„Der Online-Möbelhandel entwickelt sich derzeit sehr dynamisch“

„In der Pandemie ist die Bereitschaft der Verbraucher zum Möbelkauf ohne vorheriges Probesitzen und ohne Live-Erlebnis massiv gestiegen“, stellte Arne Stock, Vorstand von Moebel.de, fest. Die Online-Plattform mit Sitz in Hamburg berichtete, dass der Umsatz seiner Handelspartner zeitweise um bis zu 90 Prozent gestiegen sei.

Bild: Verband der Deutschen Möbelindustrie e. V.

Ausschlaggebend waren im Wesentlichen drei Treiber: die höhere Nachfrage durch die Verbraucher (plus 80 Prozent), die größeren Warenkörbe in den angeschlossenen Partnershops (plus 18 Prozent) sowie die gestiegene Kaufquote (plus 33 Prozent). Besonders häufig suchten die Besucher von Moebel.de nach Sideboards, Schreibtischen und Schlafsofas. Mittlerweile beginne nahezu jeder Kaufwillige seine Möbelsuche mit einer Recherche im Internet, sagte Stock. Für die Hersteller sei daher ein intensives Online-Marketing unabdingbar, damit ihre Möbel im Netz sichtbar sind. Für ein gelungenes Einkaufserlebnis im Internet komme es zunächst auf eine ansprechende Visualisierung der Produkte an, etwa mit 3D-Ansichten im eigenen Raum, sagte Felix Huber, der beim Onlinehändler Wayfair für die Akquise und das Onboarding neuer Lieferanten verantwortlich ist. Um die Kunden zufriedenzustellen, seien zudem Aspekte wie Sortimentsbreite, Verfügbarkeit, Auftragsabwicklung und Kundenservice entscheidend. Die amerikanische E-Commerce-Plattform Wayfair steuert von Berlin aus ihr gesamtes Europageschäft und übernimmt für ihre Partner unter anderem den Transport der Bestellungen und die Abwicklung der Retouren.

Mit einem neuartigen 3D-Online-Konfigurator will der oberfränkische Polstermöbelhersteller W. Schillig seine Kunden ansprechen und gleichzeitig seine Marke schärfen. Mit dem Konfigurator können sich die Kunden ihr individuelles Wunschsofa zusammenstellen und es sich in fotorealistischer Qualität in ihrem eigenen Wohnzimmer anzeigen lassen. Bei den Verbrauchern stoße die Funktion auf große Resonanz, berichtete Erik Stammberger, geschäftsführender Gesellschafter von W. Schillig Polstermöbelwerke. „Heutzutage müssen wir die Verbraucher über alle Kanäle ansprechen.“

Über die Möglichkeiten der einfachen und sicheren Zahlungsabwicklung im Onlinehandel informierte Paul Neumann vom Zahlungsdienstleister Worldline. So sei für Onlineshops ein gesunder Mix wichtiger Zahlungsmittel empfehlenswert, da ein Abbruch des Kaufvorgangs durch die Kunden drohe, sobald die bevorzugte Zahlungsart nicht akzeptiert werde. Zudem werden seiner Einschätzung nach Omnichannel- und Marktplatztechnologien weiterhin Einzug halten, um das mobile und interaktive Einkaufserlebnis zu fördern.

www.moebelindustrie.de
Verband der Deutschen Möbelindustrie e. V.
https://www.moebelindustrie.de/

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Gataric Fotografie
Bild: Gataric Fotografie
Holzkopf im allerbesten Sinne

Holzkopf im allerbesten Sinne

Im Technologie- und Gewerbepark Eberswalde in der Nähe von Berlin entsteht das größte Holzmodulwerk Deutschlands – die neu entstandene Marke timpla der Renggli Deutschland GmbH setzt mit einer Produktionsfläche von 20.000m² neue Maßstäbe für die Fertigung klimafreundlicher und mehrgeschossiger Gebäude. Grund genug für ein Gespräch mit Geschäftsführer Roland Kühnel über die künftige Rolle von Holzmodulen beim Bau nachhaltiger Häuser.

Bild: Barbaric GmbH
Bild: Barbaric GmbH
Traditionelle Türen, 
moderne Maschinen

Traditionelle Türen, moderne Maschinen

Das 1936 gegründete Familienunternehmen Nießing aus dem Münsterland fertigt hochwertige Türen für den Innenbereich in exklusiver Möbelqualität. Ob massiv, furniert, HDF lackiert oder mit Alueinlage – der traditionsreiche Tischlerbetrieb setzt dabei auf hochmoderne Maschinen und Anlagen aus dem Hause Barbaric.

Bild: Universal Robots (Germany) GmbH
Bild: Universal Robots (Germany) GmbH
Sensible Multitalente

Sensible Multitalente

Ob bohren, beladen oder schleifen – in der Holzbearbeitung lassen sich dank modernster Technik Aufgaben an kollaborierende Roboter delegieren, die bisher von geschultem Personal ausgeführt werden mussten. Durch den Einsatz der sogenannten Cobots entlasten Betriebe ihre Mitarbeiter von monotonen, zeitraubenden und anstrengenden Arbeitsschritten. So können sich die Fachkräfte verstärkt den anspruchsvollen Seiten ihres Handwerks widmen. Kurze Amortisationszeiten und eine einfache Handhabung machen die flexiblen Helfer selbst für kleine und mittlere Betriebe attraktiv, wie Beispiele aus der Praxis zeigen.