HDH-Umfrage zur Entwaldungsverordnung

HDH-Präsident Johannes Schwörer fordert
HDH-Präsident Johannes Schwörer fordert eine Anpassung der EUDR, insbesondere eine Null-Risiko-Kategorie. Bild: Hauptverband der Deutschen Holzindustrie

Laut einer Befragung des HDH wird die Einführung der EUDR die Unternehmen der deutschen Holzwirtschaft insgesamt rund 1,8Mrd.€ kosten. Nach der Einführung werden zusätzlich laufende jährliche Kosten von rund 1,2Mrd.€ erwartet. Die Umfrage richtete sich an 400 Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette.

Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, die Vorgaben der EUDR bis zum Stichtag 31. Dezember nicht umsetzen zu können. Besonders bei kleinen und mittleren Unternehmen sind knapp zwei Drittel nicht ausreichend vorbereitet. HDH-Präsident Johannes Schwörer zufolge kann die mangelnde Umsetzung die gesamte Lieferkette beeinträchtigen. Unternehmen, die die nötigen Informationen nicht liefern, könnten als Lieferanten ausgeschlossen werden. Nur 39% der Befragten gab sich zuversichtlich, die Vorgaben bis Jahresende umzusetzen.

Wer sich als vorbereitet einschätzt, kann das meist nur für den eigenen Betrieb angeben. Dennoch bleibt man auf die vorgelagerte Lieferkette angewiesen. Fehlen etwa Angaben von Vorlieferanten, bedeutet das auch Risiken für vorbereitete Betriebe. Lieferengpässe, Produktionsrückgänge und Kurzarbeit könnten die Folge sein.

Die EUDR praktisch umzusetzen erfordert umfangreiche, häufig manuelle Dateneingaben. Laut Umfrage nennen die meisten Unternehmen den zusätzlichen Personalbedarf als größte Kosten. Ausgaben für Software und Datenaustausch mit Partnern stehen an zweiter Stelle. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet damit, mindestens eine halbe Stelle neu besetzen zu müssen.

Schwörer weist darauf hin, dass die Kosten die gesamte Branche betreffen – und auch weitere Bereiche erfassen können. Zudem betont der HDH-Präsident europäische Möglichkeiten zur Kontrolle, z.B. Satellitenbilder und Zertifikate, die bereits eine Überwachung der Wälder ermöglichen. Er fordert eine Anpassung der EUDR, insbesondere eine Null-Risiko-Kategorie für Holz aus Ländern ohne Entwaldungsgefahr.