Brennstoff statt Holzrest

 "Die Ruf 1200 haben wir gleich übernommen und eine zweite bestellt", sagt Max Weihele
„Die Ruf 1200 haben wir gleich übernommen und eine zweite bestellt“, sagt Max WeiheleBild: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG

Max Weihele ist mit seinem Sägewerk fest im Ostallgäu verankert. In Görisried führt er den mittelständischen Betrieb in zweiter Generation und ist spezialisiert auf heimisches Lärchenholz sowie Konstruktionsvollholz. 20 Zimmereien versorgt er, vor allem in der Region. Seine Kunden schätzen Betreuung, Qualität und Zuverlässigkeit. Auf 50 Mitarbeiter ist der Betrieb gewachsen, verarbeitet im Jahr bis zu 20.000 Festmeter Holz – und steht vor einer weiteren Vergrößerung.

Länger gleichbleibende Wärme

Kunden schätzen Weihele auch wegen eines anderen Produkts: Seit 2007 presst das Unternehmen die bei der Holzbearbeitung anfallenden Späne auf Ruf-Pressen zu Briketts, die die Brennstoffhändler ihm gerne abnehmen. Besonders begehrt: die Weihele-Briketts. Sie werden ausschließlich aus sauberen Hobelspänen hergestellt. Infolge dieses Rohmaterials brennen diese Briketts beim Verfeuern länger und geben somit auch länger eine gleichbleibende Wärme ab.

Einfacheres Spänehandling

Ein Grund, der Weihele vor fast 20 Jahren zum Brikettieren brachte, ist das vereinfachte Handling der Späne. Er erläutert: „Die Menge der losen Späne, die wir früher mit vier Lastwagen zu Unternehmen der Spanplattenindustrie schickten, bringt heute ein einziger Laster in Form von Briketts zu unseren Kunden, den 40 Brennstoffhändlern.“ Ein weiterer vormaliger Nachteil: Damit der Wind sie nicht wegweht, musste Weihele die losen Späne stets in geschlossenen Behältern transportieren. Dank der Briketts entfällt das.

Doppelte Kapazität in vier Jahren

Gepresst zu kompakten, quaderförmigen Briketts, sind die Späne als CO2-neutraler Brennstoff verfügbar. Wie alle Brennstoffpreise, schwanken natürlich auch die Preise für Briketts – aber weil das auch für lose Späne gilt, ist der Verkauf von Briketts wirtschaftlicher. Nachdem Weihele mit der erste Presse von Ruf zufrieden war, tauschte er sie schon 2009 gegen eine leistungsstärkere vom Typ Ruf 1100 aus. 2013 dann verdoppelte er seine Kapazität mit einer zweiten Presse vom selben Typ.

 Von den je zwei Auslaufschienen pro Anlage werden die Briketts auf knapp zwei Meter Höhe geschoben, von wo sie in Big Bags fallen.
Von den je zwei Auslaufschienen pro Anlage werden die Briketts auf knapp zwei Meter Höhe geschoben, von wo sie in Big Bags fallen.Bild: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG

Mehrere Formate für 60 Kunden

2007 stellte Ruf den Typ 1100 vor. Zwei Neuerungen brachte diese Neuentwicklung mit: ein höherer Durchsatz pro Einzelanlage und das größere Brikettformat 240×70 Millimeter mit einem Gewicht von 1,7 Kilogramm. Angelehnt an das Scheitholzformat, bietet dieses Brikett die typischen Vorteile: eine hohe Dichte und damit eine lange Brenndauer. Seitdem kann Weihele seinen 60 Kunden mehrere Formate anbieten, von 150×60 bis 240×70 Millimeter.

