t3-System-Fräser von Leuco

Scharf und sauber

Leuco ermöglicht mit dem neu gedachten t3-System-Fräser Fügen, Falzen und Formatieren von Massivholz und Holzwerkstoffen auf kleinstem Raum. Mit hoher Zerspanleistung erzeugen die Fräser mit den Dreieck-Wendeplatten ausrissfreie Oberflächen und sind mit ihrem kompakten Aufbau prädestiniert für das Fräsen von Freiformen im Treppenbau.
Neu gedacht: Die spezielle Schneidenanordnung und die bombierten Deieck-Wendeplatten prädestinieren den t3 für das ausrissfreie Fräsen von Freiformen. – Bild: Leuco Ledermann GmbH

Zeitaufwändiges Nacharbeiten von unsauberen Oberflächen und Kanten nach dem Fräsen gehören nicht zu den beliebtesten Aufgaben in der Holzverarbeitung. Der t3-System-Fräser aus dem umfangreichen Messerkopf-Programm von Leuco bietet nicht nur eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten, sondern erzeugt mit seiner speziellen Schneidenanordnung im Vergleich zu herkömmlichen Sprialmesserköpfen ausrissfreie Füge- und Falzflächen. Das bedeutet weniger Nacharbeit – gerade im Türen- und Möbelbau wie z.B. der Fertigung von Türfalzen ein nicht unerheblicher Vorteil. Durch das spiralförmige Eintauchen des Fräsers lassen sich auch kleine Ausschnitte für spezielle Zapfen- und Spezialverbindungen im Holzbau herstellen. Mit seinem kompakten, schlanken Aufbau eignet sich das Werkzeug bestens für das Fräsen von Freiformen wie Rundbögen oder Krümmlingen im Treppenbau. Vor der Markteinführung hat Leuco das neue System ausgiebig in Langzeitversuchen getestet, wie Produktmanager Alexander Steinhart betont: „Der t3 bestätigte nicht nur die in ihn gesteckten Qualitätserwartungen, er hat sie sogar bei weitem übertroffen.“ Das neue System findet vom anspruchsvollen Handwerk bis zur industriellen Anwendung mit hohen Leistungsanforderungen sein Einsatzgebiet auf CNC-Maschinen zur Massivholzbearbeitung und auf Abbundanlagen im Holzbau.

 Mit einem Inbus lassen sich alle 18 Platten inklusive Reinigung in ca. 10 bis 15 Minuten wechseln.
Mit einem Inbus lassen sich alle 18 Platten inklusive Reinigung in ca. 10 bis 15 Minuten wechseln. – Bild: Leuco Ledermann GmbH

Spezielle Schneidenanordnung

Die bombierte Dreieck-Wendeplatte erlaubt es, die Achswinkel für den ziehenden Schnitt optimal zu setzen und verhindert dadurch eine Absatzbildung bei den Überschnitten. Zusätzlich werden durch die Dreieck-Form die Achswinkel so gelegt, dass beim Fügen- und Falzen eine ausgezeichnete Oberflächen- und Kantenbearbeitung erreicht wird, die Rückseite des Messers steht dabei nicht vor. Genau die unterscheidet den Messerkopf-Fräser von anderen Spiralmesserköpfen. Bei viereckigen Wendeplatten zieht die äußerste Schneide immer in Richtung Kante. Diese Schnittrichtung führt zu unsauberen Kanten. Das t3-System kennt dieses Problem nicht. Die Dreieck-Wendeplatten sind so positioniert, dass der Achswinkel immer in die richtige Richtung zieht. Der optimierte Achswinkel der Schneide führt zu einem geringen Schnittdruck. Dieser ermöglicht nicht nur eine hohe Zerspanleistung, sondern führt ebenfalls zu weniger Verschleiß der Hartmetall-Wendeplatte. „In der Praxis hat sich der Fräser mit den bombierten Triangel-Wendeplatten nach seiner Markteinführung inzwischen bewährt“, wie Steinhart betont, „die Resonanz unserer Kunden ist durchweg positiv“. Die innovative Schneidenanordnung des t3 aus der Ideenschmiede von Leuco hat der Hersteller inzwischen zum Patent angemeldet.

