Abbund on demand mit pfiffigem Entsorgungskonzept

In Thüringen arbeitet seit Anfang 2020 eines der modernsten Abbundzentren Deutschlands. Das neu gegründete Unternehmen Eco-Timber produziert auf 10.000m² Abbund und Holzelemente für das deutsche Handwerk. Das Abbundzentrum profitiert dabei von einem Höcker-Polytechnik-Spänemanagement.
 Auf der grünen Wiese betreibt Eco-Timber in Heilbad Heiligenstadt eines der modernsten Abbundzentren Deutschlands.
Auf der grünen Wiese betreibt Eco-Timber in Heilbad Heiligenstadt eines der modernsten Abbundzentren Deutschlands.Bild: Höcker Polytechnik GmbH

Die jährliche Abbundleistung von Eco-Timber beträgt 580.000lfm, hinzu kommen 20.000m² Elemente für den Holzrahmenbau. Gefertigt wird mit fünf konventionellen Holzbearbeitungsmaschinen, einer Hundegger-Abbundanlage K2-Industry 1300 und einer H3-Hobelmaschine. Ab Mai 2020 soll eine zweite Hundegger-Anlage, eine K2-Industry 450, hinzukommen. Als Nebenprodukt fallen in Heilbad Heiligenstadt jährlich mehr als 500m³ Staub, Späne und Holzabschnitte an. Eco-Timber hat daher ein effizientes Absaug- und Recyclingkonzept in die neuen Werkhallen integriert. Geplant und realisiert wurde das Entsorgungskonzept mit Höcker Polytechnik.

 (oben links) Eco-Timber produziert jährlich 580.000lfm Abbund, unter anderem mit einer K2-Industry 1300.
(oben links) Eco-Timber produziert jährlich 580.000lfm Abbund, unter anderem mit einer K2-Industry 1300. Bild: Höcker Polytechnik GmbH

Rundumpaket für Späne und Restholz „Zur Neugründung des Unternehmens habe ich mich gemeinsam mit meinem Sohn Uwe entschlossen“, erzählt Martin Klingebiel, Geschäftsführer von Eco-Timber. „Der Neubau auf der grünen Wiese bot uns optimale Möglichkeiten, einen modernen Maschinenpark mit effizienten Prozessen zu verbinden. Für uns war von Anfang an klar, dass dazu ein durchdachtes Entsorgungskonzept gehört.“ Die Prämissen lagen auf möglichst niedrigen Energiekosten und einer automatisierten Entsorgung von Holzspänen und Beschnitt. „Von der ersten Planungsphase an begleiteten uns hier Fabian Winter und Uwe Elsinger von Höcker Polytechnik. Zusammen entwickelten wir ein Rundum-Sorglos-Paket für die moderne Abbundproduktion.“ Herzstück sei ein Förderband mit Restholzzerkleinerer sowie viel intelligent programmierte Steuerungstechnik. „Unsere Späneentsorgung konnten wir so zu 100 Prozent automatisieren und die Energiekosten auf ein Minimum reduzieren. Die Anlage ist nun seit drei Monaten im Einsatz und arbeitet störungsfrei. Das ist es, was zählt. Es war ein angenehmes, konstruktives Arbeiten mit dem Höcker-Polytechnik-Team. Es hat Spaß gemacht.“ Förderband mit Restholzzerkleinerer Geht man heute durch die Werkhallen von Eco-Timber, sieht man, wie Höcker Polytechnik die moderne Produktion durch eine ideenreiche Entsorgung unterstützt. Auffällig ist ein Förderband, das unterhalb des Maschinenbettes der Abbundanlage und der Industriehobelmaschine mit einer Länge von circa 70 m arbeitet. Förderbänder, mit denen sich große Mengen von Prozessabfällen energieeffizient transportieren lassen, bieten sich bei Neubauten an, da sie sich gut integrieren lassen. Am Ende des Förderbandes arbeitet in Heilbad Heiligenstadt ein Restholzzerkleinerer, der die Abschnitte förderfähig aufbereitet. Energieeffiziente Absaugung Staub und Späne werden an der Abbundmaschine, der Hobelmaschine und den fünf konventionellen Bearbeitungsmaschinen direkt abgesaugt und pneumatisch zur Filteranlage transportiert. Auch hier wurde Augenmerk auf Energieeffizienz gelegt. Die Multistar-Filteranlage verfügt über zwei frequenzgeregelte Ventilatoren (15 und 5kW), die kaskadiert betrieben werden und im schallisolierten Ventilatoraufsatzmodul des Filterhauses arbeiten. Jede Bearbeitungsmaschine ist ausgestattet mit einem Automatikschieber, der ihre Aktivität an die Filtersteuerung meldet. So wird die Filterleistung automatisch angepasst und die nötigte Absaugleistung ist immer verfügbar. Die im Unterdruck arbeitende Multistar-Anlage wurde auf das Abbundzentrum abgestimmt und bietet damit eine hohe, energieeffiziente Produktivitätsunterstützung.

