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9. September 2020
Ein Paket fürs perfekte Finish
Die Prozesskette zur Ferigung eines Möbelstücks neigt sich dem Ende entgegen: Die Platte wurde zugeschnitten und die Kanten angefahren. Lochreihen gebohrt, Nuten gefräst und Beschläge gesetzt. Damit das Finish perfekt wird, stehen die beiden finalen Produktionsschritte zur Veredelung der Oberfläche an: Schleifen und Lackieren. Der Beitrag gibt einen Überblick zu Lösungen für die einzelnen Etappen des Finishs.
Einfaches Bedienungskonzept der Homag-Schleifmaschine
Einfaches Bedienungskonzept der Homag-SchleifmaschineBild: Homag Group AG

In Sachen Oberflächenqualität punktet der Breitbandschliff. Er sorgt für perfekte Oberflächen von Massivholz, Holzwerkstoffen und ähnlichem Plattenmaterial . Ob für Tischler, Schreiner oder die Möbelindustrie die Sandteq W-300 Schleifmaschinen von Homag sind ein Beispiel für gute Performance. Hier kommt ein um 90° zur Vorschubrichtung gedrehtes Querband (Q-Aggregat) zur Anwendung. Das Q-Aggregat erzeugt durch seinen Querschliff eine maximale Faserreduktion und somit eine optimale Flächenbildung. Neben dem Schliff von Furnier kann auch der Feinschliff von Holz oder Holzwerkstoffen, oder auch Lack- und Füllerschliff einfach umgesetzt werden.

Ein besonderes Beispiel für Flexibilität beim Schleifen ist das U-Aggregat. Mittels eines Kassettenschnellwechselsystems kann einfach in wenigen Minuten zwischen verschiedenen Rund- und Tellerbrüsten gewechselt werden. „Bedienerfreundlichkeit mittels Plug and Play steht beim Schleifen mit dem U-Aggregat im Vordergrund. Hier haben wir ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Matthias Picker, Produktmanager bei Homag und kündigt an: „Noch in diesem Jahr beim Homag-Treff wird das U-Aggregat um eine zusätzliche Kassette erweitert.“

Beim U-Aggregat kann mit dem Kassettenschnellwechselsystem in wenigen Minuten zwischen verschiedenen Rund- und
Tellerbrüsten gewechselt werden. – Bild: Homag Group AG

Die Vorbereitung der im Prozess nachfolgenden Lackierung übernimmt schließlich das H-Aggregat. Das hier verwendete Drucklamellenband erzeugt ein sehr gleichmäßiges Finish, welches zu einer ruhigen, homogenen Oberfläche führt. Störende Oszillationsspuren werden vermieden und die optimierte Schleiftemperatur verlängert die Standzeit des Schleifbandes.

Wohl dosierte Schleifkraft

Als ideale Technologie für den Feinschliff empfiehlt Matthias Picker seinen Kunden das Magnet-Druckbalkensystem mps 2.0 plus: „Gerade im Kantenbereich muss die Schleifkraft beim Lack- und Furnierschliff vorsichtig dosiert werden. Da wir elektromagnetische Aktoren einsetzen – und nicht wie üblich mit Druckluft arbeiten – kann die Schleifkraft je Aktor hochpräzise geregelt und die Schleifkraft dynamisch angepasst werden, z.B. im Kantenbereich. In Kombination mit der genauen Werkstückerkennung, die hier im Raster von 12,5 Werkstück-Geometrien erfasst, garantiert das Magnet-Druckbalkensystem mps 2.0 plus Sicherheit im Schleifprozess.“

Zu der technischen Lösung am Werkstück auf der einen Seite kommt noch der Faktor Mensch auf der anderen Seite, der die Maschinen steuert und bedient. “ Anwendungen werden immer komplexer, dürfen dabei aber nicht schwieriger werden“, ist der Produktmanager überzeugt. „Die Sandteq W-300 erfüllt die Anforderungen der smarten Komfort-Bedienoberfläche. Bedienung mit intuitiven Gesten wie Wisch- sowie Drag&Drop-Effekten ermöglichten eine schnelle und komfortable Maschinensteuerung.

