
Vor mehr als 40 Jahren gründeten zwei Tüftler d&b Audiotechnik in Korb bei Stuttgart. Ende der Achtzigerjahre verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz in eine ehemalige Spinnerei im baden-württembergischen Backnang. Heute beschäftigt die Firma über 700 Mitarbeiter – und entwickelt, fertigt und vertreibt Produkte für professionelle Audiotechnik in fast hundert Länder. Zentraler Ansatz: die umfassende Systemintegration. Alle Produkte sind aufeinander abgestimmt, d&b-Lautsprecher z.B. können nur mit d&b-Verstärkern betrieben werden. Zu diesem Ansatz gehören auch vernetzte Softwarelösungen, Service und Support – einschließlich Seminare und Schulungen zur Vermittlung von Fachwissen. Mit dieser Philosophie will der Hersteller von Beschallungssystemen Effizienz, Konsistenz und Anwendungsfreundlichkeit erreichen.

Engpass Beschichtung
Um diesen Anspruch auch bei steigender Nachfrage einhalten zu können, setzte man 2018 das Programm Operations Excellence auf. Ziel: eine zuverlässige Wertschöpfungskette, die geplante Stückzahlen termin- und qualitätsgerecht herstellt. Bei der Berechnung der Kapazitäten ergab sich, dass die Oberflächenbeschichtung einen Engpass in der Produktion darstellte. Jedoch ließ sich die vorhandene Anlage nicht mehr erweitern. Daher entschied d&b, die PU-Spritzstände, Lackierkabinen und Trockner inklusive Zubehör aus zwei Standorten in einer neuen Halle zu vereinen. Der VCMC-HZ spannt Werkstücke seitlich. Sein beidseitiger Anschlag senkt Rüstzeiten und steigert die Leistung. Vier Spannhöhen und die Wahl zwischen Druckluft oder Mechanik garantieren Anwendern maximale Flexibilität. ‣ weiterlesen
Mehr Platz auf Konsolentischen
Eine Halle, vier Anlagen
Installiert wurden hier vier neue Anlagen – mit den entsprechenden Arbeitsplätzen für Montage, Oberflächenvorbereitung und -beschichtung. 2021 erhielt Heimer den Auftrag, diese Arbeitsplätze zu gestalten und einzurichten sowie die komplette Anlagentechnik zu liefern. Der Hersteller plante den Neubau für eine Zielkapazität über das Jahr 2028 hinaus. Annahme: Der Output von rund 41.000 Lautsprechern im Startjahr der Anlage wird sich verdoppeln. Folgerichtig wurde die neue Produktion als geradlinige Lean Production mit moderner Anlagentechnik ausgeführt. Heimer setzte bei der Zusammenarbeit auf die Kenntnisse des d&b-Teams. In der jetzt entstandenen Halle T baute man die Lautsprecherfertigung inklusive Beschichtungseinrichtungen neu auf. Das Zentrum besteht aus mehreren Spachtel- und Schleifplätzen sowie Kabinen für Finish, Zwischenschliff und Lackierungen. Hierzu zählen auch zwei PU-Roboterkabinen mit automatischer Roboterapplikation. Enthalten sind außerdem Einrichtungen zum Trocknen und zum Absaugen von Schleifstaub sowie Entlüftungen für die Lacklagercontainer. All das auf 3.600m².
Standorte mit Steuerung
Heimer lieferte die gesamte Luft- und Aggregatetechnik inklusive einer großflächigen Aggregatebühne. Die Anlagentechnik wird mit einer zentralen Steuerung des Herstellers mit Siemens F-SPS und umfangreicher Visualisierung in der Fertigung realisiert. Touchpanels an verschiedenen Standorten sorgen für eine einfache, intuitive Steuerung und Bedienung. So kann der Betreiber schnell an der nächsten Visualisierung einzelne Arbeitsplätze zu- und abschalten – und den Status der Arbeitsplätze sowie der Luftkonditionierung ablesen. Eine Fernwartungsanbindung erlaubt Support bei Fragen oder Änderungswünschen in Echtzeit. Vor allem bei der geforderten Verfügbarkeit von über 99% der Gesamtanlage ist das maßgeblich.

















