
Die vier westfälischen Orte Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Langenberg und Bad Oeynhausen liegen dicht beieinander und waren am 10. und 11. Juni Treffpunkt von rund hundert Fachleuten aus der Holz- und Möbelindustrie. Während des gemeinsamen Open House von Venjakob, Heesemann und Kraft drehte sich hier alles um die Prozesse rund um das Walzlackieren. Drei Werksbesichtigungen in zwei Tagen zeigten aktuelle Entwicklungen und Anlagen des westfälischen Trios. In Kombination mit Fachvorträgen und Expertenaustausch gab es für die Besucher viele Impulse zu Walzenauftrag, Schleifen und Prozessintegration. Hinzu kamen aktuelle Trends, Herausforderungen und Chancen am Markt.
Durchgängige Prozesskette im Fokus
Die Veranstaltung stellte die Integration der gesamten Wertschöpfungskette in den Mittelpunkt. Dabei verantwortete Venjakob die Walzenauftragsmaschinen sowie die Trocknungs-, Handling- und Fördertechnik. Heesemann steuerte Schleifprozesse bei, und Kraft lieferte Lösungen für Pressen und Verpacken. Diese Zusammenarbeit ermöglichte es, Abläufe zu beobachten und Potenziale zu besprechen. Die Besucher erlebten live, wie Vorbehandeln, Walzlackieren, Schleifen und Trocknen ineinandergreifen: mit einer in den Venjakob-Hallen aufgebauten Walzenlackieranlage. Sie bestand aus neun Walzenauftragsmaschinen für Beize, Grund- und Decklack, Trocknung und Handhabung sowie zwei integrierten Schleifmaschinen. Die zu Testzwecken für einen Kunden aufgebaute Anlage bildete eine durchgängige Fertigungsstrecke – in diesem Fall ohne die Verpack- und Presstechnik von Kraft, die aber grundsätzlich zu einer solchen Linie dazugehören kann.
Vorträge zu Techniken und Märkten
Am ersten Tag begleiteten Vorträge die Vorführungen – mit Referenten der drei Veranstalter sowie einiger Partnerfirmen. Sie beleuchteten technische und marktrelevante Aspekte. Und sie verbanden konkrete Anwendungen mit übergreifenden Trends, etwa Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Den Anfang machte Venjakob-Vertriebsingenieur Patrick Ade mit einem Bericht über das Konzept und die Vorteile des Walzlackierens. Der Heesemann-Geschäftsführer Stefan Müller sprach über die Basis hochwertiger Oberflächen: das Schleifen inklusive Zwischenschliff als Schlüssel für matte, supermatte und hochglänzende Ergebnisse. Anschließend unterstrich Kraft-Geschäftsführer Markus Hüllmann die wirtschaftliche Bedeutung hochwertiger, präzise gepresster und sicher verpackter Ware – als Qualitätssicherung am Ende der Prozesskette.
Ausblicke in Zukunft und Politik
Dennis Jahnke und Alexander Kaminski von Mitex setzten die Reihe fort und widmeten sich unter anderem neuen Möglichkeiten im Walzlackierverfahren durch neuartige Beschichtungen. Patrick Vrettos von Hoenle sprach derweil über Technologien und Aussichten in der UV-Härtung. Thomas Stute, Senior Consultant von Afry Consulting, band die Politik ein: Er sprach darüber, was die europäische Holzwerkstoff- und Möbelindustrie verändern muss. Zum Schluss lüftete Hefner-Geschäftsführer Konstantin Luda die Geheimnisse der Moosgummi-Walze.

Schleifen und Verpacken in Prozessketten
Nach der Führung durch die Produktionshallen sowie der Präsentation der Walzenlackieranlage bei Venjakob gab es am Folgetag auch bei den Partnern einiges zu sehen. Heesemann rückte das Vorbehandeln und Schleifen in den Mittelpunkt. Kraft wiederum zeigte eine Verpackungsanlage für Möbel und Arbeitsplatten sowie eine Presse- und Zargenanlage für Innentüren. Diese Einblicke verdeutlichten, wie einzelne Komponenten in größere Prozesse eingebettet werden.
Kooperation für ganzheitliches System
Walzlackierverfahren werden in der industriellen Holzbearbeitung zunehmend wichtiger: Sie ermöglichen hohe Flächenleistungen bei gleichmäßiger Schichtdicke. Die Integration in durchgängige Linien nimmt sich Herausforderungen an, etwa steigenden Energie- und Personalkosten sowie wachsenden Ansprüchen an Qualität. Das Open House zeigte Ansätze auf, ohne technische Entwicklungen zu überhöhen. Die Besucher und Anwender sahen Technik live in Aktion und tauschten sich mit den Herstellern über individuelle Anpassungen aus. Mit der Kooperation wollen Venjakob, Heesemann und Kraft der Branche ganzheitliche Systemlösungen anbieten.
Mehr Teilnehmer als erwartet
Während der Veranstaltung legten die drei Firmen Wert auf den Austausch mit den Gästen: In entspannter Atmosphäre konnten sich Teilnehmer mit Experten, Händlern und Kollegen vernetzen. Die Veranstaltungen abends boten mit einer Brauereibesichtigung und einem Abendessen weitere Gelegenheiten für Gespräche und Diskussionen. „Unsere Open-House-Veranstaltung war längst überfällig“, sagt Alexandra Lewe, Head of Customer Experience bei Venjakob. „Ursprünglich hatten wir das Event deutlich kleiner geplant, freuen uns aber über das große Interesse und das positive Feedback schon während des Events. Mit der aktuellen Kooperation gab es einen guten Grund, endlich wieder gemeinsam ein solches Event umzusetzen – und das war ein Erfolg für alle Beteiligten.“
















