
Der Transport von Möbel und Einrichtungsgegenständen bindet erhebliche Ressourcen. Vormontierte Möbel erfordern hohen personellen Aufwand beim Verpacken und Transportieren und nehmen deutlich mehr Platz ein als lose verpackte Einzelteile. Deshalb sollten Möbel so geplant werden, dass der Transport weder logistisch noch finanziell zur Herausforderung wird. Das betrifft nicht nur die Tischlerei, die ihre Einrichtungen selbst anliefert und montiert. Es betrifft auch den Speditionsversand, der Maße, Gewicht und Palettenkosten in Rechnung stellt.
Herausforderungen beim Transport
Auch beim Transport von Einzelteilen ist es wichtig, sie so zu fertigen und zu verpacken, dass sie möglichst ohne Schäden ankommen. Überstehende Beschläge können Oberflächen während des Transports verkratzen und Ersatzlieferungen, Reparaturen und Nacharbeiten nach sich ziehen. Vor Ort müssen die Teile sortiert, zugeordnet und oft durch enge Flure oder Treppenhäuser getragen werden – zu groß oder zu schwer ist also keine Option. Außerdem sollten Montageaufwand und Anzahl der nötigen Verbinderteile beherrschbar bleiben.
Modular in mehreren Varianten
Mit dem Modular bietet Knapp einen modularen, einfach montier- und zerlegbaren Verbinder an, der Möbelfertigung mit überschaubarem Transport- und Montageaufwand erlauben soll. Er ist als Einzel- bzw. Doppelclip in gekröpfter Form erhältlich sowie als flacher Doppelclip zum Einlass. Die Optionen reichen von ‚durchführend‘, ‚leicht‘, ’schwer‘ bis ’nicht lösbar‘. Darüber hinaus ist eine Anti-Torsion-Variante erhältlich. Als Gegenstück zu dem in einer Frästasche verdeckt verschraubten Verbinder kommt eine in verschiedenen Ausführungen erhältliche Schulterkopfschraube zum Einsatz, die die Verbindung durch Einschieben arretiert. Auch eine Variante für Mittelwandkonstruktionen bietet Knapp an. Zusätzlich zum Verbinder können Flachdübel in die Konstruktion integriert werden, wobei die Nutlänge entsprechend einseitig verlängert werden muss.

Klassisch oder modern verarbeiten
Die Frästasche für den Modular kann sowohl mit einer Oberfräse als auch mit einer CNC- oder Nestingmaschine umgesetzt werden. Dabei ist nicht entscheidend, ob die Fräsung als Nut oder maßhaltig als Frästasche gefräst wird. Wichtig bei jeder Ausführung des Modular ist vielmehr, dass die Tiefe der Tasche eingehalten wird – sie bestimmt die Qualität der Verbindung. Die maschinelle Fertigung bietet den Vorteil, dass sämtliche erforderliche Frästaschen und Schraublöcher gleichzeitig präzise bearbeitet werden können. Bei der handwerklichen Verarbeitung hingegen sorgt eine Bohrschablone für den Sitz der Bohrungen. Die übliche Fünf-Millimeter-Rasterbohrung für Bodenträger, Topfband und Euroschraube reicht zum Einschrauben der Schulterkopfschraube, dem Befestigungspunkt des Modular. Für den schonenden Transport empfiehlt sich zudem, die Schrauben erst während der Montage einzusetzen.
Ein Verbinder für Materialvielfalt
Möbel bestehen heute selten aus nur einem Material. Massivholzelemente werden oft mit Bauteilen aus verschiedenen Holzwerkstoffen kombiniert – mit jeweils eigenen Eigenschaften. So verhält sich eine Verschraubung in der Schmalfläche einer Spanplatte anders als etwa in einer Multiplexplatte. Auch die Holzrichtung beeinflusst die Auszugswerte. Entscheidend für die Qualität der Verbindung ist daher die Wahl der Schraube. Beim Modular ist ein Verbinder für alle Einsätze genug.

Werkstoffe und Verarbeitung im Fokus
Im Werkstatttest wurden daher für den Möbelbau typische Werkstoffe mit dem Modular verbunden, darunter Massivholz, Spanplatte, MDF, Dreischichtplatte und Multiplex. Auch die Mittelwandlösung und der flache Doppelclip wurden so getestet. Alle Verbindungen wurden mehrfach montiert und demontiert und auf Stabilität geprüft. Im Fokus stand unter anderem die einfache Verarbeitung. Für die Montage erwiesen sich Schonhammer oder Schraubzwinge als beste Hilfsmittel. Einfaches Verschieben genügte, um die Verbindung zu arretieren. Zudem zeigte sich schnell, dass der Modular feste und stabile Verbindungen ermöglicht. Sie können bei Bedarf reversibel zerlegt und wieder zusammengebaut werden – außer bei der nicht-lösbaren Version, um etwa eine Verleimung unsichtbar und sicher zu spannen, die nicht mit Schraubzwingen spannbar ist.
Fazit: Viele Verbindungslösungen möglich
Ergebnis dieser Tests: Unsichtbare, selbstspannende, stabile und zerlegbare Verbindungen im Möbelbau sind mit dem Modular keine Herausforderung. Ob handwerklich oder technisch anspruchsvoll verarbeitet, der Verbinder schafft viele alltägliche Verbindungslösungen. Für Stefan Böhning steht daher fest: „Der Modular kommt zukünftig in meiner Werkstatt zum Einsatz für zerlegbare Konstruktionen im Möbelbau, aber auch als Verleimhilfe.“
