Der t3 im Detail

Der Schaftfräser mit seinen dreieckigen HW-Wendeplatten für CNC- und Abbundanlagen eignet sich zum Absatz- und ausrissfreien Fügen, Falzen und Formatieren von Massivhölzern und Holzwerkstoffen. Die bombierten Triangel-Wendeplatten mit hoher Zerspanleistung fräsen mit von unten nach oben und von oben nach unten ziehenden Schneiden absolut ausrissfrei, es ergeben sich keine Absätze auf dem bearbeiteten Werkstück. Das gilt natürlich auch beim spiralförmigen Eintauchen des t3 beim Freiformfräsen für Taschen mit einem Durchmesser über 60mm. Drei Standzeiten sind mit den dreieckigen Wendeplatten aus Hartmetall möglich. Bei allen vier rechts schneidenden Modellen beträgt der Flugkreisdurchmesser des Fräskopfes 54mm, die Schaftlänge 52mm und die Zähnezahl 2+2. Je nach Ausführung variieren die Gesamtlänge von 120mm bis 162,5mm und die Schnittbreite von 63mm bis 106,5mm. Mit einem Schaftdurchmesser von 20mm oder 25mm und 12 bis 18 Schneidlingen erreicht das t3-System eine maximale Drehzahl nmax von 12.000min-1 bis 22.000min-1. Falls das Katalogprogram nicht den passenden Fräser bietet, erfüllt Leuco laut Steinhart „für eine außergewöhnliche Kanten- und Oberflächenqualität gerne die speziellen Wünsche der Kunden nach weiteren individuellen Abmessungen.“

Unser Redaktionsleiter Peter Schäfer hat nachgefragt und Leuco Produktmanager Alexander Steinhart zur Entstehungsgeschichte des t3-System-Fräsers auf den Zahn gefühlt.

Alexander Steinhart, t3-System Produktmanager von Leuco
Alexander Steinhart, Produktmanager bei Leuco – Bild: Leuco Ledermann GmbH

Ihr t3 Messerkopf-Fräser hat sich innerhalb kurzer Zeit fest auf dem Markt etabliert, haben Sie im Vorfeld mit so einem Erfolg gerechnet?

Alexander Steinhart: Vom Erfolg waren wir nach den ersten Praxistests überzeugt, aber dass sich unser t3 dann doch relativ schnell einen guten Ruf erfräst, haben wir in dieser kurzen Zeit nicht unbedingt erwartet.

Was gab den Ausschlag für Ihre Entwicklungsabteilung, den herkömmlichen Fräserpfad zu verlassen und bei der Schneidenanordnung völlig neue Wege zu beschreiten?

Steinhart: Die Initialzündung war tatsächlich eine Kundenanfrage. Bei herkömmlichen Fräsern, egal ob quadratisch oder dreieckig, zeigt die äußere Schneide nach außen und das führt zu unsauberen Kanten. Beim t3 zeigen alle Messer immer zur Platte, man kann sowohl fügen wie auch fräsen und hat immer, ganz ohne aufwändige Nachbearbeitung, saubere und hochwertige Oberflächen und Kanten.

Wie lange hat Entwicklung des Messerkopfes von der Idee bis zur Serienreife gedauert?

Steinhart: Das ging relativ schnell vonstatten, alles in allem nur ca. ein halbes Jahr.

Für ein neues Konzept eine erstaunlich kurze Zeit – gab es den keine Schwierigkeiten bei der Entwicklung?

