
In der Fertigung von Türen- und Zargenherstellern gehören Holzstaub und -späne zum Tagesgeschäft. Umso wichtiger ist eine starke Absaugtechnik: Für saubere Luft am Arbeitsplatz muss sie sorgen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Staubemissionen schützen und Produktionsausfälle vermeiden. Im West-Münsterland ist im Rahmen einer neuen Zargenproduktion ein Projekt entstanden, dessen technische Ansprüche eine individuelle Absauglösung erfüllt. Seit Ende 2024 unterstützt sie die Produktion zuverlässig.
Staubfrei nach Kundenwunsch
Die Anforderung war klar: die anfallenden Späne und Stäube der neuen Zargfertigung im Zwei-Schicht-Betrieb absaugen, darunter auch eine Schuko-Zerkleinerungsmaschine. Auf der Grundlage von Kundenwünschen und unter der Leitung von Schuko-Vertriebler Ulrich Scheidweiler entstand ein ganzheitliches Absaugkonzept. Für die staubfreie Fertigung sorgt seither eine industrielle Filteranlage vom Typ Validus.
Abluft – rein oder raus?
Diese außen aufgestellte Reihenfilteranlage besteht aus vier Elementen. Ausgestattet ist sie mit einer automatischen Abreinigung über Druckstoß sowie Filterschläuchen der Staubklasse M. Zwei fest installierte Absaugstränge führen die abgesaugte, warme Produktionsluft der Filtereinheit zu. Mittels einer frei einstellbaren, manuellen Sommer-/Winterschaltung gelangt die Abluft wahlweise nach draußen oder zugfrei über Rückluftkanäle zurück in die Halle. Für den Umluftbetrieb ist eine kontinuierliche Reststaubgehaltsüberwachung im Rückluftkanal installiert.
Gefahrlos Stäube übergeben
Die herausgefilterten Holz-Stäube werden im Filtergehäuse gesammelt und über ein hydraulisches Schubbodensystem der Atex-geprüften Zellenradschleuse zugeführt. Die wiederum trägt das Material gefahrlos aus dem Filtergehäuse und übergibt es in eine Absaugrinne.

Keine Stillstände, angepasster Bedarf
Für die finale Entsorgung der Stäube und Späne stehen zwei Silos bereit. Je nach Füllstand steuert sie eine elektrische Umschaltweiche an. Um den 200 Meter langen Weg zu den Bunkern zuverlässig zurückzulegen, richtete Schuko eine pneumatische Förderleitung ein – ausgestattet mit zwei Transportventilatoren. Sind beide Bunker gefüllt, kommt eine zusätzliche Notaustragung in einen weiteren Planen-Container ins Spiel, der über eine weitere Umschaltweiche manuell angesteuert wird und so die Abläufe ohne ungeplante Stillstände sichert. Mit vier frequenzgeregelten Ventilatoren im Reinraum arbeitet die Unterdruck-Filteranlage energiesparend in Kaskadenschaltung. Anders ausgedrückt: Sie passt die Ventilatorleistung automatisch an den Absaugbedarf an.
Sicherheit nach Vorschrift
Hinter der Anlage steht ein Sicherheitskonzept, das alle Vorschriften hinsichtlich Brand- und Explosionsschutz für Absaug- und Filteranlagen erfüllt. So sorgen Atex-Rohrrückschlag-Klappen für das explosionstechnische Entkoppeln in der Rohgasleitung. Auch in der Transportleitung zum Spänebunker findet sich eine solche Klappe – bei einer Explosion verschließt sie die Leitung flammsicher. Druckentlastungsflächen, Brandschutzklappen und Rauchmelder schaffen zusätzliche Sicherheit.
„Alles im grünen Bereich“
Das gesamte Absaug- und Filtersystem verfügt über eine individuell programmierte SPS-Steuerung. Zudem weist der Elektroschaltschrank mit Farbdisplay und Touchscreen ein leicht bedienbares Fernwartungsmodul auf. So lassen sich die Anlage und ihre Abläufe aus der Ferne beobachten und bei Bedarf anpassen. Seit zwei Jahren sorgt die Absauglösung im West-Münsterland für saubere Luft in der Zargenfertigung. Der Projektverantwortliche Vertriebler Ulrich Scheidweiler ist zufrieden: „Alles im grünen Bereich.“
















