Anzeige

Lesedauer: 4 min
15. April 2020
Die Versorgung sicherstellen
Seit Ausbruch der Corona-Pandemie machen sich Unternehmen verstärkt Gedanken über Versorgungssicherheit und Aufrechterhaltung der Lieferketten. Mitunter wird hier davon ausgegangen, dass nur 'die anderen' betroffen sind. Was aber passiert in der Materialwirtschaft, wenn das Virus die eigene Unternehmenspforte überschreitet?
 Die Bestellung im Rahmen der Qwiki-Methode
Die Bestellung im Rahmen der Qwiki-MethodeBild: Agimero GmbH

Lieferpartner berichten bereits davon, dass immer mehr Bestellungen wieder per Mail, Fax oder gar Telefon eingehen, ungeachtet der höheren Prozesskosten und anschließenden Schwierigkeiten bei der Zuordnung im Wareneingang, der Rechnungsverbuchung und Zuordenbarkeit zu den anfordernden Stellen. Die Versorgungskette beginnt nicht erst beim Lieferanten, sondern beim Anforderer im Unternehmen. Der Bedarf wird an den Einkauf übergeben, der die operative Beschaffung ausführt. Bei Wareneingang wird die Lieferung geprüft, gebucht und letztlich in der Finanzbuchhaltung zur Zahlung angewiesen. In allen Bereichen führen Menschen diese Prozesse durch. Oft sind die Tätigkeiten noch mit einem hohen manuellen Anteil verbunden. Mit Corona wird deutlicher denn je, dass hier ein krankheitsbedingtes Ausfallrisiko besteht, das die Versorgungskette im Betrieb zum Erliegen bringen kann.

Bild: Agimero GmbH

Beschaffungsprozess digitalisieren

Ein wichtiger Baustein zur Absicherung der Versorgungskette ist die Digitalisierung des Beschaffungsprozesses. Durch die Automatisierung von Bedarfsauslösung, Disposition, Wareneingangskontrolle und Zahlungsregulierung wird die interne Beschaffungskette für indirekte und direkte Leistungen aufrechterhalten. In der Praxis bedeutet das eine möglichst automatisierte Disposition, etwa durch E-Kaban, Scannen, optische oder sensorische Verbrauchsmessung, direkt übermittelt an die Lieferanten per elektronischer Schnittstelle. Auf die gleiche Weise lassen sich Auftragsbestätigung und Liefernachweis kommunizieren, damit sogar die Wareneingangsbuchung entfallen kann. Zu guter Letzt werden nach Zustellung Rechnungen automatisch übertragen und ins ERP eingespielt. Durch einen Leitstand, der auch im Homeoffice aufrufbar ist, wird der Einkauf in die Lage versetzt, die Aufgabe der Prozessmoderation effizient bewältigen zu können, lediglich bei Abweichungen muss gegebenenfalls noch korrigiert werden.

Online Material bestellen

Marbeho betreibt unter dem Namen Smartpro seit mehreren Jahren eine Einkaufsplattform. Mit derzeit über 12 Millionen Artikeln und mehr als 200 Lieferpartnern deckt die Plattform den üblichen Bedarf von produzierenden Unternehmen oder Verwaltungen ab. Im Zuge von Corona bietet Marbeho über die Tochter Agimero jetzt mit Qwikion ein Einstiegsmodul ohne Lizenzgebühren an. Kostenfrei kann sich jedes Unternehmen online anmelden und sofort mit Bestellungen beginnen. In beiden Varianten können Rechte bezüglich Lieferpartner, Warengruppen oder Bestellwert bis auf den Materialanforderer vergeben werden, sodass im Homeoffice, in der Produktion oder Instandhaltung direkt und ohne Zeitverzug benötigtes Material bestellt werden kann. Der Einkauf verfolgt alles in einem Cockpit.

Beide Programmvarianten haben den Vorteil, dass das Unternehmen nur noch einen Kreditor (Marbeho) hat und alle Vorgänge digital (Stichwort EDI) abgewickelt werden. So können beide Systeme die Prozesskosten reduzieren. Ergänzend zur Plattform und zur Integration in ein anderes System bietet die Agimero unter dem Oberbegriff Qwiki-Methode Lösungen zu weiterer Digitalisierung von Prozessen an:

• Qwikiboards zur direkten Bestellung von Artikeln über RFID-getaggte Materialkärtchen,

• Qwikibigbox für die Bestellung von Materialschüttungen, wobei sich die Taggs direkt an Kanban-Schütten befinden,

• Qwikicontrol, ein digitaler Fertigungsleitstand (insbesondere für Musterbau oder Kleinserien),

• Qwikififo für digitale Fifo-Boards zur Fertigung.

Mit diesen Lösungen können Fachabteilungen ihre Ressourcen auf die neuen Herausforderungen fokussieren. Besonders Themen wie Nachfragerückgang, kritische Versorgungslagen, Risk-Management, Liquidität, Personalkosten, Überarbeitung des Forecastings verlangen jetzt Aufmerksamkeit.

AGIMERO GmbH
www.qwiki-methode.com

Das könnte Sie auch interessieren

Bild: Biesse / Prewi
Bild: Biesse / Prewi
Bearbeiten in einem Durchgang

Bearbeiten in einem Durchgang

Türhersteller haben ein tiefbohrendes Problem. Eine zeit- und kostenoptimierte Produktion erfordert den kompletten Bearbeitungsprozess in einem Durchgang, ohne Drehen des Werkstücks oder Eingreifen eines Bedieners. Für die Ausfräsungen des Schlosskastens bedeutet das eine große Herausforderung. Prewi hat diese angenommen und für Biesse, den Spezialisten für Holzbearbeitungsmaschinen, ein robustes und präzises Aggregat erschaffen.

Bild: Dieffenbacher GmbH Maschinen- und Anlagenbau
Bild: Dieffenbacher GmbH Maschinen- und Anlagenbau
Zwei Produktionslinien mit Leimeinsparsystemen ausgestattet

Zwei Produktionslinien mit Leimeinsparsystemen ausgestattet

Im Januar 2021 haben Finsa aus Santiago de Compostela, Spanien, und der deutsche Maschinen- und Anlagenbauer Dieffenbacher die Verträge über die Lieferung von insgesamt vier Leimeinsparsystemen für die beiden Produktionslinien am Finsa-Standort in Nelas, Portugal, unterzeichnet.

Zwei Projet werden zur Reduzierung des Leimverbrauchs in der MDF-Produktion eingesetzt, während ein weiterer Projet und ein Evojet P in einer ganz speziellen Anlage für Leimeinsparungen sorgen sollen: Finsa produziert Platten mit einer Span-Mittelschicht, die auf beiden Seiten von MDF-Deckschichten umgeben ist.

Bild: Deutscher Holzwirtschaftsrat e. V.
Bild: Deutscher Holzwirtschaftsrat e. V.
„Wir müssen den Waldumbau neu denken.“

„Wir müssen den Waldumbau neu denken.“

Um die Ökosystemleistungen der Wälder und die Rohstoffversorgung der Gesellschaft dauerhaft zu sichern, hat der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) zum internationalen Tag des Waldes (21.3.2021) schnellere politische Maßnahmen für den Waldumbau gefordert. „Wir können uns eine romantische Sicht auf den Wald nicht mehr leisten und müssen alles dafür tun, dass der Wald klimastabil wird.

Anzeige