierer im Sommer bestehen.

Steuerung mit Touch-Panel

Einen weiteren wichtigen Beitrag zur Effizienzverbesserung und zur benutzerfreundlichen Bedienung leistet die Steuerungsanlage auf SPS-Basis mit Touch-Panel. Durch sie werden in der kalten Jahreszeit unabhängig von den Außentemperaturen die Einblastemperaturen in dem Lackier- und dem Trockenraum konstant gehalten, wobei unterschiedliche Einblastemperaturen für die beiden Räume gewählt werden können. So kann zum Beispiel die Lufttemperatur in dem Trockenraum in Abhängigkeit von der Lackart höher eingestellt werden, um die Trockenzeiten zu verkürzen. Ein weiterer Aspekt im Hinblick auf die Energieeffizienz sind die über Frequenzumformer betriebenen Motoren der Zu- und Abluftventilatoren. Der Bediener der Anlage kann über die Parametrierung die Drehzahl und damit die Luftmengen vorwählen, die beim Starten des Lackierens bzw. Trocknens automatisch angefahren werden. Weitere wichtige Funktionen zur Sicherstellung des Betriebes sind der Einfrierschutz der Wärmetauscher und die Drucküberwachung der Filterelemente, die den Bediener auf die Sättigung und den notwendigen Austausch der Filterelemente hinweisen.

Wesentlich geringerer Energieverbrauch

Weiterhin verbesserungsbedürftig war der zu hohe Geräuschpegel der Altanlage. Die neuen Anlagen punkten in dieser Hinsicht mit einem wesentlich geringeren Geräuschniveau. Nach einer nun fast eineinhalbjährigen Betriebszeit fassen die Verantwortlichen der Tischlerei die bisherige Erfahrung mit den neuen Anlagen für die Lackiererei wie folgt zusammen: „Mit der neuen Anlage konnte der Energieverbrauch wesentlich reduziert werden, was auch eine entsprechende Kosteneinsparung bedeutet. Weiterhin sind die Betriebseinschränkungen in der kalten Jahreszeit entfallen und die Anlage arbeitet wesentlich leiser. Ein weiterer für uns wichtiger Vorteil ist die erreichte Flexibilität bei der Nutzung der Anlage und die Möglichkeit, die relevanten Größen, die auf die Oberflächenqualität Einfluss haben, wie die Lufttemperaturen, die Zuluft- und Abluftvolumenströme, etc. variabel in Abhängigkeit von der Lackart einstellen zu können. Auch die gesamte Abwicklung des Projektes hat zu unserer Zufriedenheit beigetragen, sodass wir davon überzeugt sind, mit den Firmen Maschinen-Grupp und Spänex die richtigen Partner für diesen Themenbereich gefunden zu haben“.

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