
Am Standort Kirchhundem im Sauerland produziert Dehonit Schichtholzplatten aus kunstharzgetränkten Holzlagen. Die rund drei Millimeter starken Lagen verleimt das Unternehmen zu massiven Platten, zum Einsatz kommen sie unter anderem als Isolierstoff in der Architektur sowie im Maschinen- und Anlagenbau. Je nach Qualität zeichnet sich das Material durch hohe Festigkeit, gute Dämmeigenschaften sowie Wasser- und Säurebeständigkeit aus – aber auch durch ein hohes Gewicht.

Neue Linie für Effizienz und Sicherheit
Nach dem Verleimen besäumt man die Platten bei Dehonit im Rohformat von etwa 1.350×2.600 Millimeter auf das Endmaß von 1.220×2.500 Millimeter. Und das bei Stückgewichten von 200 bis 300 Kilogramm, manchmal sogar bis zu 600 Kilogramm. Dafür bekommt das Unternehmen demnächst eine neue automatisierte Fertigungslinie. Geschäftsführer Marc Schmeing erklärt: „Mit der neuen Linie investieren wir in eine zukunftssichere Produktion.“ Einerseits ermögliche sie eine effizientere Fertigung, andererseits verbessere sie die Arbeitssicherheit. „Gleichzeitig erhöht sie die Präzision in unserer Produktion.“
Automatisch: Beschicken bis Abstapeln
Bislang verleimte man bei Dehonit die Plattenstapel manuell vereinzelt, Mitarbeiter führten sie dazu in die Bearbeitungsmaschine. Das Ausrichten und Besäumen erfolgte anhand einer Laserlinie zunächst längs und nach dem Drehen quer. Abschließend wurden die fertigen Platten manuell abgestapelt. Wegen des hohen Gewichts kam dabei teilweise ein Vakuumheber zum Einsatz. Bei der neuen Anlage übernimmt Selmoni die komplette Automatisierung dieses Ablaufs – von der Beschickung bis zur Abstapelung. Künftig bringt ein Gabelstaper lediglich die Rohplattenstapel zur Linie. Ab diesem Punkt läuft die Formatierung automatisch, und am Ende der Linie nimmt der Stapler die formatierten Plattenstapel wieder ab.

Transport, Vision-System, Besäumung
Zum Leistungsumfang gehören die automatische Beschickung, das Vereinzeln mittels Plattenschieber, das Transportsystem, eine Drehstation, das integrierte Vision-System zur Positionsbestimmung sowie das Abstapeln der Fertigteile. Die Längs- und Querbearbeitung erfolgt über zwei Doppelendprofiler von Schwabedissen. Nach dem automatischen Einschleusen werden die Platten zunächst an beiden Längsseiten gleichzeitig besäumt. Anschließend erfasst das kamerabasierte Vision-System die verbleibenden Ränder und bestimmt das optimale Schnittmaß für die Querbearbeitung. Eine Drehstation wendet die Platte um 90 Grad und richtet sie für den zweiten Bearbeitungsschritt aus. Danach erfolgt das gleichzeitige Besäumen der beiden Querseiten. Zuletzt stapelt die Anlage die fertigen Platten automatisch für den Abtransport.
Plattenhandling trifft Bildverarbeitung
Durch den Einsatz von Bildverarbeitung erfolgt die Positionierung der Platten erstmals kameragestützt. Das sorgt für Maßgenauigkeit sowie für weniger manuelle Eingriffe und Fehlerquellen. Zudem verringert sich der Personalbedarf, während die Prozesssicherheit steigt: Die schweren Platten müssen nicht mehr manuell bewegt oder ausgerichtet werden. Das wiederum verbessert die Arbeitssicherheit. „Mit diesem Projekt verknüpfen wir komplexes Plattenhandling mit integrierter Bildverarbeitung“, sagt Thomas Schermesser, Technischer Geschäftsführer bei Selmoni. „Die automatisierte Linie bei Dehonit zeigt, wie sich Prozess- und Arbeitssicherheit mit Präzision effizient verbinden lassen.“ Die Inbetriebnahme der Linie ist für Mitte des Jahres geplant.
