Automatisiertes Spritzlackieren

Am Ende der Prozesskette der Oberflächenbehandlung erfolgt das Lackieren – und zwar als automatische Spritzlackierung. „Die Sprayteq S-100 lackiert automatisiert alle Oberflächen wie Möbelteile oder Elemente für den Innenausbau mit wasser- und lösemittelbasierten Lacken oder auch Beizen“, stellt Matthias Picker diese Lösung vor: „Dabei ist sie mit einem Schlittenläufer und einem Spritzarm für vier Spritzpistolen ausgestattet. Der Werkstücktransport erfolgt mit Vakuumtransportband und Papierauflage. Hierbei handelt es sich um Einwegpapier, welches die Reinigung der Maschine erleichtert und auch bei Chargenwechsel nicht gewechselt werden muss.“

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Beim U-Aggregat kann mit dem Kassettenschnellwechselsystem in wenigen Minuten zwischen verschiedenen Rund- und Tellerbrüsten gewechselt werden. – Bild: Homag Group AG

Die Präzisionsteileerkennung beim Beschickungsprozess ermöglicht eine exakte Steuerung der Lackierpistolen und der daraus resultierende geringe Overspray verhilft zu Lackeinsparungen und führt auch zu einer wirtschaftlichen Lackierung. Durch unterschiedliche Ausführungsvarianten kann die Sprayteq S-100 Baureihe für verschiedene Anforderungen und Produktionsvolumina eingesetzt werden, zum Beispiel als Bestandteil umfangreicher Beschichtungsanlagen oder in Kombination mit automatisiertem Werkstückhandling als autonome Lackierzelle.

Autonome Lackierzelle

Die nahezu autonom arbeitende Lackierzelle ist während der Spritzapplikation weitestgehend ohne Personal zu betreiben. Und auch ohne den Einsatz von Fachpersonal ist die Reproduzierbarkeit einer hohen Oberflächenqualität sichergestellt: Dank hinterlegter Prozessparameter kann die Spritzlackiermaschine auch von angelerntem Personal bedient werden, denn auch hier hat die smarte Bedienung“mit Wischen, sowie Drag&Drop Einzug erhalten. Viele Einstellungen werden durch Visualisierung mit Bildern selbsterklärend präsentiert.

Lackiermaschine Sprayteq S-100 – Bild: Homag Group AG

Wirtschaftlich auch für kleine Unternehmen

Eine genaue Betrachtung der Wirtschaftlichkeit kann sich bereits für kleine Unternehmen lohnen. Dies zeigt ein Rechenbeispiel für eine im Fertigungsprozess zuvor geschliffenen und für das Lackieren vorbereitete Fläche von 1m². Bei der manuellen Lackierung mit einem Airless-Gerät – inklusive Füller, Farblack und Klarlack- belaufen sich die Kosten auf etwa 45€. Selbst bei der Nutzung der Spritzlackiermaschine von weniger als einer Stunde pro Tag, lohnt sich die Anschaffung wirtschaftlich. Denn durch den Effizienzgewinn lassen sich die Kosten in unserem Beispiel für die 1m² große Oberfläche mit einer Sprayteq S-100 auf etwa 33€ senken. Und dabei noch nicht berücksichtigt sind die erhöhte Qualität mit reproduzierbaren Ergebnissen. Dabei verdoppelt sich der Wert eines hochwertig lackierten plattenförmigen Werkstücks beinahe. Außerdem muss weniger nachgearbeitet werden und Lackfehler werden so gut wie ausgeschlossen.

Digitale Produkte

Homag entwickelt kontinuierlich ein breites Spektrum digitaler Produkte – immer mit dem Ziel, die Produktion noch effizienter zu gestalten und neue Optimierungspotenziale zu erschließen. Auch im Bereich Surface Processing unterstützt Homag seine Kunden und Partner bei der digitalen Transformation und stellt dazu unter anderem hilfreiche Apps zur Verfügung.

Die intelliCoating und intelliSanding App sind kostenfrei erhältliche digitale Multifunktions-Tools. Diese bedienerfreundlichen digitalen Werkzeuge helfen jedem Maschinenbediener einzelne Aufgaben in seinem Arbeitsumfeld einfacher und unkompliziert zu erledigen.

Die Kombination macht’s

„Durch die abgestimmten Tools können die Kunden von Homag die Vorteile der Digitalisierung der Produktion nutzen. Die neue Maschinentechnik, die sich auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten für das Unternehmen lohnt, ist individuell und auf den Nutzer zugeschnitten, und steht für Qualität, bei geringeren Nebenkosten – und ist dazu noch leicht zu bedienen.“, erklärt Matthias Picker: Sein Fazit: „Die aufeinander abgestimmten Maschinen der Sandteq W-300 und Sprayteq S-100 Baureihen liefern ein komplettes Paket zur Veredelung der Oberflächen.“

Homag Group AG
http://www.homag.de

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