Silolagerung und thermische Verwertung Die abgesaugten Späne werden in der Filteranlage mit einem Rührwerk und einer nachgeschalteten Zellenradschleuse aus dem Filterhaus ausgetragen. Staub und Späne werden so lange gepuffert, bis ein relevantes Niveau erreicht ist. Dann erfolgt der Materialaustrag. Mithilfe eines Transportventilators und einer Ringleitung werden Staub und Späne vom Multistar-Filter zu einem Spänesilo oder alternativ zu einem Spänecontainer und wieder zurück zum Filterhaus transportiert. In den Wintermonaten verfeuert Eco-Timber die Späne in einer Endress-Heizungsanlage. Die an den Maschinen abgesaugte Luft kann nach der Reinigung im Filter in die Produktion zurückgeführt werden, sodass die Wärmeenergie weitgehend erhalten bleibt. Nachhaltiger Ansatz Verbunden sind alle Komponenten mit einer intelligent programmierten Steuerungstechnik. Die Prozesse sind eng aufeinander abgestimmt, was für einen effizienten Energieeinsatz, hohe Anlagensicherheit und zuverlässigen Betrieb sorgt. Das Team von Höcker Polytechnik realisierte das gesamte Entsorgungskonzept von der Maschinenabsaugung bis hin zur Restholzzerkleinerung, den Spänesilos und der anschließenden Heizungsanlage. Für Fabian Winter, einen der beiden Projektleiter, war das Projekt besonders spannend: „Für uns macht es keinen Unterschied, ob wir eine bestehende Fertigung umrüsten oder unsere Technik in eine neu gebaute Fertigung integrieren. Wir können aus einem breiten Mix aus bewährter Technik und Neuentwicklungen schöpfen. Bei Eco-Timber aber war es speziell. Mit Blick auf die Zukunft verfolgten Herr Klingebiel und sein Sohn einen nachhaltigen Ansatz. Sowohl beim Maschinenpark als auch beim Absaugungs- und Entsorgungskonzept wurde Wert auf höchstmögliche Automatisierung bei minimalem Energieeinsatz gelegt.“

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Bild: KD Busch/Compamedia
Bild: KD Busch/Compamedia
Flex Top-Innovator 2022

Flex Top-Innovator 2022

Ehrung auf dem Deutschen Mittelstands-Summit: Ranga Yogeshwar würdigt Flex-Elektrowerkzeuge aus Steinheim anlässlich ihres Erfolges beim Innovationswettbewerb TOP 100. Die Preisverleihung im Rahmen des Summit hat am Freitagabend, 24. Juni, in Frankfurt am Main für alle Mittelständler stattgefunden, die am Jahresanfang mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnet worden sind.

Bild: VDMA e.V.
Bild: VDMA e.V.
„Kurzarbeit braucht keine Sonderregeln mehr!“

„Kurzarbeit braucht keine Sonderregeln mehr!“

Zu den Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, die Sonderregelungen zur Kurzarbeit um weitere drei Monate zu verlängern, erklärt VDMA-Präsident Karl Haeusgen: „Die Kurzarbeit hat sich während der Corona-Krise erneut als wichtiges Instrument bewährt, um den Beschäftigten ihren Arbeitsplatz und den Unternehmen bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern.

Bild: DGM
Bild: DGM
Team 7 tritt Klimapakt bei

Team 7 tritt Klimapakt bei

Der Möbelhersteller Team 7 aus Ried im Innkreis im Westen Oberösterreichs hat sich dem ‚Klimapakt für die Möbelindustrie‘ der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) angeschlossen.

Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH
Bild: G. Kraft Maschinenbau GmbH
Digitales Auge der modernen Produktion

Digitales Auge der modernen Produktion

Ein wichtiger Faktor bei der Produktivitätssteigerung ist die technische Verfügbarkeit von Produktionsanlagen – das ist wohl für alle eine bekannte Weisheit. Wie aber steigern, wenn wir keine Daten haben auf deren Basis wir analysieren können, wo noch Steigerungspotential in der Produktion vorhanden ist. Diese Daten zu sammeln, aufzubereiten und so zu visualisieren, dass Zusammenhänge in der Fertigung transparenter werden, darauf zielt die neue IoT-Plattform ‚intelligent data analytics‘, kurz ‚ida‘, der G. Kraft Maschinenbau GmbH ab.

Bild: JustLaser GmbH
Bild: JustLaser GmbH
Alleinstellungsmerkmal mit Lichtgeschwindigkeit

Alleinstellungsmerkmal mit Lichtgeschwindigkeit

Spätestens seit 2021 ist jedem bewusst: Holz ist ein kostbarer Werkstoff. So muss in der Produktherstellung auf minimalen Ausschuss mit maximaler Gewinnerzielung geachtet werden. Gleichzeitig versuchen sich gerade kleine und mittelständische Unternehmen im holzverarbeitenden Handwerk und der Industrie vom Markt abzuheben und Alleinstellungsmerkmale zu generieren. Ein solches Merkmal kann die Laser-Bearbeitung des Holzes erzeugen.

Bild: TQ-Systems GmbH
Bild: TQ-Systems GmbH
Kollaborative Roboter

Kollaborative Roboter

Vollholzmöbel-Fertigung und modernste Roboter-Lösungen – im Handwerksbetrieb Holocher im malerischen Waltenhofen im Allgäu zeigt sich, wie sich diese beiden Elemente erfolgreich kombinieren lassen. Die kollaborative Robotik-Lösung von TQ übernimmt monotone, körperlich anstrengende Prozesse wie etwa das Leimen von Holzelementen. Die Mitarbeitenden können sich jetzt verstärkt um das Design, die Qualitätssicherung und die Feinarbeiten kümmern.

Bild: TH Rosenheim
Bild: TH Rosenheim
Mahlplatten für die 
richtige Fasergeometrie

Mahlplatten für die richtige Fasergeometrie

Holzfaserdämmstoffe gehören praktisch selbstverständlich zum Neubau und zur Sanierung von Gebäuden. Als Dämmstoffe kommen z.B. Buchenholzfasern in Frage. Zur Produktion von Holzfasern für die Dämmstoffherstellung stehen jetzt besonders ressourcen- und energieeffiziente Mahlscheiben zur Verfügung, die inzwischen auch industriell eingesetzt werden. Holzfasern lassen sich damit mit reduziertem elektrischen Energiebedarf herstellen und eignen sich besser für die Dämmstoffherstellung.

Anzeige

Anzeige