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Lesedauer: 3 min
2. Oktober 2020
Extreme Schnittholzpreisentwicklung
Bild: Hauptverband der Deutschen Holzindustrie

Die Schere zwischen den Rundholzpreisen und den sich mittlerweile täglich ändernden Preisen für Schnittholz geht immer weiter auseinander. „Die atemberaubende Preisentwicklung ist beunruhigend. Man fühlt sich hier eher wie bei einer Börsenrally als in einem traditionsreichen Markt mit konservativem Image“, fasst Marcus Kirschner, Geschäftsführer des Bundesverbands Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V., die aktuelle Preissituation auf dem Schnittholzmarkt zusammen. „Einige Marktteilnehmer haben sogar ihre Preislisten für ungültig erklärt und machen nur noch Tagespreise.“

Alle Indize des Holzsektors in Deutschland haben es derzeit schwer, die rasanten Entwicklungen am Markt abzubilden. Bei Nadelschnittholz läuft in den USA eine Preisralley: Von April bis August 2020 hatte sich dort der Bloomberg LB1:COM auf 831USD/mbft (1.000 board feet) mehr als verdoppelt, nach weiteren sprunghaften Entwicklungen lag er am 29. September 2020 bei 602USD/mbft. Ob dies eine Verlangsamung der beginnenden Preisrally ist, bleibt abzuwarten. Für die Holzpackmittelbranche aber ist es eine Katastrophe.

Die enorme Nachfrage und die rasante Preisentwicklung in den USA sind für die Sägeindustrie wohl die ausschlaggebenden Gründe dafür, ihre Schnittbilder und Sortimente für den US-amerikanischen Markt anzupassen. Dies antworteten zumindest mehr als 80 Prozent der befragten HPE-Mitglieder bei einer repräsentativen Blitzumfrage, die am 30. September mit über 112 Teilnehmern aus ganz Deutschland endete. Die Befragten gaben zudem an, dass das derzeit anfallende Kalamitätsholz nicht die gewünschte Qualität bringe. Zusätzlich verschärft werde die Situation durch die weit verbreiteten Einschlagstopps für Frischholz. Die Folge: Brauchbares Holz für die Unternehmen, mit dem die Kundenanforderungen wie gewohnt erfüllt werden können, wird knapp.

„Die enormen Mengen an Schadholz müssen zweifelsohne aus dem Wald und verarbeitet werden“, weiß Kirschner. „Containerweise Rundholz geht nach China, zugleich arbeiten die Sägewerke weiter am Limit.“ Aber die Hersteller von Paletten, Kisten, Exportverpackungen und Kabeltrommeln benötigen eben gute und nun rarer werdende Qualitäten, um die zugesicherten Eigenschaften wie Stabilität, Sicherheit und Langlebigkeit oder überhaupt den Export in bestimmte Länder sicherzustellen. Die Grafik zeigt die Gründe für Preiserhöhungen bei Schnittholz.

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Hauptverband der Deutschen Holzindustrie
www.hpe.de

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