EU-Klimapaket

Klimaschutz und Biodiversität ohne Nutzungsverbote möglich!

Bild: Hauptverband der Deutschen Holzindustrie

Die Europäische Kommission hat am 14. Juli ein Paket mit Energie- und Klimagesetzen vor, mit denen die Klimaziele 2030 (- 55 % Emissionen) und 2050 (netto Null) erreicht werden sollen. 13 Gesetzesvorschläge sind im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets geplant. Insbesondere die modifizierte Verordnung über Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) und die EU-Forststrategie könnten nach Ansicht des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH) das Gegenteil einer verstärkten Kohlenstoffbindung bewirken, wie HDH-Präsident Johannes Schwörer betont.

„Ausdrücklich begrüßen wir die Anerkennung der forstwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten als zentrale Transformationsinstrumente, um eine nachhaltige und klimaneutrale Wirtschaft zu erreichen“, so Schwörer. „Aber: Kritisch sehen wir die EU-Forststrategie, da diese mit Bezug zur Biodiversitätsstrategie neue Nutzungsbeschränkungen von den Mitgliedsstaaten verlangt: Bis zu 30 % der Landesfläche sollen unter strengen Schutz gestellt werden, 10 % gar nicht mehr bewirtschaftet werden.“ Da private Eigentümer in Land- und Forstwirtschaft in der Regel für einen Nutzungsentgang entschädigt werden müssten, drohe insbesondere die Beschränkung der Holznutzung im öffentlichen Wald.

In Konsequenz müsse mit weitreichenden Nutzungsverboten gerechnet werden, was den selbstgesteckten Einsparziele der EU zuwiderlaufe. „Nicht bewirtschaftete Wälder können gerade im zunehmenden Klimawandel verstärkt Kohlendioxid freisetzen. Eine aktive Bewirtschaftung der Wälder sorgt hingegen für den Aufbau klimaresilienter Wälder und dafür, dass der Kohlenstoff im Wald oder in den Holzprodukten gebunden werden könnte. Wir fordern die EU-Kommission und das EU-Parlament deshalb dringend auf, eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung konsequent zu fördern und auf neue Nutzungsverbote zu verzichten! Die Klimaziele sind mit großflächig unbewirtschafteten Wäldern schlicht nicht zu erreichen.“

Hauptverband der Deutschen Holzindustrie

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