Nach 10 langen Jahren des Wachstums kommen die Umsatzhöhenflüge für die Holzbearbeitungsmaschinen-Branche im laufenden Jahr zu einem Ende. Neben der sich bereits 2019 angedeuteten konjunkturellen Abkühlung kommt die Corona-Pandemie als deutliche Bremse hinzu. Bis September 2020 stehen rund 20 Prozent weniger Aufträge in den Büchern als noch im Vorjahr. „Den Abnehmerbranchen, die sich auch zuvor im konjunkturellen Abschwung befanden, hat die Pandemie einen zusätzlichen Dämpfer gegeben. Wir beobachten aber auch, dass einige Kundensegmente wie das Handwerk, die Sägeindustrie und Weiterverarbeiter im baunahen Bereich in Zeiten der Corona-Krise nach wie vor investieren“, erläutert Pekka Paasivaara, Vorsitzender des Fachverbandes Holzbearbeitungsmaschinen, anlässlich der virtuell durchgeführten Mitgliederversammlung. Allein die Corona-Pandemie bietet ein erhebliches Potenzial an Unsicherheit für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Dazu gesellen sich die unkalkulierbaren Risiken des nahenden Brexits, sowie zunehmende Handelsrestriktionen, die dem exportorientierten Maschinenbau zu schaffen machen. In Summe rechnet der Fachverband im laufenden Jahr mit einem Produktions-Minus von 15 Prozent. „Neben dem deutlichen Bestellrückgang tun der Branche weiterhin Reisebeschränkungen – wie etwa nach China – weh. Wir bekommen unsere Monteure und Servicetechniker nur verzögert zum Kunden. Das trägt zusätzlich zur Umsatzschmälerung bei“, so Paasivaara weiter. Für 2021 geht der Fachverband bei allen Einschränkungen, die derzeit zur Aussagekraft einer Prognose gemacht werden müssen, von einer leichten Erholung mit einem Plus von 3 Prozent aus. Das Niveau bleibt damit deutlich unter dem der Vorjahre. „Wir rechnen mit einer Stabilisierung der aktuellen Lage. Eine substanzielle Verbesserung ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Es gibt aber Grund zur Hoffnung, dass wir den Tiefpunkt durchschritten haben. Die Zahl der Anfragen mit konkreten Investitionsplänen seitens der Kunden ist inzwischen wieder deutlich nach oben gegangen, jedoch bremst die Unsicherheit weiterhin viele Entscheidungen“, so Paasivaara. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres verringerte sich der Exportwert der deutschen Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Unter den Top-10 Exportdestinationen konnten lediglich Österreich, Brasilien und Litauen zulegen. Bei den beiden letztgenannten resultiert der Zuwachs aus Lieferungen einzelner Großanlagen. Die zwei wichtigsten Einzelmärkte China und die USA haben mit einem Minus von 18 bzw. 42 Prozent überdurchschnittlich verloren. Für den chinesischen Markt sind aktuell wieder erfreuliche Signale erkennbar. Dies wird sich in den kommenden Monaten positiv in den Exportwerten niederschlagen. Die deutschen Importe haben sich im gleichen Zeitraum um 7 Prozent auf 360 Millionen Euro verringert. Von den wichtigsten Lieferländern konnte lediglich China mit einem Plus von 11 Prozent auf 114 Millionen Euro zulegen. In der aktuell herausfordernden Zeit wird weiter in die Zukunftsfähigkeit investiert. Die Zahl der Kooperationen und Beteiligungen an Unternehmen und Startups, die sich mit dem mannigfaltigen Thema Digitalisierung beschäftigen ist hoch. Und auch im VDMA ist die vernetzte Fertigung im Fokus der Zusammenarbeit der Firmen in den diversen Arbeitsgruppen. OPC-UA als Weltsprache der Produktion wird ebenso mit Hochdruck vorangetrieben wie der digitalisierte Daten-Austausch zwischen Werkzeug und Maschine. Auch wenn der Klimawandel aktuell nicht ganz oben auf der politischen Agenda steht, wird das Thema wieder an Fahrt aufnehmen. „Es ist ein Durchbruch für unsere Kundenbranchen und damit auch für uns Maschinenbauer, dass der Bau- und Werkstoff Holz auf allen politischen Ebenen mittlerweile die Würdigung erhält, die er verdient. Der positive Beitrag, den Holz als nachwachsender Rohstoff vor allem im Bereich des nachhaltigen Bauens zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks leisten kann, ist enorm. Der Holzbearbeitungsmaschinenbau wird als Ausrüster das Thema mit aller Kraft vorantreiben. Wir können also optimistisch nach vorne schauen“, resümiert Paasivaara.
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