VDMA fordert politische Kehrtwende in unsicheren Zeiten

Umsatz im deutschen Maschinenbaumarkt 2024
Umsatz im deutschen Maschinenbaumarkt 2024Bild: VDMA e.V.

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau steckt laut VDMA in einer Krise: Die Branche erwartet, dass die Produktion dieses Jahr um 8% sinkt, während die Kapazitäten nur zu rund 79% ausgelastet sind. Für das kommende Jahr rechnet sie mit einem weiteren Minus von 2%. Zum ersten Mal seit Jahren geht die Branche außerdem von einem leichten Stellenabbau aus. Kleine und mittlere Betriebe kämpfen besonders mit zu vielen Regeln und hohen Kosten. „Die Welt ist von Unsicherheit geprägt“, sagt VDMA-Präsident Bertram Kawlath auf der Jahrespressekonferenz des Verbands. Um Unternehmen in Deutschland zu stärken, fordert er daher eine Wirtschaftspolitik, die Freiräume schafft. Dazu gehören: vereinfachte Regeln, gesenkte Steuern und ein flexibler Arbeitsmarkt.

Handelskonflikte mit China und USA

Die Branche stellt sich außerdem auf zunehmende Handelskonflikte mit den USA und China ein. Eine VDMA-Umfrage zeigt, dass 72% der Unternehmen planen, ihr Geschäft in den USA auszubauen – obwohl sie unter einer möglichen neuen Trump-Präsidentschaft mit Schwierigkeiten rechnen. Gleichzeitig fordert der Verband von der EU, stärker gegen unfaire Subventionen chinesischer Hersteller vorzugehen. Auch den europäischen Binnenmarkt möchte der Verband weiterentwickeln.

Klimaschutz als Treiber

Trotz geopolitischer Spannungen bleibt der Kampf gegen den Klimawandel eine zentrale Herausforderung. Der VDMA sieht im Beschluss der Weltklimakonferenz COP29, einen globalen Markt für den Handel mit Emissionsrechten einzuführen, großes Potenzial. Dennoch betont Kawlath: „Klimaschutz muss so organisiert werden, dass er marktwirtschaftlich funktioniert und globale Chancen eröffnet.“