Mit Hochdruck spänefrei

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Das Drehkolbengebläse für die Hochdruckleitung wurde platzsparend direkt neben der Filteranlage aufgestellt. – Bild: Rippert GmbH & Co. KG

Fritz Becker ist ein traditionsreiches mittelständisches Unternehmen und hat sich auf die Verformung von Holz und Vlies spezialisiert. Mit über 700 Mitarbeitern an drei Standorten entstehen hochwertige Serienprodukte in enger Zusammenarbeit mit Designern und Kunden. Forschung, Innovation und ein partnerschaftliches Miteinander prägen die Firmenkultur seit vier Generationen. Um die hohen Ansprüche an Qualität und Nachhaltigkeit auch in der Produktion zu sichern, setzt Becker auf Absaug- und Filtertechnik. Im Rahmen einer umfassenden Modernisierung stattet Rippert die Fertigung derzeit mit einer energetischen Absaugung aus.

Nachhaltig durch Absaugtechnik

Die neue Anlage soll einerseits für eine saubere Arbeitsumgebung sorgen und andererseits durch intelligente Steuerung und energieoptimierte Ventilatorentechnik dazu beitragen, den Energieverbrauch des Unternehmens zu reduzieren. Mithilfe von Frequenzumrichtern und bedarfsgerechter Regelung der Luftmengen passt sich die Absaugleistung an die tatsächlichen Anforderungen in der Produktion an. So kann Becker Strom und Wärme sparen.

Modernisierung in drei Baustufen

Das Projekt setzte Rippert in drei Baustufen um. Die erste Stufe schloss der Hersteller aus Herzebrock-Clarholz im Sommer 2025 ab. In diesem Jahr folgt die zweite Ausbaustufe, die dritte ist für den Sommer 2027 geplant. Im Zuge dieser Modernisierung ersetzt Rippert insgesamt vier ältere Filteranlagen, deren Ventilatoren einen geringen Wirkungsgrad aufweisen. Nach Abschluss aller Maßnahmen soll die neue Absauganlage eine Luftmenge von rund 280.000 Kubikmetern pro Stunde erfassen. Damit kann Becker sowohl die Effizienz als auch die Nachhaltigkeit in der Produktion steigern.

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Rippert-Filteranlage vor dem Becker-Produktionsgebäude – Rippert GmbH & Co. KG

Materialtransport über 200 Meter

Ein besonderes Merkmal der neuen Anlage: der Transport des abgesaugten Materials. Statt auf herkömmliche Ventilatorentechnik zu setzen, erfolgt der Materialtransport über Hochdruckförderung. Dabei gelangen die abgeschiedenen Späne und Stäube von der Filteranlage in ein rund 200 Meter entferntes Silo. Gegenüber klassischen Ventilatoren verspricht diese Technik deutlich niedrigere Volumenströme. Stattdessen ist mehr Druck verfügbar, sodass auch große Materialmengen über lange Förderwege sicher und effizient transportiert werden. Das verbindet Betriebssicherheit mit Energiesparen.

Von Kalkulation bis Umsetzung

Die Ausarbeitung und Kalkulation des Projekts wurden zunächst vom technischen Vertrieb durchgeführt. Nachdem Becker die Pläne freigegeben hatte, übernahm das zuständige Team von Rippert die detaillierte Planung und Realisierung der Anlage. Durch die enge Zusammenarbeit von technischer Konzeption, kaufmännischer Abstimmung und Projektbegleitung entstand eine individuelle Lösung, abgestimmt auf die Produktion bei Becker. Ein solches Projekt auf die Beine zu stellen, war nur möglich, weil sich Becker intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Zusätzlich hatten alle Beteiligten jederzeit das gemeinsame Ziel im Blick. Besser kann man eine solche ‚Operation am offenen Herzen‘ nicht durchführen.

Leistung mit ökologischem Anspruch

Erst die enge Abstimmung zwischen Becker und Rippert ermöglichte die passgenaue Integration der Absauganlage in die bestehende Produktion. Neben der Energieersparnis verspricht die Anlage auch hohe Betriebssicherheit, geringe Wartungsaufwände und nachhaltig verbesserte Bedingungen am Arbeitsplatz. Und Becker setzt ein Zeichen für eine zukunftsorientierte, ressourcenschonende Fertigung – mit dem Anspruch, technische Leistung mit ökologischer Verantwortung zu verbinden.