Steinhart: Nicht wirklich, wir konnten bezüglich des Materials, der Messeranordnungen, Winkel und Krafteinwirkungen auf unser langjähriges und umfangreiches Know-how zurückgreifen – wir wussten also, was zu tun ist, um das im Vergleich zu Alu oder Kunststoff wunderbare, aber gleichzeitig auch unberechenbare Naturprodukt Holz kontrolliert zu bearbeiten. Das hat sich mit den ersten Ergebnissen bestätigt, ganz egal ob es sich um Hart- oder Weichholz handelte.

Was unterscheidet den t3-Systemfräser von herkömmlichen Fräsern mit einer quadratischen oder dreieckigen Wendeplatte? Welche Besonderheiten zeichnen ihn aus?

Steinhart: Bei den auf dem Markt angebotenen Fräsern zeigt eine Seite, wie schon erwähnt, in der Regel nicht zum Holz, bei unserem t3 ziehen alle Schneidplatten immer Richtung Holz. Der Fräser zerspant jede Art von Massivholz für den Möbelbau schnell und sauber. Eine Nachbearbeitung ist in der Regel nicht notwendig, da unser schlanker Schaftfräser durch die spezielle Konstruktion mit einer ausgeklügelten Messer- bzw. Schneidenanordnung sehr fein und exakt arbeitet und auch nur sehr flockige Späne hinterlässt….

Die Möbelfertigung haben Sie gerade erwähnt, welche Vorteile bietet er in anderen Bereichen, wie z.B. im Treppenbau?

Steinhart: Mit seinem kompakten Aufbau ist er ist prädestiniert für die exakte, schnelle Bearbeitung von individuellen Werkstücken und das Fräsen von Freiformen, wie beispielsweise Rundbögen oder Krümmlingen.

Wie steht es um die Standzeiten?

Steinhart: Nach unseren bisherigen Erfahrungen entspricht sie ungefähr der von herkömmlichen Fräsern, unabhängig davon, ob dies drei- oder viereckig sind.

Das klingt sehr kosteneffizient, da auch die Nachbearbeitung entfällt – wie schaut es mit der Benutzerfreundlichkeit aus, z.B. beim Reinigen oder Werkzeugwechsel?

Steinhart: Ganz einfach mit einem 6er Standard-Inbus, die Messer zentrieren sich beim Einbau selbst, dafür gibt es eine beidseitige Führung. Für den Wechsel aller Platten inklusive Reinigung benötigt man nur ca. 10 bis 15 Minuten.

Sie haben den t3 auf Anregung von Kundenseite entwickelt, wie war bisher deren Resonanz auf Ihre Neuentwicklung?

Steinhart: Positiv, ausgesprochen positiv. Es kam noch nie ein Fräser zurück – viele Kunden wollten den Fräser nach der Vorführung durch den Vertrieb nicht mehr hergeben…. Er hat wirklich nur einen einschneidenden Nachteil: Sie brauchen Handschuhe, wenn Sie ihn in die Hand nehmen, weil die Messer so scharf sind…

Über Leuco: Erfolgreich mit Tradition und Innovation

Seit langem gilt Leuco, das 1954 von dem Kaufmann Willi Ledermann und dem Techniker Josef Störzer gegründete Familienunternehmen mit weltweit 1.200 Mitarbeitern, als einer der international führenden Anbieter von hartmetall- und diamantbestückten Maschinenwerkzeugen für die Holz- und Kunststoffbearbeitung. Das Werkzeugangebot umfasst Kreissägeblätter, Zerspaner, Bohrungs- und Schaftwerkzeuge, Bohrer, Spannmittel und Wendeplatten. Angebote wie ein Schärfservice, Anwendungsberatung und Dienstleistungspakete, die unter dem Begriff Toolmanagement gebündelt werden, runden das Spektrum des Unternehmens aus Horb am Neckar ab. Zu den Kunden der Firma mit Direktvertrieb gehören Sägewerke, die Bau-, Möbel- und Plattenindustrie sowie Innenausbaubetriebe.

Das könnte Sie auch Interessieren