
Es gibt sie noch, die Nachfolger. Während sich viele Betriebe nach ihnen umsehen und der Fachkräftemangel die Zustände nochmals erschwert, machen sich manche kurzerhand selbstständig. So begannen Christopher Magh und Linus Werner Anfang 2024, ihre Zukunft als Unternehmer selbst zu gestalten. Dabei fiel ihre Wahl auf die Schreinerei Ströbel in Mannheim mit über 100 Jahren Tradition. Die Umstände passten, denn Werner war hier bereits als Meister tätig. 2025 dann übernahmen die beiden den Betrieb mit seinem heute 15-köpfigen Team.
Eine CNC an ihren Grenzen
Gleich nach der Übernahme skalierten sie ihre Schreinerei und damit auch ihre Aufträge – und dabei stellten sie fest: Insbesondere die CNC-Technik war ein Nadelöhr. Nicht, dass das vorhandene 5-Achs-Bearbeitungszentrum eine schlechte Maschine gewesen wäre. Es war bloß in die Jahre gekommen. Für den Alltag arbeitete sie damit schlicht zu langsam, unter anderem wegen der manuellen Saugerpositionierung und der trägen Verfahrgeschwindigkeit. Überrascht bemerkten Magh und Werner, dass die Maschine zu 95 Prozent nur Löcher für den Korpus bohrte. Selbstverständlich bleibt die 5-Achs-CNC für besondere Frästeile im Betrieb.
Lösung: eine Durchlaufmaschine
So entstand die Idee, in ein gebrauchtes Durchlaufbearbeitungszentrum zu investieren. Kurzum sprachen Magh und Werner ihren Händler Samstag Maschinentechnik an, vertreten durch Matthias Wülk. Der erinnert sich an seine Antwort: „Euer erster Auftrag ist für eine Gebrauchtmaschine zu groß.“ Stattdessen riet er ihnen zur Masterwood TF 600 KST. „Diese Maschine habe ich schon mit drei Bohrköpfen und zwei Spindeln verkauft, und das passte zum ersten Auftrag der Schreinerei mit 1.000 Teilen à 3.500 Löchern.“

Vom Besuch bis zur Maschine
Neben Innenausbau, Türen, Bibliotheken und Ladenbau gehören auch Schlaf- und Ankleidezimmer sowie Wohn- und Essbereiche zu den Leistung der Schreinerei. Klar, dass der Betrieb bei dieser Vielfalt nicht allzu lange auf eine neue Maschine warten konnte. Entsprechend schnell ging nach dem Vorschlag von Wülk alles vonstatten: Bei einem Masterwood-Kunden besichtigten Magh und Werner eine TF 600 KST mit Rückführung. Und während in der Schreinerei neue Aufträge eingingen, sahen sich die Unternehmer Tests im Masterwood-Showroom im nordrhein-westfälischen Gescher an.
Sonderausstattung ab Werk
Drei Wochen später stand die Maschine in der Schreinerei in Mannheim. Dafür bürgt Masterwood mit seinem Credo ‚Optionen im Standard enthalten‘, das kurze Lieferzeit verspricht. Standardmäßig ist das Bearbeitungszentrum mit drei Bohrköpfen, 51 Spindeln, einer Nutsäge von oben sowie einer Frässpindel von unten und einer von oben mit 5-fach-Werkzeugwechsler ausgestattet. Ebenfalls zum Standard gehören ein QR-Code-Scanner, ein Späneförderband sowie ein Werkzeuglängenmessgerät. Optional erweitern lässt sich die TF 600 KST mit Werkzeug, Clamex, Winkelgetriebe und Werkstückführung.

Schnell integriert und produktiv
Rasch verlief auch die Softwareintegration der Maschine, da sie auch .mpr-Dateien von den Maschinen anderer Hersteller verarbeiten kann – etwa dem bereits vorhandenen 5-Achs-Bearbeitungszentrum. Zwei Tage und einige Anpassungen später lief alles rund. Für Notfälle stand und steht zudem die deutschsprachige Masterwood-Hotline bereit. In der Zwischenzeit wuchs auch der erste Auftrag für die TF 600 KST: von 1.000 Akustikteilen auf 2.300. Dafür bohrte sie insgesamt sechs Millionen Löcher mit sechs Millimetern Durchmesser, und das in 22 Millimeter dicke Fichte-3-S-Platten.
Eine Schicht reicht wieder aus
„Die Maschine kam genau zur richtigen Zeit“, erinnert sich Magh, denn gerade stauten sich die Aufträge der jungen Unternehmer. „Mit dem neuen Bearbeitungszentrum konnten wir wieder von zwei Schichten auf eine wechseln.“ Auch Werner ist überzeugt: „Ich bin fasziniert von der Geschwindigkeit der Maschine.“ Kürzlich habe er in nur einer Stunde eine Teeküche für einen Kunden gebohrt: Viele verschiedene Teile, derselbe Bediener wie zuvor – aber nur noch 45 Minuten Bearbeitungszeit statt dreieinhalb Stunden. Unter anderem deshalb steht die nächste Investition bereits an: Die Schreinerei Ströbel hat die Kantenanleimmaschine Masterwood MX 609 ins Auge gefasst.
















