Starke Kante, starkes Event

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Während der Live-Vorführungen gab es Informationen für die Praxis. – Bild: Rehau Industries SE & Co. KG

Seit vielen Jahren dient das Rehau-Kantensymposium als Plattform für den Austausch zwischen Kanten- und Oberflächenspezialisten, dem Maschinenbau und der Möbelindustrie. So auch in diesem Jahr: Weit mehr als hundert Gäste erhielten nach der Begrüßung einen spannenden Einblick in die Produktion und die Kantenbearbeitung. Im Mittelpunkt standen neue Techniken, Lösungen und Trends, die die industrielle Kantenbearbeitung effizienter, prozesssicherer und gestalterisch vielfältiger machen sollen. Im Anschluss an anschauliche Live-Vorführungen ging es in den Fachvorträgen um die aktuellen Entwicklungen rund um die Möbelkante.

Weiterentwickelte Werkstoffe und Maschinen

Unter anderem präsentierte Rehau ein Echtholzfurnier mit Sicht- und polymerer Rückseite, das auf Prozesssicherheit in der Serienfertigung ausgelegt ist. Ergänzend hinzu kamen Lösungen für Softforming an der CNC-Maschine sowie Spezialkanten für grifflos gestaltete Fronten und Verfahren zur Inline-Versiegelung von Schnittkanten. Die Kombination aus weiterentwickelten Werkstoffen und abgestimmter Maschinentechnik soll die Schnittstelle zwischen Designanspruch und wirtschaftlicher Fertigung verbessern. Anwendungsnahe Beispiele zeigten, wie sich Kantenmaterialien und Bearbeitungsprozesse so auswählen lassen, dass Qualität, Taktzeiten und Reproduzierbarkeit gleichermaßen Berücksichtigung finden.

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Raukantex-Kanten mit digital geprägten Strukturen und abgestimmter Haptik – Bild: Rehau Industries SE & Co. KG

Widerstandsfähige Kanten wirtschaftlich gefertigt

Hier stand der Verbund von Oberfläche und Kante mit tiefen Strukturen im Mittelpunkt. Anhand von Dekoren der Rauvisio Cube-Kollektion und passenden Raukantex-Kanten zeigte Rehau, wie digital geprägte Strukturen und abgestimmte Haptiken zu ruhigen, aber dennoch markanten Flächenbildern führen. Ein weiteres Thema waren runde Wagen. Die Beispiele verdeutlichten, wie sich auch komplexe Formteile mit optisch durchgängigen Fugen und widerstandsfähigen Kanten umsetzen lassen – ohne die wirtschaftliche Fertigung aus dem Blick zu verlieren.

Laser, Plattenbearbeitung, Werkzeug

Wie lassen sich Kreislauf- und Recyclingfähigkeit mit stabilen Produktionsabläufen verbinden? Dieser Themenblock zeigte Ansätze zur Optimierung und transparenten Steuerung von Materialeinsatz, Energieverbrauch und Prozessqualität entlang der Bekantungskette. So präsentierte Fagus-Grecon mit Edgeinspect ein 3D-Lasersystem, das die Kantenverklebung überwacht und selbst kleinste Defekte erkennt – ohne aufwändiges Anlernen. Gastgeber IMA Schelling derweil zeigte eine variable Plattenbearbeitung, bei der sich Platten mit unterschiedlichen Materialdimensionen hintereinander verarbeiten lassen. Riepe wiederum stellte einen Durchflusswächter vor: Er überwacht den Flüssigkeitsauftrag in Echtzeit und macht Aufträge präzise steuerbar. Und Leitz brachte mit Profil Cut Q Diamond ein durchmesserkonstantes Werkzeugsystem mit – bis zu fünfmal nachschärfbar und ohne zusätzlichen Einstellaufwand erneut einsetzbar.

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Die Kante Raukantex Pigmento ist in vielen Haptiken und Optiken erhältlich, die von Beton über Keramik bis zu Holz reichen. – Bild: Rehau Industries SE & Co. KG

Die Kante – ein zentraler Hebel der Möbelfertigung

Das 35. Rehau-Kantensymposium zeigte: Die Möbelkante bleibt weiterhin ein zentraler Hebel für Qualität, Design und Effizienz in der Möbelfertigung. Wie die Vorführungen und Fachvorträge verdeutlichten, sind Materialentwicklung, Maschinentechnik und digitale Prozessüberwachung eng miteinander verknüpft. Für die Praxis lieferte die Veranstaltung darum handfeste Anregungen, um die Kantenbearbeitung technisch und organisatorisch weiterzuentwickeln und Produktionsprozesse zukunftssicher auszurichten.