55-Kilowatt-Hauptmotor im Test

Als Ruf 2023 mit dem Typ 1200 die nächste Entwicklung testen wollte, war Weihele darum der richtige Partner. Ein langjähriger Anwender, offen für Neues – und vor allem bekannt für ehrliches Feedback. Ab Mitte desselben Jahres setzte das Sägewerk die Maschine testweise ein. Weihele erinnert sich: „Wir waren so zufrieden, dass wir Anfang des Jahres beschlossen, sie zu übernehmen – und gleich noch eine zweite desselben Typs zu bestellen.“ Mit ihrem 55 Kilowatt starken Hauptmotor bringt die Ruf 1200 eine leicht höhere Leistung als ihr Vorgänger Ruf 1100+, der mit einem 75-Kilowatt-Hauptmotor ausgestattet ist. Das neue Modell arbeitet vier bis fünf Prozent schneller, schätzt Weihele.

25 Prozent weniger Energieverbrauch

Hauptgrund für das Mehr an Effizienz: das komplett überarbeitete Hydraulikkonzept. Mit einem Energieaufwand von weniger als 50 Kilowatt pro Stunde produziert sie eine Tonne Briketts. Das entspricht einer Energieeinsparung von über 25 Prozent gegenüber dem nächsten Ruf-Modell. Und das rechnet sich. Denn nach Erfahrungen von Ruf laufen Brikettpressen bei den Kunden durchschnittlich 5.000 Stunden im Jahr.

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Den letzten Praxistest der Ruf 1200 im Sägewerk von Weihele organisierte er gemeinsam mit Ruf-Vertriebsleiter Bernd Ellenrieder. – Bild: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG

Effizienz mit Vollautomatik

Effizienz war auch Weihele wichtig, als es darum ging, seine Brikettproduktion anzupassen. „Bei uns laufen die Anlagen vollautomatisch“, erklärt er. Durch Absauganlagen gelangen die Späne von den Hobelmaschinen in einen Pufferspeicher. Er versorgt die beiden Brikettierpressen mit Spänen über zwei Förderschnecken. Sobald sich genug Späne gesammelt haben, starten die Pressen automatisch. Haben sie dann die aktuellen Mengen abgearbeitet, stoppen sie wieder. Dabei profitiert Weihele davon, dass die Pressen für den mannlosen Rund-um-die-Uhr-Betrieb ausgelegt sind. „Wir schalten die Pressen sonntagabends ein und freitagabends aus. Einmal die Woche reinigen wir sie mit wenig Aufwand. Mehr Arbeit haben wir damit nicht.“

1.090 Kilogramm Späne die Stunde

Die Ruf 1200 presst die Hobelspäne mit einem Druck von bis zu 1.700 Kilogramm pro Quadratmeter zu Briketts mit einem Querschnitt von 240×70 Millimetern. Ihre Höhe beträgt etwa 90 Millimeter. Die Anlage verfügt zudem über eine automatische Längenmessung und füllt jeweils so viel Material in die Pressform, dass jedes Brikett dieselbe Höhe hat und 1,5 Kilogramm wiegt. In der Stunde verarbeitet sie so bis zu 1.090 Kilogramm Späne. Als fertige Briketts fallen sie von den Auslaufschiene in die Big Bags. Die Anlage lässt sich auch so einstellen, dass sie Briketts mit jeweils 1,7 Kilogramm produziert, die als Sechserpack gut 10 Kilogramm wiegen. Eine zusätzliche Ausstattung erlaubt zudem das Format 240×80 Millimeter.

Zufriedenheit auf allen Seiten

Seinen Abnehmern bietet Weihele die Briketts in zwei Varianten an: Entweder lose in rund 800 Kilogramm schweren Big Bags oder auf einer Palette gestapelt, die eine Tonne wiegt. Für die zweite Variante fasst er je acht Briketts zu Gebinden zusammen. Sie werden automatisch in Folie verschweißt und gestapelt. Täglich produziert das Sägewerk zwischen zehn und 20 Tonnen Briketts – je nach Holzmenge und Produkt. Rund vier Fünftel der Späne kommen dafür zum Einsatz. Der Rest wird zu Heizwärme für den Betrieb. „Wie erwartet, hat alles gut geklappt“, schließt Weihele: „Termine, Maschine, Service – wir bleiben weiterhin Ruf-Kunde.“