
Es fing an mit klebrigem Grund – mit geleimten, dicken und rasch unansehnlichen Fugen zwischen Furnierkante und Möbelplatte. Eine saubere und günstige Methode für eine Nullfuge musste her, auch Laserkante genannt. Bislang war das nur mit großen, stationären Maschinen möglich, die für das Handwerk oft zu teuer sind. Dennoch weiß jeder Schreiner: Kleinteile führen, aufspannen, bekanten und nachbearbeiten ist eine Herausforderung. Ebenfalls lästig ist das Lagern und Handhaben von Furnierkanten.
Beruf, Hobby und Lebensaufgabe
Was passiert nun, wenn ein leidenschaftlicher Maschinenbauer vor dieser Herausforderung steht – und das Schreinerhandwerk seine zweite große Leidenschaft nennt? Er tüftelt, baut und setzt um. Bei seinen eigenen Arbeiten kennt Holger Kluge viele Probleme des Möbelbaus. Hier beginnt die eigentliche Arbeit des 59-jährigen Geschäftsführers von Aggregate & Sonderbau Kluge. Beruf und Hobby sind für ihn zur Lebensaufgabe geworden. Das ist auch seinen Maschinen anzumerken.

Kein Kleberwechsel mehr nötig
Denn: Kleberwechsel sind mit seinem Nullfugenbekanter nicht mehr nötig. Ebenso entfallen zusätzliche Lackierungen und die Reinigung des Leimbeckens bei Kleberwechsel. So gestaltet sich die Produktion flexibler und schneller. Das Design des Bekanters ist einfach zu säubern, dauerhaft fugenlos und strapazierfähig. Er ist sowohl stationär als auch mobil einsetzbar. Wartungs- und Folgekosten entfallen – ausgenommen die Verschleißteile. Und die Nullfuge selbst ist beständiger und wasserresistener als herkömmliche Verleimungen.
Kleinstationär mit Bearbeitungstisch
Anwendbar ist der mobile Nullfugenbekanter kleinstationär in einem Bearbeitungstisch des Herstellers. Das erleichtert die Kleinteilbearbeitung. Mit der integrierten Kappschere lassen sich runde Tischplatten und Formteile leicht in einem Arbeitsgang umkanten. Hat der Anwender die Möbelkante an der Platte aufgebraucht, lässt sich mit ihr der Überstand bündig abschneiden. Auch an Schrägkanten lässt sich diese Technik anwenden. Für die Bekantung runder Platten wiederum sorgt die zusätzliche Stoßfugentechnik: Das Kantenende wird exakt am Kantenanfang verklebt.

Nachbearbeiten ohne Späneflug
Mit der von Kluge entwickelten Fräsvorrichtung entfallen störende, statisch aufgeladene Späne am Arbeitsplatz. Zuvor hatten sie sich oft in der zu fräsenden Fläche der Kante abtelegrafiert. Beim Nachbearbeiten der Kanten tritt mit dem Bekannter nun kein solcher Späneflug mehr auf. Das Handling der Furnierkanten übernimmt ein Kantenmagazin, das die Kanten aufbewahrt und bereithält.
Eigenregie von der Idee zur Fertigung
Für die Möbelfertigung bietet Kluge mehrere Produkte an, darunter den mobilen Nullfugenbekanter, die Stoßfugentechnik, Kantennachbearbeitung, Aufspanntechnik und ein Streifenmagazin. Mit dem Bearbeitungstisch wird der Bekannter zu einem mobilen, kleinstationärem Bearbeitungssystem. Von der Idee über die Fertigung bis zur Vermarktung steckt hinter jedem Produkt sein Familienunternehmen.

Platten bekanten auch auf kleinstem Raum
Königsliga – so nennt Kluge die Bekantung von Möbelplatten auf kleinstem Raum. Mit seiner Maschine ermöglicht er bequemes Arbeiten von geraden bis schrägen Schnittflächen. Auch anspruchsvolle Formteile mit kleinsten Radien ist damit möglich, ebenso das Umkanten von Ecken. Viele namhafte Hersteller der Möbelbranche hat er bereits beliefert, seit der Gründung seines Unternehmens im Jahr 2006. Lange vorher begann er, Technik zu verbessern und neue Lösungen im Bereich Anwendungstechnik zu schaffen. „Wir fangen an, wo andere aufhören“, fasst er seinen Anspruch zusammen.
















